Das Mietverhältnis – 5 Rechte, die Mieter kennen sollten

Deutschland ist ein Land der Mieter. Insgesamt wohnen 57 Prozent aller Deutschen zur Miete. Bei Singlehaushalten sind es sogar fast 75 Prozent. Viele wissen nicht über ihre Rechte Bescheid.

Die wichtigsten Rechte als Mieter

Da Mieter in einem Vertrag die schwächere Partei sind, ähnlich wie Arbeitnehmer in einem Arbeitsvertrag, schützt sie der Gesetzgeber, indem er sie mit umfangreichen Rechten ausstattet. Zu den wichtigsten gehören unter anderem:

  1. Als Mieter müssen Sie keine Maklerprovision bezahlen. Den Makler bezahlt derjenige, der ihn bestellt hat. Das ist normalerweise der Vermieter. Weiterhin haben Mieter das Recht, die Mietkaution in Raten zu zahlen. Die Höchstgrenze der Mietkaution ist auf 3 Monats-Kaltmieten begrenzt. Die Mietkaution darf in 3 gleichen Raten bezahlt werden. Vorausgesetzt das Mietkonto ist ausgeglichen und es werden keine Mängel festgestellt, muss der Vermieter beim Auszug die Mietkaution innerhalb von 6 Monaten zurückzahlen.
  2. Der Mieter hat das Hausrecht in der Wohnung. Das bedeutet, der Vermieter darf die Wohnung nur nach vorheriger Anmeldung und mit Ihrem Einverständnis betreten.
  3. Der Mieter hat das Recht, jederzeit Besuch zu empfangen. Der Vermieter darf ihm nicht vorschreiben, wer wann kommt und ob der Besucher übernachtet oder nicht. Allerdings müssen sich die Besucher an die Hausordnung halten und dürfen beispielsweise die Nachtruhe nicht stören.
  4. Recht auf Home Office: Der Mieter darf in seiner Wohnung im Home Office arbeiten. Die Tätigkeit darf aber die Nachbarn nicht stören. Schreibarbeiten und normale Heimarbeit sind zum Beispiel zulässig.
  5. Recht zur Minderung der Miete bei Mietmängeln: Liegt ein schwerwiegender Mietmangel vor, haben Sie das Recht, den Vermieter zur Beseitigung des Mietmangels aufzufordern und dafür eine angemessene Frist zu setzen. Kommt der Vermieter der Aufforderung nicht nach, dürfen Sie die Miete kürzen.

Darüber hinaus haben Sie als Mieter noch eine Reihe weiterer Rechte. Beispielsweise dürfen Ehegatten, Lebensgefährten und Kinder (auch Adoptivkinder) auch ohne Zustimmung des Vermieters in die Wohnung einziehen.

Lesen: Wohnraummangel in Lüneburg

Was tun, um seine Rechte durchzusetzen?

Zunächst einmal müssen Sie Ihre Rechte kennen. Dazu sollten Sie den Mieterschutzbund in Betracht ziehen.

Der Mieterschutzbund ist eine Organisation, die sich für die Belange der Mieter einsetzt. Zweigstellen gibt es in jeder größeren Stadt. Bevor Sie irgendetwas in Ihrer Angelegenheit unternehmen, lassen Sie sich erst einmal beraten.

Die Mitarbeiter des MSB kennen das Mietrecht genau und wissen, ob und was Sie unternehmen können.

Eine kostenpflichtige Beratung wird auch für Nicht-Mitglieder angeboten. Alternativ können Sie auch eine Rechtsschutzversicherung abschließen.

Die Rechtsschutzversicherung bietet Ihnen Rechtsberatung durch einen Anwalt und übernimmt die Gerichtskosten.

Der Versicherungstarif kann aus verschiedenen Bausteinen individuell zusammengestellt werden. Für Streitfälle in Mietfragen müssen Sie das Modul "Wohnungsrechtsschutz" abschließen.

Dabei müssen Sie aber beachten, dass die meisten Rechtsschutzversicherungen beim Wohnungsrechtsschutz eine Wartezeit von 3 Monaten vorsehen.

Das bedeutet, für Streitfälle, deren Ursache vor Ablauf der Wartezeit liegt, werden die Kosten nicht übernommen.

Kooperation ist besser als Konfrontation

Auch wenn Sie in einer Angelegenheit im Recht sind, sollten Sie den Vermieter nicht in einem erregten Zustand damit konfrontieren. Suchen Sie stattdessen das Gespräch und legen Sie das Problem dar.

Viele Probleme lassen sich durch ein sachliches Gespräch klären. Nicht jeder Vermieter ist ein Experte im Mietrecht oder ein Mensch, der nur darauf aus ist, seinen Mietern das Leben schwer zu machen.

Oft stecken hinter einem Problem einfach Unkenntnis der gesetzlichen Lage oder ein Irrtum. Nur wenn der Vermieter ein Gespräch ablehnt oder Ihre Forderungen kategorisch ablehnt, sollten Sie weitergehende Maßnahmen treffen.

Dabei ist es jedoch dringend angeraten, dass Sie sich mit dem Mieterschutzbund oder Ihrem Anwalt beraten, damit die Maßnahmen auf Sie keine negativen Auswirkungen haben.

Beispielsweise können Sie eine Mietminderung nicht willkürlich durchführen. Es gibt Richtlinien, was zu tun ist und um wie viel Prozent die Miete bei welchem Mangel gemindert werden darf.

Auch interessant: Die erste eigene Wohnung - Worauf musst du achten?

Fazit

Als Mieter haben Sie viele Rechte. Die nutzen Ihnen aber nur, wenn Sie Ihnen bekannt sind. Infos und Ratschläge über die Vorgehensweise erhalten Sie von der örtlichen Zweigstelle des Mieterschutzbundes. Alternativ können Sie auch eine Rechtsschutzversicherung mit dem Tarifbaustein Wohnrechtsschutz abschließen

Titelbild: © iStock - AndrejPopov