Ein Zuhause in Dresden finden: Der Ablauf beim Hauskauf

Sachsens Landeshauptstadt gilt als einer der reizvollsten Standorte Mitteldeutschlands. Ob Wirtschaft, Bildung, Kultur oder Freizeit – in all diesen Bereichen ist sie gut aufgestellt. Wer einen Hauskauf in Dresden plant, tätigt damit in jeder Hinsicht eine Investition in die Zukunft: Einerseits darf er sich auf ein attraktives Zuhause freuen und andererseits mit Wertsteigerungen für die Immobilie rechnen.

Im 19. Jahrhundert bürgerte sich ein Beiname Dresdens ein: Der Titel „Elbflorenz“ deutet die Parallelen zur Hauptstadt der Toskana an. Und derlei gibt es gleich mehrere. Beide Metropolen sind an einem Fluss und in einem Talkessel gelegen. Zudem ähnelt sich das Stadtbild – in Dresden wird es insbesondere aus der Zeit des Barocks geprägt, in Florenz vornehmlich aus der Renaissance. Zudem sind beide Städte reich an Kunstschätzen.

Damit ist nur ein Teil der Argumente genannt, die Dresden zu einem echten Anziehungspunkt machen. Ein weiterer Grund offenbart sich mit dem zweiten Synonym für die Stadt: Als „Silicon Saxony“ wird sie ebenfalls des Öfteren bezeichnet. Sie ist Europas Zentrum für Mikroelektronik. Global Player wie Bosch, Infineon oder Globalfoundries sind hier niedergelassen. Weitere wichtige Industriezweige in Dresden sind etwa die Umwelt- und Energietechnik, Künstliche Intelligenz oder auch der Maschinen- und Anlagebau.

Mit zehn Instituten gilt die sächsische Landeshauptstadt außerdem als weltweit größter Standort der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Technische Universität (TU) ist zudem die einzige Hochschule Mitteldeutschlands, die das Prädikat einer Exzellenz-Universität innehat. Eine wichtige Rolle für die Bildung nimmt Dresden damit ebenso ein. Nicht zu vergessen ist der hohe Freizeitwert: Neben dem umfangreichen Kulturangebot aus Museen, Opern, Theatern, Kinos und Nachtleben bietet die Stadt viel Natur: Über 60 Prozent bestehen aus Wald- und Wiesenflächen – kaum eine andere Metropole in Europa hält mehr Grün bereit. Es scheint sich damit praktisch von selbst zu erklären, dass der Immobilienmarkt stark umkämpft ist und viele eine Immobilie in Dresden kaufen möchten.

Dresdens Häusermarkt: Prunkvolle Stadtvilla oder idyllische Stadtrandlage?

Immer mehr Menschen zieht es in Sachsens Landeshauptstadt. Derzeit liegt die Einwohnerzahl bei gut 560.000. Bis zum Jahr 2035 wird dieser Wert laut Prognosen auf etwa 595.000 ansteigen. Der Bedarf nach Wohnraum wächst dementsprechend. Das ist aber schon jetzt erkennbar – sowohl Wohnungen, als auch Einfamilienhäuser sind heiß begehrt und nicht so leicht zu finden. Im Allgemeinen lassen sich Umsatzsteigerungen über die letzten Jahre in diesen Segmenten beobachten. Bei einem Blick auf den Häusermarkt wird seine Vielschichtigkeit deutlich. So gibt es Regionen, bei denen ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis von über 5.600 Euro vorherrscht, während in anderen Lagen gerade einmal 835 Euro aufgerufen werden.

Dresdens Häusermarkt hält für jeden Anspruch das Passende bereit. Prunkvolle historische Villen sind vor allem in Stadtteilen wie Blasewitz oder Loschwitz anzutreffen, die zugleich zu den exklusivsten gehören. Nicht nur außerhalb, sondern selbst in Zentrumsnähe lassen sich moderne Einfamilienhäuser finden. Wer es lieber ländlich, mit einem schon fast dörflichen Charakter mag, dürfte sich vornehmlich für den Norden der Stadt interessieren. Seen und Waldflächen sind dort gleiche in Reichweite. Viel Grün bieten jedoch auch der Osten und der Süden. Ein Einfamilienhaus in Dresden kaufen – dieses Vorhaben entpuppt sich angesichts der hohen Nachfrage durchaus als Herausforderung. Makler sind in der Elbmetropole daher umso mehr gefragt.

Finanzen klären und das Traumhaus selbst suchen – oder finden lassen

Generell nimmt der Makler dem interessierten Immobilienkäufer viel Aufwand ab. Doch bevor er das tut, steht noch ein wichtiger erster Schritt an. Gemeint ist damit ein genauer Blick auf die finanzielle Situation. Wer Wohneigentum erwerben möchte, benötigt einerseits eine Bilanz seiner monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Andererseits gilt es zu prüfen, welche Summe an Eigenkapital aufgebracht werden kann.

Eine allgemein gängige Empfehlung lautet, zumindest die Nebenkosten über eigene Mittel abzudecken. Diese betragen zumeist zwischen 10 und 15 Prozent des vereinbarten Kaufpreises. Neben einer möglichen Maklercourtage kommen in jedem Fall noch die Grunderwerbssteuer, die Notargebühren sowie die Kosten für die Änderung im Grundbuch hinzu. Die konkrete Höhe der Nebenkosten variiert je nach Bundesland: In Sachsen liegt die Grunderwerbsteuer bei derzeit 3,5 Prozent. Die Maklerprovision teilen sich Käufer und Verkäufer mit jeweils 3,57 Prozent.

Bei einer Bank oder einem unabhängigen Vermittler kann der potenzielle Hauskäufer eine Beratung in Anspruch nehmen und den finanziellen Rahmen seines Darlehens abklären. Als sinnvoll erweist sich eine Vorab-Finanzierungszusage. Dabei handelt es sich um eine schriftliche Bestätigung, in welcher vermerkt ist, dass die Finanzierung eines Hauskaufs bis zu einer Maximalsumme bereits bewilligt wurde. Dem Interessenten verschafft das unter Umständen einen Vorteil auf dem Immobilienmarkt. Ratsam ist es unbedingt, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. So lassen sich unter Umständen mehrere tausend Euro sparen.

Von der Besichtigung, über den Notartermin, bis zur Schlüsselübergabe

Hat der Makler entsprechend des Anforderungsprofils ein geeignetes Objekt gefunden, folgt im nächsten Schritt der Besichtigungstermin. Hierbei gilt es, sich ein umfassendes Bild vom Haus zu machen und auch Stärken sowie mögliche Mängel zu erkennen. Gerade bei Altbauten mag es hilfreich sein, wenn zusätzlich ein Sachverständiger die Immobilie in Augenschein nimmt. Gegebenenfalls muss der Kaufpreis noch einmal nach unten korrigiert werden. All diese Schritte begleitet ein Makler, der zudem die Preisverhandlungen im Interesse beider Parteien gestaltet. Er wird in der Regel auch die Empfehlung aussprechen, den Grundbuchauszug des Hauses zu prüfen. Auf diese Weise lassen sich die Eigentumsverhältnisse und eventuelle Lasten nachvollziehen. Wenn alles in Ordnung ist, kann die Immobilienfinanzierung mit der Bank fixiert werden.

Grundsätzlich darf der Käufer den Notar auswählen, wobei dafür keine gesetzliche Regelung besteht. Basierend auf den wichtigsten Informationen zum Hauskauf erstellt der Notar einen Vorvertrag, den er beiden Seiten übersendet. Der Noch-Eigentümer und der werdende Eigentümer prüfen diesen gründlich und weisen bei Bedarf auf notwendige Änderungen oder Korrekturen hin. Es folgt der Notartermin, zu dem beide Parteien persönlich anwesend sind, um den Kaufvertrag beurkunden zu lassen.

Der Notar leitet dann eine Auflassungsvormerkung beim Grundbuchamt in die Wege. Sie kündigt den Eigentümerwechsel an und wird im Grundbuch eingetragen. Damit ist es nicht mehr möglich, das Haus an einen anderen Anwärter zu verkaufen. Zudem erhält der Käufer vom Notar die Aufforderung, den Kaufpreis zu zahlen. Diese Unterlagen reicht er bei der Bank ein, die das Geld für gewöhnlich direkt an den Verkäufer überweist. Zugleich wird das finstitut als Gläubiger im Grundbuch hinterlegt. Erreicht den Notar letztlich die Bestätigung, dass der vereinbarte Preis gezahlt wurde, veranlasst er die Umschreibung im Grundbuch. Der Käufer avanciert damit zum neuen Eigentümer. Der Makler und der Verkäufer übergeben ihm die Schlüssel zur Immobilie, die ihm nun ganz offiziell gehört.

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