Dienstag , 29. September 2020
Woman scraping ice from the car window

Alle Jahre Wieder – Wie wird mein Auto winterfit?

Weiße Weihnachten wünschen sich zwar viele Deutsche, Autofahrer ärgern sich jedoch generell über Schnee und Eis auf den Straßen. Für sie mag es also eine positive Nachricht sein, dass es dieses Jahr laut Wetterprognose je nach Region nur eine ca. 10-20%ige Chance gibt, dass Frau Holle ihre Betten ausschüttelt. Trotzdem: Die kalte Jahreszeit ist hier und mit ihr lauern abermals viele Gefahren auf den Straßen – Und für Schnee und Eis bleibt im Januar und Februar schließlich auch noch viel Zeit. Damit es hierbei nicht zu besonders ärgerlichen Pannen oder sogar zu Geldstrafen kommt, sollten Autofahrer gründlich vorsorgen.

Fahrzeugelektrik hat oberste Priorität

Auch das Innenleben von Fahrzeugen leidet in der kalten Jahreszeit

Immer modernere Autos haben immer modernere Elektrik. Kilometerlange Leitungen schlängeln sich durch unsere Fahrzeuge und sind gerade deshalb anfällig für Fehler. Die allgemeine Elektrik ist laut ADAC-Statistik die bei weitem häufigste Ursache für Pannen, hierbei sind vor allem defekte oder leergelaufene Batterien das Problem. Es kann sich also lohnen, den Ladestand der Batterie entweder selbst mit einem Multimeter zu prüfen, oder auch gleich für eine umfangreiche Diagnose zum Fachmann zu gehen. Alle fünf bis sieben Jahre sollte außerdem eine neue Batterie angeschafft werden.

Was tun bei beschlagenen Fenstern?

Auch ohne Schnee sorgen beschlagene oder zugefrorene Scheiben für viel Frustration besonders am frühen Morgen. Die Feuchtigkeit, die z.B. über nasse Kleidung in das Fahrzeuginnere gelangt, kann von der kalten Luft nicht getragen werden und kondensiert an den noch kälteren Fensterscheiben. Selbst das Atmen der Passagiere erhöht die Luftfeuchtigkeit deutlich. Schnell mit dem Ärmel die Scheibe abzuwischen schafft hier nicht wirklich Abhilfe und kann durch Schlieren sogar das Sichtfeld weiter einschränken!

So geht man richtig vor: Zuerst die Belüftung auf die Scheibe richten, dann das Gebläse einschalten und zunächst die Temperator niedrig halten. Die Klimaanlage (sofern vorhanden) dazuschalten und langsam die Temperator erhöhen. Die trockene, warme Luft aus der Klimaanlage hilft, Feuchtigkeit aus dem Innenraum aufzunehmen. Auch kann es helfen, die Seitenfenster einen Spalt zu öffnen, da so die feuchte Luft aus dem Auto entweichen kann, sofern es draußen einigermaßen trocken ist. Der letzte Schritt ist warten, denn nur bei komplett freier Sicht ist das Fahren gestattet! Wer nur ein „Guckloch“ freilässt (auch außen beim Kratzen), riskiert ein Bußgeld von mindestens 10 €.

Achtung, Fehler! Bei Feuchtigkeit nicht sofort die Umluft-Schaltung nutzen, diese hält feuchte Luft unnötig im Auto.

Weitere Kniffe gegen den morgendlichen Scheibennebel sind das trocknen nasser Kleidung, Fußmatten und sonstiger Gegenstände im Auto, das Überprüfen von Dichtungen besonders an den Türen und regelmäßiges Reinigen der Scheiben, denn Schmutzpartikel vergrößern die Oberfläche und Tropfen haften leichter an ihnen. Hausmittel gibt es hier ebenfalls reichlich, mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten. So soll das Abwischen der Fenster mit Rasierschaum eine dünne Schutzschicht bilden, die Feuchtigkeit abweist. Auch kann man über Nacht Zeitungen auf dem Armaturenbrett verteilen, die die Nässe aufsaugen. Hierfür gibt es auch professionelle Silikonkissen.

Die richtige Bereifung

Laut StVO gilt die Winterreifenpflicht und zwar immer dann, wenn die Witterung es erfordert. Es gibt keine gesetzliche Regelung, die einen genauen Zeitraum vorschreibt, auch wenn im Volksmund die O-bis-O-Regel gilt (Winterreifen von Oktober bis Ostern). Wintertaugliche Reifen trugen lange Zeit die Kürzel „M+S“ für Matsch und Schnee, doch seit 2018 müssen neu hergestellte Winterreifen zwingend das Alpine-Symbol tragen – Ein dreigezackter Berg um eine Schneeflocke. Ältere M+S-Reifen dürfen noch bis 2024 genutzt werden.

Mit M+S gekennzeichnete Reifen sind oft Alljahresreifen. Da diese von der Machart her den Winterreifen gleichen, haben sie im Sommer für gewöhnlich schlechtere Fahreigenschaften, nutzen stärker ab und erhöhen den Kraftstoffverbrauch. Für Vielfahrer empfiehlt es sich also, einen Sommersatz sowie einen Wintersatz zu haben und diese halbjährlich zu wechseln. Die vorgeschriebene Profiltiefe liegt bei mindestens 1,6 mm, jedoch werden z.B. vom ADAC für den Winter mindestens 4 mm empfohlen, um für mehr Traktion zu sorgen.

Übrigens gibt es für falsche Bereifung im Winter mindestens ein Bußgeld in Höhe von 80 € sowie einen Punkt in Flensburg.

Startklar für den Winter

Mit diesen Tipps sollte jedes Auto gut durch den Winter kommen und auch im Falle weißer Weihnachten gibt es dann keine bösen Überraschungen mehr. Im Bußgeldkatalog gibt es übrigens eine informative Liste all der kleinen und großen Missetaten im winterlichen Straßenverkehr, für die Sie der Staat zur Kasse bittet. Bleiben Sie auf der sicheren Seite!

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