Samstag , 3. Dezember 2022
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Immobilien kaufen: Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Für die meisten Menschen in Deutschland bedeutet der Kauf einer Wohnimmobilie die Erfüllung eines langgehegten Traumes – sei es nun das schicke Einfamilienhaus am Rande einer Großstadt, der großzügige Hof auf dem Land oder auch die moderne Eigentumswohnung inmitten der pulsierenden Innenstadt. Doch bevor man sich um die Finanzierung und die eventuell benötigten Baukredite kümmern kann, stellt sich bereits schon vorab die Frage, wie teuer die Immobilie denn überhaupt sein darf, um die monatlichen Lebenshaltungskosten auch weiterhin ohne Probleme aufbringen zu können. Optimalerweise nutzt man dazu eine Kostenaufstellung und einen sogenannten Budgetplan – aber worauf sollte man dabei denn eigentlich genau achten? Und mit welchen Zusatz- respektive Nebenkosten muss der künftige Neueigentümer darüber hinaus noch rechnen?

Ein Haus zu kaufen oder auch zu bauen stellt wohl eine der größten Investitionen dar, die man in seinem Leben tätigen kann – was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass sich die meisten Menschen für die Erfüllung dieses Traumes über mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte hoch verschulden müssen. Um zu verhindern, dass es im Laufe der Zeit zu Problemen bei der Rückzahlung des Kredites kommt, sollte man sich optimalerweise schon im Vorfeld genau überlegen, wie viel Haus man sich tatsächlich leisten kann. Und hierbei sollte man unter allen Umständen ehrlich zu sich selber sein und keinesfalls Schönrechnerei betreiben. Stattdessen gilt es sich zu fragen, wie hoch zum Beispiel die monatliche finanzielle Belastung durch die Immobilienfinanzierung maximal sein darf?

Mit welchen Darlehens- beziehungsweise Zinsraten muss man voraussichtlich rechnen? Und inwiefern wirkt sich der Eigenkapitalanteil auf die gesamte Baufinanzierung aus? Gut zu wissen: Wenn die errechnete Darlehensrate in etwa so hoch ist wie die bisherige Miete, sollte die Rückzahlung der Immobilienfinanzierung in der Regel ohne allzu große Probleme funktionieren. Allerdings gilt es darüber hinaus noch einige weitere Faktoren zu bedenken, wie beispielsweise die anfallenden Nebenkosten und die dringende Notwendigkeit einer finanziellen Rücklage – falls die Waschmaschine kaputt geht, das Auto repariert oder gar das komplette Dach neu gedeckt werden muss.

Immobilien kaufen: Mit welchen Kosten muss man bei einem Hauskauf grundsätzlich rechnen?

Wer Immobilien kaufen möchte, muss neben den monatlichen Darlehensraten auch für eventuelle Renovierungs-, Instandhaltungs- und Sanierungskosten aufkommen, die Gebühren für den Notar und den Makler übernehmen und ebenso die Kosten für den Eintrag in das Grundbuch sowie die Grunderwerbsteuer bezahlen. Und da all diese Kostenfaktoren im Normalfall nicht durch die eigentliche Immobilienfinanzierung abgedeckt werden, muss der Käufer sämtliche Nebenkosten entweder aus dem Eigenkapitalanteil aufbringen oder einen weiteren Kredit bei der Bank aufnehmen – wodurch sich allerdings auch die monatlichen Zahlungsverpflichtungen zum Teil deutlich erhöhen.

Darüber hinaus sollte man bedenken, dass direkt nach dem Kauf der Immobilie diverse laufende Kosten anfallen. Dazu gehören unter anderem die Grundsteuer, die Gebühren für die Müllabfuhr und die Straßenreinigung, Strom-, Wasser- und Heizkosten, das sogenannte Hausgeld (falls es sich um eine Eigentumswohnung handeln sollte) sowie die erforderlichen Gebäudeversicherungen. All diese Nebenkosten können – wenn man sie unterschätzt – die gesamte Planung schnell über den Haufen werfen. Wer stattdessen lieber auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die Darlehensraten der Baufinanzierung so kalkulieren, dass jeden Monat ein ausreichend großes finanzielles Polster übrig bleibt, um davon die Lebenshaltungs- und sämtliche Nebenkosten ohne Probleme bezahlen zu können.

Und wie kann man sich einen Überblick über das verfügbare Budget verschaffen?

Um die persönlichen Lebenshaltungskosten auch während der sogenannten Rückzahlungsphase des Kredites decken und das geplante finanzielle Polster für ungeplante Ausgaben einhalten zu können, sollte die Belastung durch den Kredit maximal 40 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens ausmachen. Das bringt zum einen den Vorteil, dass unvorhersehbare Ausgaben nicht die gesamte Immobilienfinanzierung in Gefahr bringen. Zum anderen vergeben die Banken deutlich eher ein Darlehen, wenn sichergestellt werden kann, dass der Kreditnehmer über ausreichend hohe Rücklagen verfügt und die monatlichen Raten dementsprechend ohne Probleme aufbringen kann. Um sich einen Überblick über die laufenden Kosten zu verschaffen, empfiehlt sich übrigens die Führung eines sogenannten Haushaltsbuches.

Abschließend sei noch gesagt, dass man sich in jedem Fall ausreichend Zeit nehmen sollte, um sich einen Überblick über das eigene Budget zu verschaffen und die verschiedenen Angebote der Kreditinstitute in Ruhe miteinander vergleichen zu können. Das angesprochene Haushaltsbuch kann zudem Auskunft über die laufenden Kosten geben, sodass die Höhe der Darlehensrate daran angepasst werden kann. Wenn nach dem Abzug sämtlicher Kostenpunkte ausreichend Geld übrig bleibt, steht einer erfolgreichen Baufinanzierung grundsätzlich nichts mehr im Wege. Wer sich jedoch komplett ohne Eigenkapital (Gut zu wissen: Der Eigenkapitalanteil sollte mindestens 20 oder optimalerweise 30 Prozent der gesamten Kaufsumme ausmachen) für eine Immobilienfinanzierung entscheidet, muss jedoch unter Umständen damit rechnen, dass der Traum von den eigenen vier Wänden auch weiterhin nur ein Traum bleibt.

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