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ENERGIEKRISE IN DEUTSCHLAND: URSACHEN UND CHANCEN FÜR VERBRAUCHER

Die Preise für Strom, Gas, Öl und Energie allgemein sind ohne Unterlass am Ansteigen. Ein Ende ist aktuell noch nicht in Sicht. Unter den hohen Preisen leiden sowohl Unternehmen als auch Verbraucher. Vor allem letztere müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Laut Angaben des statistischen Bundesamts sind beispielsweise die Preise für Heizöl im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 75 Prozent angestiegen. Die Kosten für andere Energien steigen ebenfalls, wenngleich nicht so stark, wie etwa beim Heizöl. Wir haben uns einmal angeschaut, was die Ursachen dieser aktuellen Energiekrise sind und was Verbraucher dagegen tun können.

Das sind die Gründe für die Erhöhungen der Preise

Es ist nicht die erste Energiekrise, mit der sich Deutschland und andere Länder konfrontiert sehen. Werfen wir zunächst aber einen Blick nach Deutschland. Grundsätzlich lässt sich wohl festhalten, dass die aktuelle Krise wohl mehrere Ursachen hat.

Ein Grund hierfür ist, dass Deutschland mit deutlich weniger Gasreserven in den Winter geht als noch in den vergangenen Jahren. Verantwortlich hierfür ist der kalte und sehr lange Winter im Jahr 2020. Durch ihn wurde mehr geheizt, was dafür sorgte, dass die Energiespeicher deutlich mehr gelehrt wurden als in der Vergangenheit.

Ein weiterer Faktor, der hier mitspielt, ist natürlich die Corona-Pandemie. Während des Lockdowns ist der Bedarf für Strom und Energie allgemein gesunken, weil viele Unternehmen ihre Produktionen runterfahren mussten. Manche stoppten ihren Betrieb sogar komplett. Die Folge: Es wurde weniger Strom und Gas gespeichert. Also wurden die leeren Speicher für die aktuelle Winterzeit nicht aufgefüllt.

Nun konnten sich die Unternehmen wirtschaftlich doch schnell erholen, sogar schneller als erwartet. Die Betriebe nahmen ihre Arbeit wieder auf und hierfür wurde natürlich Energie benötigt, also stieg die Nachfrage und die Energiespeicher wurden folglich immer leerer. Aufgrund der erhöhten Nachfrage gibt es dann einen Preisanstieg.

Steigende CO2 Steuer spielt ebenfalls eine Rolle

Im Januar 2021 wurde die CO2 Steuer erhöht, beziehungsweise in manchen Bereichen erst eingeführt. Diese Maßnahme ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung. Das bedeutet, dass Benzin, Diesel, Gas und Öl teurer werden, da bei deren Verbrennung das klimaschädliche Gas Kohlendioxid ausgestoßen wird.

Mit einer Erhöhung der Steuer will die Bundesregierung den Ausstoß verringern. Die Erhöhung dieser Steuer schlägt sich jedoch in sämtlichen Energiepreisen nieder.

Etwa ein Drittel des Stroms in Europa wird durch die Verbrennung von Gas hergestellt. CO2 wird dabei ausgestoßen, also greift die Steuer und verteuert das Gas. Wird jedoch das Gas teurer, wirkt sich das wiederum auf den Preis des Stroms aus.

Inbetriebnahme Nord Stream 2

Die russische Gas-Pipeline, die Deutschland mitversorgen soll, steht bereits seit den Planungen in der Kritik und es gibt aktuell noch viele Diskussionen. Allerdings könnte die Inbetriebnahme dafür sorgen, die aktuelle Energiekrise etwas abzumildern. Durch die Pipeline könnten die Gasspeicher wieder schneller aufgefüllt werden, um die aktuelle Nachfrage zu decken.

Allerdings ist die Inbetriebnahme noch ungewiss. Zudem ist die Pipeline aus geopolitischen Gründen hoch umstritten, unter anderem weil Russland die Ukraine als wichtiges Transitland schwächt.

Deutschland leidet nicht als einziges Land

Auch viele Nachbarländer Deutschlands bekommen die aktuelle Energiekrise zu spüren. Vor allem in den Niederlanden sind die Energiepreise in eine astronomische Höhe gestiegen. Diese Auswirkungen könnten wir in Deutschland zu spüren bekommen, wenn beispielsweise niederländische Gewächshäuser weniger oder kein Gemüse mehr für Deutschland produzieren können.

Wie können Verbraucher steigenden Preisen entgegenwirken?
Verbraucher können zunächst das Steigen der Preise nur wenig beeinflussen. Um Geld einzusparen ist es wichtig, dass sie regelmäßig ihre Energieanbieter überprüfen und sich auf dem Markt nach den günstigsten Preisen umsehen.

Hierbei kann das Durchführen von Strom- und Gaspreisvergleichen helfen. Denn dabei bieten nicht nur günstigere Tarife attraktive Ersparnisse, sondern auch attraktive Boni, die bei einem Anbieterwechsel angeboten werden. Daher sollte man dringend Stromtarife vergleichen und regelmäßig einen Gasanbieter Vergleich vornehmen, um den preiswertesten Tarif zu finden.

Wer aktuell keinen Wechsel anstrebt, kann seine Kosten senken, in dem er Strom und Gas einspart. Ein geringerer Verbrauch ist günstiger. Zudem wird die Umwelt hierdurch geschont. Zum Sparen von Strom findet man im Netz hilfreiche Tipps, genauso wie für das Einsparen von Gas.

Erneuerbare Energien können ebenfalls eine Möglichkeit sein, um auf lange Sicht Kosten zu sparen und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes zu tun. Erneuerbare Energien werden nicht durch Verbrennung erzeugt und sorgen somit nicht für den Ausstoß von CO2. Somit wird keine Steuer fällig.

Hausbesitzer können sich mit der Nutzung erneuerbarer Energien ein stückweit unabhängig von den aktuellen Marktpreisen machen. Das geht beispielsweise mit Solarenergie. Wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach installiert hat, kann seine eigene Energie produzieren. In vielen Bundesländern in Deutschland ist eine Solaranlage bei einem Neubau Pflicht.

Der Umstieg von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe kann ebenfalls helfen, unabhängiger vom aktuellen Energiemarkt zu werden. Der Vorteil bei einer Wärmepumpe ist, dass ein großer Teil der Wärme zum Heizen aus der Erde, dem Grundwasser oder der Luft gezogen wird. Bis zu 75 Prozent des Bedarfs können damit gedeckt werden.

Zwar hat die aktuelle Energiekrise Deutschland und ganz Europa fest im Griff. Dennoch können Verbraucher auf verschiedenen Wegen etwas gegen die steigenden Energiepreise tun.

Bildquelle:
Unsplash.com, © Neven Krcmarek