Dienstag , 11. August 2020
Jedes Jahr ändern sich die Tarife. Deshalb ist es jedes Jahr ratsam, einen Versicherungsvergleich vorzunehmen.

Kfz-Versicherung: Diese Faktoren beeinflussen die Prämie

Wer eine Kfz-Versicherung abschließt und unterschiedliche Angebote vergleicht, findet teils erhebliche Prämienunterschiede. Verschiedene Merkmale fließen in die Beitragsberechnung ein. Manche Merkmale würden unveränderlich, andere können durch geschickte Anpassung für günstigere Prämien sorgen.

Kfz-Versicherungsmarkt ist komplex

Kaum eine andere Police arbeitet mit so vielen verschiedenen Einflussfaktoren wie die Kfz-Versicherung. Begründet liegt das in dem Anspruch der Assekuranzen, Versicherungsprämien vergleichsweise gerecht zu erheben. Beispielsweise soll eine versicherte Person mit einer umfangreichen Fahrpraxis und einem geringen Schadensvolumen weniger bezahlen als junge Fahranfänger mit erhöhtem Unfallrisiko.

Versicherungen nutzen zur Berechnung der Prämien umfangreiche Statistiken der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht über die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Diese Statistiken geben Auskunft über rund 27.000 unterschiedliche Fahrzeugtypen mit über 400 Zulassungsbezirken in Deutschland. Die Berechnungen der Kfz-Versicherungen sind komplex und für Laien nicht zu durchschauen. Für den durchschnittlichen Versicherungsnehmer ist es deshalb ratsam, Vergleichsdatenbanken zu nutzen, die die unterschiedlichen Angebote so aufbereiten, dass die wichtigsten Merkmale transparent und vergleichbar werden.

Versicherungsvergleich verschiedener Angebote dringend zu empfehlen

Wer auf der Suche nach einer Kfz-Versicherung ist, sollte die Angebote verschiedener Assekuranzen intensiv miteinander vergleichen. Dieser Vergleich sollte regelmäßig stattfinden, denn Jahr für Jahr schnüren Assekuranzen neue Versicherungsangebote. Zudem sinkt der Wert eines Fahrzeugs im Laufe der Zeit, die Anzahl der Jahre mit Fahrpraxis wächst an und jeder Autofahrer entwickelt eine Schadenshistorie. Wichtig zu wissen: Zwischen Oktober und dem 30. November liegen die Kündigungsfristen für Kfz-Versicherungen. Diesen Zeitraum sollten Versicherte reservieren, um währenddessen den jährlichen Kfz-Versicherungs-Vergleich durchzuführen und soweit sinnvoll die Kfz-Versicherung zu wechseln. Das Sparpotenzial kann mitunter einige hundert Euro pro Jahr betragen. Allerdings steckt hinter einem günstigen Preis nicht unbedingt die passende Versicherung, denn je nach den individuellen Voraussetzungen eines Fahrers spielen unterschiedliche Aspekte eine Rolle bei der Wahl der richtigen Police.

Überblick kompakt: Diese Faktoren bestimmen die Beitragshöhe

Um einen Überblick zu erhalten, welche Einflussgrößen die Prämienhöhe bestimmen, sollen die wesentlichen Tarifmerkmale und ihre Wirkung auf die Versicherungsprämie erklärt werden. Die Prämienhöhe für ein Auto wird bei allen Versicherungen zunächst auf drei Säulen gelagert.

Die drei Faktoren Typklasse, Regionalklasse und Schadenfreiheitsklasse liegen den Berechnungen bei allen Versicherungen zu Grunde. Während Typklasse und Regionalklasse stets den gleichen Einfluss bei allen Versicherern haben, wird die Schadenfreiheitsklasse unterschiedlich gehandhabt. Jeder Autoversicherer legt nach eigenen Maßgaben fest, welchen Wert er der Schadenfreiheitsklasse zuordnet.

Neben der Einordnung in die Schadenfreiheitsklasse spielen Fahrpraxis und auch das Lebensalter bei manchen Versicherungen eine Rolle. Diverse Sondertarife zum Beispiel für Versicherte mit wenig Fahrerfahrung oder für Personen, die eine geringe Kilometerzahl jährlich zurücklegen, beeinflussen ebenfalls die Prämienhöhe.

Die Einstufung bei der Assekuranz

Die drei wesentlichen Merkmale Schadenfreiheitsklasse, Typklasse und Regionalklasse unterliegen einem stetigen Wandel. Sie ändern sich von Jahr zu Jahr. Aufgrund dessen gibt es jährliche Beitragsanpassungen.

Der Versicherte selbst bestimmt einige Faktoren mit. Beispielsweise spielen die Höhe der Selbstbeteiligung, die geplante Kilometerleistung, das Baujahr und die Fahrerfahrung eine Rolle, um die die Prämienhöhe zu ermitteln. So fällt die Prämie für einen Fahrer mit zehnjähriger Fahrpraxis ohne Unfall in einem 8 Jahre alten Fahrzeug bei einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 km geringer aus als für einen 20-jährigen Fahranfänger mit einem neuen Auto und einer geplanten Gesamtstrecke von 50.000 km. Das Unfallrisiko und die Höhe eines möglichen Schadens sind in beiden Fällen stark unterschiedlich.

Einen hilfreichen visuellen Überblick der relevanten Merkmale liefert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. in dem Artikel „So setzt sich der Versicherungsbeitrag für einen Pkw zusammen“. Einen kompakten Überblick liefert die folgende Aufstellung.

  • 1. Typklasse und Regionalklasse

Die Typklasse gibt wieder, wie3hoch das individuelle Unfallrisiko eines bestimmten Kfz-Modells eingestuft wird. Diese Information kommt aus entsprechenden Statistiken. Jedes Jahr werden Unfallzahlen bezüglich der Fahrzeugmodelle aufgenommen und entsprechendn zugeordnet. Je öfter ein bestimmtes Fahrzeugmodell in Unfälle verwickelt war, desto höher fällt die Prämie aus.

Regionalklassen orientieren sich an dem Bezirk, in dem das Fahrzeug angemeldet wird. In Ballungsgebieten mit hohem Verkehrsdruck und strapazierten Straßenbelägen sind Unfälle wahrscheinlicher als in einem ländlichen Raum mit intakten Straßen. Vereinfacht gesagt sind Prämien deshalb tendenziell in Ballungsgebieten höher als auf dem Land.

  • 2. Schadensfreiheitsklasse und Schadenfreiheitrabatt

Die Schadensfreiheitsklasse korrespondiert mit der Anzahl der Jahre, die der Versicherungsnehmer ohne Unterbrechung schadenfrei im Rahmen eines laufenden Versicherungsverhältnisses geblieben ist. Dieses Merkmal bewertet jeder Versicherer individuell. Beispielsweise bedeutet SF-Klasse 7, dass der Versicherte 7 schadenfreie Jahre gefahren ist. Allerdings wird die Schadensfreiheitsklasse von jedem Versicherer mit verschiedenen Prozentsätzen belegt. Das ist der sogenannte Schadenfreiheitsrabatt. Während der eine Versicherer zum Beispiel der SF-Klasse 7 einen Rabattwert von 20 % zuordnet, könnte eine andere Versicherung der SF-Klasse 7 durchaus 25 % zuordnen. Hier steckt also enormes Sparpotenzial.

  • 3. Selbstbeteiligung

Die Selbstbeteiligung wirkt sich insofern aus, als dass eine hohe Selbstbeteiligung den Beitrag vergünstigt. Außerdem besteht die Möglichkeit bei einem Bagatellschaden die Kosten selbst zu tragen, um eine Rückstufung in einer teurere Schadensfreiheitsklasse zu umgehen.

Vertragswerkstatt

Stimmen Versicherte einer Werkstattbindung zu, beeinflusst das die Höhe der Premiere deutlich. Einige Assekuranzen geben Rabatte von bis zu 20 %.

Lebensalter des Versicherten Fahrers und Punktestand in Flensburg

Besonders junge Fahrer sowie Senioren müssen mit höheren Prämienrechnern. Dieser Aspekt lässt sich nicht ändern. Für Eltern winken hingegen Rabatte, denn Eltern fahren in der Regel umsichtiger und vorausschauender. Wenn ein Versicherungsnehmer und ein anderes Haushaltsmitglied ein Fahrzeug führen, gewähren manche Versicherer Partnerrabatte. Vorsicht: Handelt es sich bei dem zweiten Haushaltsmitglied um einen besonders jungen Fahrer oder um einen Senior, wirkt sich das in der Regel prämiensteigernd aus. Bezüglich des Punktestand in Flensburg wirkt sich ein hoher Punktestand negativ, ein geringer Punktestand positiv auf die Prämienberechnung aus.

Parken Fahrzeuge im Freien, drohen unter anderem Schäden durch Hagel oder umherfliegende Gegenstände. Garagenfahrzeuge sind davor geschützt und werden deshalb in der Prämie günstiger eingestuft.

Rabatte für Wenigfahrer und Einzelfahrer

Fahren Versicherte alleine mit einem Fahrzeug, können Einzelfahrerrabatte die Prämie senken. Geringe Fahrleistungen honorieren Assekuranzen häufig ebenfalls mit einem Abschlag.

Weitere Einflussgrößen

Weitere erwähnenswerte Einflussfaktoren, die die Höhe einer Prämie beeinflussen können, sind folgende

  • Neufahrzeuge mit modernster Technik können sich günstig Auswirkungen.
  • Abstellen in einer Garage oder in einem Carport verringern das Risiko von Diebstahl bzw. Beschädigungen und wirkt sich ebenfalls günstig aus.
  • Bei jährlicher Zahlweise ist der Gesamtpreis in der Regel günstiger als bei quartalsweiser oder monatlicher Zahlung.
  • Manche Versicherer senken die Beitragshöhe für Immobilienbesitzer oder bestimmte Berufsgruppen, wie zum Beispiel Beamte oder Mitarbeiter von gemeinnützigen Organisationen. Auch Besitzer von Bahncards oder Mitglieder in einem Automobilclub profitieren mitunter von geringeren Prämien.

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