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Auszug von Zuhause: Bezahlbar für Schweizer Studenten?

Adieu von Hotel Mama möchten vielleicht einige sagen, aber leisten können sie es sich nicht

Sie müssen kein Mathematikstudium absolviert haben bzw. anstreben, um sich auszurechnen, wie viel Geld Sie während eines Studiums brauchen. Und als nächstes schließt sich dann gleich die Frage an, woher das Geld denn überhaupt kommen soll. Für einen solchen Schritt gibt es eine ganze Menge zu berücksichtigen, auf das wir Sie gerne in unserem Beitrag aufmerksam machen wollen. 

Es scheint kaum verwunderlich, dass das Alter, indem junge Menschen von Zuhause ausziehen, immer weiter steigt. Zwischen 1990 und 2000 waren die Auszieher noch rund 21 Jahre alt, während sie zwischen 2010 und 2020 schon 25 Jahre waren. Aber warum ist das so?

Warum bleiben so viele Studenten lieber Zuhause wohnen?

Die Gründe für einen Langzeitaufenthalt im Hotel Mama sind sehr vielfältig:

  • Man möchte das liebevolle Familienleben nicht missen.
  • Man ist bequem und hat keine Lust, sich um Kochen und Waschen kümmern zu müssen.
  • Die Uni liegt sehr günstig und nah zur elterlichen Wohnung.
  • Die Immobilienpreise in der Schweiz sind einfach viel zu hoch und man kann sich schlichtweg keine eigene Wohnung leisten.
  • Man hat ein schlechtes Gewissen, weil man die Eltern (oder einen allein lebenden Elternteil) nicht alleine lassen möchte.

Übrigens: Statistische Daten weisen darauf hin, dass es weniger die Bequemlichkeit, als vielmehr finanzielle Gründe zu sein scheinen, warum Kinder Zuhause wohnen bleiben. Bei einkommensschwachen Familien bleiben die Kinder in der Regel nämlich länger Zuhause, als bei finanziell besser stehenden.

Sollte man da als Eltern eigentlich ein wenig nachhelfen?

Wenn der Nachwuchs einfach nicht aus dem Haus will, stellt sich die Frage, ob man da nicht ein wenig nachhelfen sollte. Immerhin ergeben sich vollkommen neue Situationen des täglichen Zusammenlebens. Mit einem liebevollen “Tritt in den Allerwertesten” hilft man schließlich auch dem (erwachsenen) Kind, auf eigenen Beinen zu stehen und selbständig zu werden. 

Bleibt das Kind zuhause, werden ihm zu viele Dinge nach wie vor von Mama und Papa abgenommen. Will man ein Kind haben, das später einmal voll im Leben steht und weiß, was es will, tut man dem Kind im Grunde einen großen Gefallen, wenn man ihn mehr oder weniger (liebevoll) hinauswirft.

Tipps für Eltern 

Fühlen Sie sich nicht schlecht dabei, wenn Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter auffordern, sich doch besser eine eigene Wohnung zu suchen. Immerhin machen Sie das schließlich mit den allerbesten Intentionen. Ganz besonders dann, wenn es immer wieder zu Konflikten kommt, zeigen Sie dem Nachwuchs auf diese Weise außerdem, dass alles im Leben auch Folgen hat. 

Insbesondere Mütter tun sich aber manchmal schwer, loszulassen. Auch sie müssen lernen, mit der neuen Situation umzugehen und ihr “Baby” in die große weite Welt zu entlassen. Das Kind immer weiter noch zu behüten, ist definitiv keine dauerhafte Lösung.

Tipps für erwachsene Kinder

Von Zuhause auszuziehen ist ein wirklich großer Schritt, der mit vielen Annehmlichkeiten, aber auch mit vielen neuen Verpflichtungen verbunden ist. Erst dann merkt man nämlich, um was sich die Eltern sonst immer gekümmert haben - vom Putzen und Waschen bis hin zum Organisieren des gesamten Haushalts inkl. Versicherungen, Verhandlungen mit dem Vermieter und vieles mehr. 

Die meisten jedoch, wollen das Gefühl der Unabhängigkeit und Selbstständigkeit gegen nichts mehr eintauschen und sind gerne bereit, dafür auch die Lasten zu tragen - immerhin machen diese einen auch stärker und sicherer für das vor einem liegende Leben.

Studienzeiten sind kompakter geworden

Was man bei allen Überlegungen jedoch nicht vergessen darf, ist die Tatsache, dass die Studiengänge heutzutage viel straffer sind als früher. In möglichst kurzer Zeit will man seinen Abschluss machen. Dafür muss man selbstverständlich auch eine Menge tun - und das benötigt Zeit. Zeit, die man nicht für das nebenbei arbeiten gehen zur Verfügung hat. 

Woher soll also das Geld für die Miete und den Lebensunterhalt kommen? Nutzt man das Kostentool von RealAdvisor kann man sich schon einmal eine Vorstellung davon machen, wie hoch die qm-Preise in einem bestimmten Gebiet sind und dann eine fundierte Entscheidung treffen. 

Mit welchen Kostenfaktoren muss ein Student rechnen?

Im Grunde setzen sich die Kosten des studentischen Lebens aus drei großen Bereichen zusammen:

Miete

Einer der größten Kostenfaktoren ist sicherlich die Miete. Das alte Zimmer ist kostenlos, eine Wohnung kann schnell 800 Franken und mehr kosten. Immerhin sind alle wichtigen Universitäten in den (teuren) Städten. Um sich ein Bild der Immobilienpreise in einer bestimmten Stadt zu machen, kann man online nachschauen. Danach muss man dann entscheiden, ob es irgendwie machbar ist oder ob es noch eine Weile dauert, bis man auf eigenen Füssen stehen wird. 

Lebensunterhalt

Nimmt man die Kosten für Essen, Leben und Wohnen zusammen, sollten Sie in der Schweiz mit rund CHF 1’600.- bis CHF 2’500.- pro Monat rechnen. Zürich und Genf sind hierbei eher am oberen Ende, Bern und Basel am unteren. 

Essen

Für Essen alleine muss man mindestens CHF 500.- im Monat rechnen. Wenn man sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegt muss man hierfür kein extra Budget einplanen. Nutzt man hingegen täglich Busse und Bahnen, kommen dafür schnell bis zu CHF 100.- oder sogar mehr zusammen. 

Erstausstattung

Zieht man in die erste eigene Wohnung kommen am Anfang natürlich auch noch die ganzen Anschaffungen dazu. Zumindest um eine gewisse Grundausstattung an Möbeln wie Bett, Schreibtisch, Sofa und Kleiderschrank und die unzähligen Küchenutensilien kommt man nicht umhin. Das kann schnell mit einigen Tausend Franken zu Buche schlagen. 

Studiengebühren

Die eigentlichen Studiengebühren sind, wenn Sie sich nicht gerade für eine exklusive Privatuniversität entscheiden, eher preiswert. Ein Jahr an einer öffentlichen Uni kosten rund CHF 200.- bis CHF 3’500. Private Lehranstalten können hingegen bis zu CHF 50’000 im Jahr kosten. 

In der Summe aller Kosten kommt da ein ganz schönes Sümmchen zusammen. Viele arbeiten fast die Hälfte des Monats nur für die Miete. Vielfach geht es ohne die finanzielle Hilfe der Eltern zunächst gar nicht. 

Fazit

Für einige ist es der große Traum, endlich von Zuhause ausziehen zu können. Der Beginn eines Studiums ist dafür ein perfekter Zeitpunkt - insbesondere dann, wenn der gewünschte Studiengang in einer anderen Stadt angeboten wird. 

Um sich einen Überblick der Mietpreise zu machen, kann man entsprechende Online Tools nutzen. Natürlich kommen neben der Miete noch weitere Kostenfaktoren hinzu. In aller Regel muss man sich dann als Student eine Beschäftigung suchen, was aber bei einem eher kompakten Studium zeitlich und organisatorisch gar nicht so einfach ist. 

Eltern und auch erwachsene Kinder werden einen Auszug in den allermeisten Fällen jedoch als etwas sehr Positives wahrnehmen. Für die Heranwachsenden ist es zumindest ein erster sehr wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit und Selbstständigkeit.