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Die Zulassungszahlen bei den Elektrofahrzeugen steigen stetig.

Das E-Auto versichern – was ist dabei zu beachten?

Keine Frage, auch für Elektroautos gilt, wie für alle Kraftfahrzeuge, die gesetzliche Versicherungspflicht. Ohne Kfz-Haftpflichtversicherung ist es verboten auf deutschen Straßen mit dem Auto zu fahren. Die Haftpflichtversicherung bezahlt die Schäden des Unfallopfers. Sie zahlt dabei nicht nur für Personenschäden, sondern auch für Sachschäden am fremden Fahrzeug und weitere Sachschäden, beispielsweise an Gebäuden. Ob eine Teil- oder Vollkaskoversicherung hinzukommt, muss jeder selbst entscheiden. Die Teilkasko zahlt auch Schäden am eigenen Fahrzeug, beispielsweise nach einem Wildunfall oder bei Diebstahl. Die Vollkasko-Versicherung leistet auch für die Schäden am eigenen Auto, wenn der Unfall selbst verschuldet war.

Gibt es spezielle E-Autoversicherungen?

Die Elektromobilität hat im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr ordentlich zugelegt. Die Neuzulassungen von E-Autos haben sich mehr als verdreifacht, so die Statistiken des Kraftfahrtbundesamtes. Viele Autofahrer stehen nach dem Kauf vor der Frage, wie sie ihr neues E-Auto am besten versichern. Sie brauchen dabei keine spezielle E-Auto-Versicherung. Allerdings gilt es bei den Kasko-Versicherungen etwas genauer hinzuschauen. Es gibt Versicherungsleistungen, die bei einem E-Auto wichtig sind, die jedoch nicht bei allen Versicherern im Standardangebot enthalten sind. Einige Versicherer bieten sie als Zusatzleistungen an, beispielsweise in einem ergänzenden Elektrobaustein. Insgesamt sind die Angebote der verschiedenen Autoversicherer in Bezug auf das Elektroauto sehr unterschiedlich, sodass ein Vergleich gar nicht so einfach ist.

Auf welche Besonderheiten ist beim E-Auto zu achten?

Der Akku ist das Herzstück jedes Elektrofahrzeugs und auch gleichzeitig das teuerste Bauteil. Teilweise macht er ein Drittel der Fahrzeugkosten aus. Klar wird es teuer, wenn da etwas kaputt geht. Als Teil des Fahrzeugs ist der Akku in die Kaskoversicherung eingeschlossen. Dabei sind drei Konstellationen denkbar:

Das Auto ist vollständig im Eigentum des Halters

Es ist sinnvoll ein neues Elektroauto vollkasko zu versichern, allein schon wegen der hohen Anschaffungskosten. Mit einer Vollkaskoversicherung sind auch gleich Schäden am Akku mit abgedeckt. Was genau versichert ist, steht im individuellen Versicherungsvertrag. Der Akku ist gegen folgende Schäden versicherbar:
• Blitzschlag und Überspannung

  • Kurzschluss
  • Hackerangriffe
  • Brand
  • Diebstahl
  • Tierbisse

Bei manchen Versicherern sind sogar die Entsorgungskosten für den Lithium-Ionen-Akku enthalten. Das ist dann interessant, wenn der Hersteller die Entsorgungskosten nicht übernimmt.

Tipp: Bei der Wahl der Kaskoversicherung ist es wichtig darauf zu achten, ob der Akku im Schadenfall mit dem Neu- oder dem Zeitwert versichert ist. Das macht bei der Schadenregulierung einen erheblichen Unterschied.

Das Auto ist geleast

Bei der Kaskoversicherung spielt es für den Versicherungsschutz keine Rolle, ob das Fahrzeug gekauft oder geleast ist. Ein Leasingfahrzeug muss in der Regel mit einer Vollkaskoversicherung versichert werden, so verlangen es die meisten Leasinggeber. Dann ist der Akku bei einem Unfall und auch gegen Diebstahl versichert. Wenn der Fahrzeughalter keine Kaskoversicherung hätte, wäre er bei einem Schaden gegenüber dem Leasinggeber in der Pflicht und müsste den Schaden aus eigener Tasche bezahlen.

Der Akku ist geleast

Es gibt einige wenige Autohersteller, bei dem Fahrzeugkäufer den Akku leasen können. Auf die Funktionstüchtigkeit bekommen die Kunden dann Gewährleistung. Allerdings haftet der Hersteller nicht für Schäden durch Diebstahl, einen Brand oder Marderbiss. Auch hier ist eine Kaskoversicherung erforderlich, um sich vor einem großen finanziellen Schaden zu schützen.

Ist die Kfz-Versicherung für das Elektroauto teurer als für Diesel- oder Benzinfahrzeuge?

Grundsätzlich spielt die Antriebstechnik bei der Berechnung der Versicherungsprämie keine Rolle. Der Beitrag berechnet sich aus Typ- und Regionalklasse, dem Schadenfreiheitsrabatt, der jährlichen Fahrleistung und weiteren Faktoren. Da allerdings noch nicht so viele Daten zu Elektroautos vorliegen und sich beispielsweise noch keine aussagekräftigen Daten zur Schadenshäufigkeit finden lassen, berechnen die Versicherer die Prämien mit Daten von vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennermotor. Deshalb sind die Prämien derzeit noch etwa gleich.

Ist die Brandgefahr bei Elektroautos höher?

In den Medien sind immer wieder Bilder zu sehen, wie Elektroautos spektakulär abbrennen. Angesichts dieser Bilder fragen sich viele, ob E-Autos häufiger, intensiver oder schneller brennen.

Elektroautos stehen nicht häufiger in Flammen als andere Fahrzeuge auch. Allerdings ist es für die Feuerwehren viel schwieriger, diese Autos zu löschen.

Tatsächlich ist es so, dass E-Autos schwieriger zu löschen sind, weil sie anders brennen. Die Feuerwehr braucht sehr viel Wasser zum Löschen des Brandes, zum Kühlen des Akkus und zur Unterbrechung der chemischen Reaktion. Bei Verbrennermotoren kommt meistens Löschschaum zum Einsatz. Für E-Autos gibt es spezielle Löschdecken, mit denen allerdings noch nicht jede Feuerwehr in Deutschland ausgestattet ist. Wo das nicht der Fall ist, werden die E-Autos nach einem Brand für etwa 24 Stunden in einem Wasserbad gelagert, um ein Wiederaufflammen der Batterie in den ersten 24 Stunden zu verhindern.

ISind Schäden bei E-Autos häufiger oder teurer?

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) konnte bislang keine großen Unterschiede beim Schadenverlauf von elektrischen Fahrzeugen und Fahrzeugen mit Verbrennermotor feststellen. Auch häufige Batteriebrände haben die Kfz-Versicherer nicht zu verzeichnen.

IWie stufen die Versicherer die Typklassen ein?

Die Typklassen-Einteilung erfolgt aufgrund von statistischen Daten zu Schadenhäufigkeit und Schadenhöhe der verschiedenen Automodelle. Das gilt für Elektros und Verbrenner gleichermaßen. Die Typklasseneinstufung stellt nicht allein auf die Art der Motorisierung ab.

IGilt der Schadenfreiheitsrabatt des Verbrenners auch für das E-Auto?

Wenn Verbraucher die Kfz-Versicherung wechseln, können sie ihren Schadenfreiheitsrabatt von der vorherigen Versicherung und von ihrem Diesel- oder Benzinfahrzeug mitnehmen und auch auf das neue E-Auto anwenden.

Bildquelle:
Abbildung 1: Pixabay © akrebs60 (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: PIxabay © vainodesositis (CC0 Public Domain)