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Umschuldungen lohnen sich häufig - trotzdem sollten Kreditnehmer vorher immer genau nachrechnen.

Kreditumschuldung: So lässt sich bares Geld sparen

Kredite laufen für gewöhnlich über mehrere Jahre. Gerade Darlehen über höhere Summen erstrecken sich gerne auf Laufzeiten von zehn Jahren und mehr. Das Problem ist, dass jeder Kredit zu den zum Abschlusszeitpunkt gültigen Konditionen abgeschlossen wird. Doch gerade in den letzten Jahren hat sich das Zinsniveau deutlich zugunsten des Kreditnehmers verändert. Ein alter Kredit kann somit heute umgeschuldet werden, was bares Geld spart. Doch was ist bei einer solchen Umschuldung zu beachten?

Umschuldung planen. Die Schritte

Vor jeder Umschuldung steht eine ausführliche Planung. Sie beinhaltet Vergleiche, die Sichtung der Verträge und die Auslotung der eigentlichen Möglichkeiten. Doch was heißt das? Ein Überblick:

1. Der Vergleich

Kreditkunden sollten zuerst den Markt sondieren und schauen, inwieweit es für sie günstige Angebote gibt, um den Kredit abzulösen. Längst gibt es auch im Internet Kredite mit dem reinen Verwendungszweck der Umschuldung. Nicht selten sind diese Kreditangebote günstiger als ein reiner Ratenkredit.

2. Günstigstes Angebot mit dem alten Darlehen vergleichen

Wurde ein günstiges Angebot gefunden, wird es mit dem aktuellen Kredit verglichen. Besonders wichtig ist die Ersparnis gegenüber des Altkredits. Zugleich muss darauf geachtet werden, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung bei der Umschuldung fällig wird. Die Ersparnis durch die Umschuldung muss die Kosten der Vorfälligkeitsentschädigung immer übersteigen. Ist dies der Fall, lässt sich der Kredit günstig umschulden.

3. Umschuldung starten

Stimmt die Rechnung, kann der neue Kredit nun aufgenommen werden. Bei reinen Umschuldungskrediten ist es im Regelfall so, dass das Geld überhaupt nicht an den Kreditnehmer ausgezahlt, sondern direkt an den Gläubiger des Altkredits überwiesen wird. Dies ist allerdings nur eine gängige Praxis und nicht die ausschließliche Lösung.

Wichtig ist, dass der neue Kredit immer als Umschuldungskredit geplant und auch aufgenommen wird. Viele Banken setzen die Zinsen nochmals hinab, wenn das Geld für eine Umschuldung gedacht ist. Zugleich erhöhen sich Kreditnehmer durch diese Bezeichnung die eigenen Chancen auf einen Kredit. Die neue Bank weiß, dass mit dem Geld ein Altkredit abgelöst wird, somit kann sie ältere Krediteinträge in der Schufa des Kunden ignorieren – diese werden durch die Umschuldung hinfällig.

Die Kosten der Umschuldung nicht vergessen

Wie bereits angedeutet, können durch eine Umschuldung Kosten entstehen. Eine Bank vergibt einen Kredit für einen festen Zeitraum. Früher war es höchst unüblich, neben wenigen Sondertilgungen auch eine kostenlose vorzeitige Ablöse anzubieten. Ob eine Ablöseforderung besteht, müssen Bankkunden grundsätzlich ihrem Kreditvertrag entnehmen oder bei der jeweiligen Bank erfragen. Jedoch darf die Entschädigung nicht frei bemessen werden:

  • Gesetz – der Gesetzgeber legt die Vorfälligkeitsentschädigung klar fest. Je nach Zeitpunkt der Ablöse fallen 0,5 bis 1 Prozent der Restsumme an, wobei häufig nur die entfallenden Zinskosten als Maßgabe genutzt. Würde der Kredit beispielsweise ein Jahr früher zurückgezahlt, so können die Sollzinsen ebenfalls berechnet werden.
  • Vertragsabhängig – mittlerweile ist es häufig so, dass Banken Kredite mit der Möglichkeit einer kostenfreien vorzeitigen Ablösung anbieten. Vor einer Umschuldung sollte gecheckt werden, was im kreditvertrag steht. Der Gesetzgeber gibt allein die maximalen Möglichkeiten vor.

Manchmal wird in dem Gespräch von der Bank selbst ein Angebot unterbreitet, welches eine Ablöse innerhalb des Hauses ermöglicht. Auch dieses Angebot sollte mit anderen Kreditmöglichkeiten verglichen werden. Gerade in Fällen, in denen die Ersparnis beinahe von der Vorfälligkeitsgebühr aufgezehrt wird, könnte diese Lösung günstig sein.

Welche Kredite lassen sich immer umschulden?

Mitunter sind nicht alle Kredite problemlos zur Umschuldung geeignet. Über kurz laufende Ratenkredite werden teilweise ausgeschlossen, wobei dies ein Kann, jedoch kein Muss ist. Die letzte Aussage wird immer durch den Kreditvertrag bestimmt. Dennoch kann es beispielsweise bei Immobilienkrediten eine Problematik geben, denn sie sind oft erst nach dem Ende der Zinsbindung ablösbar. Läuft die Zinsbindung aus, haben die Kunden hingegen immer die Option, nach einem günstigeren Angebot zu schauen. Eine Kreditart ist jedoch immer umschuldbar: der Dispokredit:

  • Ohne Laufzeit – der Dispo ist der einzige Kredit, der keinerlei Laufzeit besitzt. Somit kann er jederzeit abgelöst und umgeschuldet werden.
  • Keine Regelung – die Natur des Dispokredits ist, dass er mit jedem Geldeingang ganz oder teilweise zurückgezahlt wird. Regelungen existieren nicht.
  • Umschuldung – für die Umschuldung des Dispo gibt es längst gängige Ratenkredite, die mit eben diesem Verwendungszweck aufgenommen werden. Es wird eine Kredithöhe gewählt, die den genutzten Dispobetrag entspricht. Im Regelfall sollte die Kredithöhe immer angeglichen und ein wenig aufgestockt werden, sodass direkt ein finanzieller Puffer auf dem Konto geschaffen wird. Beispiel: Der Dispo wird in Höhe von 1.500 Euro genutzt. Der Kredit könnte nun über 2.000 Euro gehen.
  • Kosten – der Bankkunde spart automatisch durch die Ablöse des Dispos, da die meist deutlich höheren Dispozinsen entfallen. Bei durchschnittlichen Zinsen von fast 10 Prozent ist die Belastung durch den Ratenkredit im Regelfall wesentlich geringer.

Der Vorteil von einem abgelösten Dispositionskredit ist auch, dass der Überblick über das Konto wieder gewahrt ist. Vielen Menschen fällt es zudem leichter, jeden Monat eine feste Rate für den Ratenkredit zu entrichten, als die Disziplin aufzubringen, einen festen Betrag zurückzubehalten, um den Dispo nach und nach auszugleichen. Ein weiterer Vorteil ist die entfallende Problematik, dass die Gefahr der tatsächlichen Überziehung entfällt. Meist wird der Dispo immer weiter genutzt, sodass die Grenze schnell erreicht ist.

Eine Umschuldung kann sich lohnen - gerade beim Dispokredit lässt sich so viel Geld sparen.

Fazit – die Umschuldung lohnt sich

Sicherlich ist die Umschuldung, je nachdem, welcher Kredit abgelöst wird, mit ein wenig Aufwand verbunden. Doch gerade bei langjährigen Krediten kann sich der Aufwand durch die Zinsersparnis und die heutigen, verbesserten Konditionen lohnen. Viele moderne Kredite verzichten beispielsweise auf Ablösegebühren und sind jederzeit tilgbar. Wirklich einfach ist die Umschuldung, wenn der Dispokredit im Fokus steht. Da es hier keinerlei Regelungen und Fristen gibt, kann er mit einem einfachen Ratenkredit im Handumdrehen abgelöst werden.

Bildquelle:
Aufmacherbild: Recha Oktaviani/Unsplash.com
Textbild: Lena Balk/Unsplash.com