Öfter mal dicke Strümpfe anziehen uns sich mit der Wolldecke auf die Couch setzen spart Energie und Geld.

Gaspreise im Fokus: Was kostet ein Grad Celsius?

Die Temperatur im Zimmer zu erhöhen ist ganz leicht: Einfach den Regler aufdrehen und dann dauert es nur noch wenige Minuten, bis sich die wohlige Wärme im Raum ausbreitet. Wie teuer ist eigentlich ein Grad Celsius und wie lassen sich Heizkosten sparen? Der Beitrag verschafft einen Überblick.

Die Investitionen eine neue Gasheizung

Wie teuer es ist, mit Gas zu heizen, hängt von der Gesamtkostenbetrachtung ab. Zunächst einmal müssen Hauseigentümer die Investitionen in die Gasheizung vornehmen. Für einen vierköpfigen Haushalt sind Investitionen zwischen 6000 und 10.000 Euro für eine Gasbrennwertheizung nötig. Der Betrag setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Nicht immer braucht jeder Haushalt alle notwendigen Bauteile. Insbesondere, wenn es sich um eine Umrüstung handelt, ist manches vielleicht schon vorhanden. Untenstehend folgt die Auflistung aller Komponenten, die zu einer Gasbrennwertheizung gehören. Die ersten beiden Bauteile sowie die Installation sind immer notwendig. Die Kosten unter den Punkten 3 bis 6 sind optional:

  • 1. Gasheizung im Einfamilienhaus 2500 bis 5000 Euro
  • 2. Brennwerttechnik und Schornsteinsanierung 1500 bis 2500 Euro
  • 3. ggf. Warmwasserspeicher 1000 bis 1500 Euro
  • 5. ggf. Rohre und Kleinteile ca. 150 Euro
  • 6. ggf. Hydraulischer Abgleich 850 Euro
  • 7. Installation 2000 bis 2500 Euro

Wer vorausschauend denkt und langfristig die Heizkosten senken will, kann eine Solarthermieanlage kombinieren. Als Alternative stehen andere Heizungsarten zur Auswahl, die zum Teil mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Eine Brennwertheizung ist genauso wie die Kombination mit einer Solarthermieanlage oder der Einbau einer Heizung mit erneuerbaren Energien förderfähig. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ist dafür Ansprechpartner.

Die laufenden Kosten einer Gasheizung

Für Mieter spielen die oben genannten Investitionskosten in den meisten Fällen keine Rolle. Für sie stellt sich die Frage, wie teuer die bezogene Kilowattstunde ist, die der gewählten Gasanbieter in Rechnung stellt. Der Gaspreis entscheidet darüber, wie hoch die laufenden Kosten sind. Im Moment bewegt sich der Gaspreis bei 5,82 Cent pro Kilowattstunde. Das sind pro 1000 kwH 58,20 Euro. Umgerechnet auf typische Haushaltsgrößen stellen sich die Kosten wie folgt dar:

  • 1. 50 m² Haushalt, durchschnittlich 5000 kWh pro Jahr = 291 Euro
  • 2. 100 m² Haushalt, durchschnittlich 12.000 kWh pro Jahr = 698,40 Euro
  • 3. 150 m² Haushalt, durchschnittlich 18.000 kWh pro Jahr = 1047,60 Euro

Die oben genannten Kosten sind Durchschnittskosten und das bedeutet, dass es immer Anbieter gibt, die günstigere Preise oder höhere Preise anbieten. Außerdem können sich Gaspreise ändern, was nicht immer zu Gunsten von Verbrauchern geschieht. Jeder Gaskunde sollten deshalb regelmäßig die Tarife unterschiedlicher Gasanbieter im kostenlosen Vergleich überprüfen. Die Chancen stehen gut, dass der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter die Haushaltskasse spürbar entlastet und damit den Preis für ein Grad Celsius nach unten drückt.

Jedes Grad zählt.

Preisbeispiel: Das kostet ein Grad Celsius

Um zu ermitteln, wie teuer ein Grad Celsius ist, spielen viele Faktoren eine Rolle. Nicht nur der Gaspreis hat Einfluss darauf, sondern unter anderem auch die Dämmung des Hauses, das zu heizende Raumvolumen, die Höhe der Decken, die verwendeten Heizkörper, die Einstellung der Heizung und die gewählte Raumtemperatur. Trotzdem soll ein vereinfachtes Muster-Rechenbeispiel zeigen, wie teuer ein Grad Celsius sein kann

Beispielfall 80-Quadratmeter-Wohnung

Die Gesamtheizkosten einer 80 m² Wohnung belaufen sich jährlich auf 500 € bei einem Gasverbrauch von 8500 kWh und einer Durchschnittstemperatur von 22 Grad Celsius in der Wohnung. Energie-Experten haben ermittelt, dass bei einer Raumtemperaturabsenkung von einem Grad Celsius rund 6 % Energie gespart werden. Bezogen auf unsere Beispiel Wohnung von 80 m² sind das 30 € für ein Grad Celsius (6 % von 500 €).

Selbstverständlich ist dieses stark vereinfachte Beispiel nur zur Orientierung gedacht. Schließlich werden nicht alle Räume rund ums Jahr gleich geheizt. Flure sind in der Regel kühler, Badezimmer in den Morgenstunden sehr warm, Küche und Wohnzimmer generell höher eingestellt als zum Beispiel das Schlafzimmer. An kalten Wintertagen wird viel mehr Energie verbraucht als ein weniger kalten Wintertagen. So kann es schon mal sein, dass an einem sehr kalten Tag zwischen fünf und zehn Euro Heizkosten zu stemmen sind. Gerade an diesen kalten Tagen ist es besonders energiesparend, nicht die gesamte Wohnung behaglich warm zu heizen. Auch sollte in der Nacht die Temperatur zwecks Energieeinsparung gesenkt werden.

Hinweis: Wird zusätzlich zur Gasheizung eine Solarthermieanlage genutzt, lassen sich die Heizkosten durchschnittlich um 20 % mindern.

Kurze Tippliste der wichtigsten Heizenergie-Spartipps

Während Hausbesitzer die Heizkosten durch Investitionen in die Heizungsanlage und die verwendete Technik stark beeinflussen können, bleibt Mietern nur die Möglichkeit, ihr Heizverhalten bewusst anzupassen, um Heizenergie zu sparen. Jeder Haushalt hat individuelle Schwächen und es gibt verschiedene Problempunkte, die sich zu überprüfen lohnen. Die folgende kurze Tippliste zeigt die häufigsten Aspekte, die den Heizenergieverbrauch nach oben treiben oder senken können.

  • 1. Undichte Türen und Fenster
    Zugige Türen und Fenster schlucken bis zu 20 % Heizenergie. Kunststoffdichtungen sollten regelmäßig erneuert werden. Zudem stellen Wohnungseingangstüren und die Tür zum Balkon oder Terrasse eine Kältebrücke dar, über die viel Wärme verloren geht. Eine schlichte Dichtungsbürste aus dem Baumarkt verringert den Wärmeverlust an diesen Stellen. Im Winter die Rollos zu schließen und Vorhänge vorzuziehen ist ebenfalls eine wirkungsvolle Energiesparmaßnahme.
  • 2. Stoßlüften statt Kipp lüften
    Verbrauchte Luft sollte täglich mehrfach durch vollständiges Öffnen der Fenster ausgetauscht werden. Ständiges gekippte Fenster sind wahre Energiefresser. Die Deutsche Energieagentur (dena) hat ermittelt, dass ein durchschnittlicher Vier-Personenhaushalt durch richtiges Lüften 260 € Heizkosten jährlich sparen kann.
  • 3. Thermostatventile richtig behandeln
    In einem Thermostat sitzt ein Temperaturfühler. Ist dieser verdeckt, kann die Heizung nicht korrekt arbeiten. Thermostatventile müssen stets frei sein. Auch müssen Heizkörper die Möglichkeit haben, ihre Wärme frei abzugeben. Das bedeutet, keine Schränke, keine Stühle und keine dicken Vorhänge sollten den Heizkörper bedecken. Außerdem empfiehlt sich die Anschaffung programmierbarer Thermostatventile, die eine Energieeinsparung von durchschnittlich 10 % ermöglichen. Die Ventile lassen sich so programmieren, dass die Heizung nur zu bestimmten Zeiten anspringt. Das verhindert, dass das vergessene Herunterregeln von Heizkörpern Energie verschwendet.

Es gibt noch zahlreiche Tipps, wie sich die Gaskosten für die Heizwärme senken lassen, zum Beispiel indem die Heizung ausgeschaltet und ein Kaminfeuer entfacht wird. Wer nicht über einen Kamin verfügt, kann sich zum Beispiel auf den Seiten des Umweltbundesamtes oder bei der dena über die weiteren Einsparmöglichkeiten informieren.

Bildquellen:
Aufmacherbild: Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay 
Artikelbild: tookapic auf Pixabay