Montag , 5. Dezember 2022
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Erneuerbare Energien – wann lohnt sich die Wärmepumpe wirklich?

Die Energiekosten steigen immer weiter an, Stand 2022 sind die Kosten für Gas und Heizöl so hoch wie lange nicht mehr. Gleichzeitig herrscht der Wunsch vor, klimaneutraler zu leben. Diese Möglichkeit wird durch erneuerbare Energien gegeben, aber nicht überall können sie eingesetzt werden. Während eine Wärmepumpe im Altbau oft zu höheren Kosten führt, sofern eine gute Dämmung noch nachträglich mit angepasst werden muss, kann sie im Neubau direkt das beste Mittel der Wahl sein.

Wie funktioniert die Wärmepumpe als Alternative?

Beinahe täglich gibt es neue Nachrichten zur Energiekrise in Deutschland und auch schon zuvor sind die Kosten immer weiter gestiegen. Kein Wunder also, dass Alternativen wie die Wärmepumpe nicht nur in Deutschland immer beliebter werden. Aber wie funktioniert diese Option eigentlich genau?
 
Wärmepumpen erinnern in ihrer Funktion an einen umgedrehten Kühlschrank. Sie entnehmen der Umgebung Wärme und verteilen diese dann direkt an den Heizkörper. Dabei muss zwischen vier unterschiedlichen Energieträgern unterschieden werden:

  •  Die Luft-Wasser-Wärmepumpe
  •  Die Luft-Luft-Wärmepumpe
  •  Die Sole-Wasser-Wärmepumpe
  •  Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Nicht für jedes Gebäude sind alle Arten von Wärmepumpen geeignet. Es gibt außerdem Varianten, für die Bohrungen ins Erdreich erforderlich sind. Diese können nur umgesetzt werden, wenn die Behörden ihre Genehmigung erteilen.

Kriterien für die Installation einer Wärmepumpe

Ob sich eine Wärmepumpe wirtschaftlich rentiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine gute Voraussetzung ist, wenn eine geringe Vorlauftemperatur benötigt wird. Zudem müssen die Heizkörper korrekt dimensioniert werden. Eine kleine Heizung benötigt höhere Grundtemperaturen, damit sie den ganzen Raum beheizen kann. Eine Wärmepumpe kann allerdings maximal Vorlauftemperaturen von 50 ° C realisieren. Als gute Möglichkeit haben sich Flächenheizungen für die Wand oder Fußbodenheizungen bewährt. Sie können die Wärme flächendeckend abgeben und benötigen so weniger Vorlauftemperatur.

Zudem ist eine ausreichende Dämmung im Haus erforderlich. Sehr gut geeignet sind Passivhäuser und Energiesparhäuser, die über eine perfekte Wärmedämmung verfügen. Der Vorteil ist in diesem Fall, dass die Wärmepumpe sehr effizient Energie produziert. Zwar ist für die Nutzung der Wärmepumpe auch Strom notwendig, jedoch benötigt man keine ressourcenschwachen Heizmittel wie Gas mehr und ist somit auch nicht von einer potentiellen Gasknappheit betroffen.

Es kann rentabel sein, bei einem Neubau nicht an der Dämmung zu sparen. Hierzu gehören vor allem die Dämmung des Obergeschosses und die richtige Auswahl der Fenster und Eingangstüren. In einem Altbau hingegen ist die Dämmung in der Regel nicht ideal und muss nachträglich nachgebessert werden. Ergreift man diese zusätzlichen Maßnahmen, so kann sich auch hier eine Wärmepumpe als Heizsystem lohnen.
 

Wärmepumpen benötigen Platz – dieser muss vorhanden sein

Die Installation der Wärmepumpe geht nicht nur mit Kosten einher, sondern auch mit einem größeren Platzbedarf. Wasser-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen benötigen außerdem eine Fläche auf dem Grundstück, welches für Bohrungen geeignet ist. Bei einer Luft-Wärmepumpe müssen innen und außen Split-Geräte positioniert werden. Bei der Installation von Außengeräten muss bedacht werden, dass eine freie Fläche zu den Hauswänden und zur vorhandenen Terrasse eingehalten werden muss. Die freie Luftzufuhr ist nötig, damit die Wärmepumpe optimal arbeiten kann.
 

Vor- und Nachteile der einzelnen Wärmepumpen im Check

Der Absatz an Wärmepumpen steigt kontinuierlich. Wenn die Entscheidung für die Installation gefallen ist, dreht sich alles um die Frage, welche Art am besten für die eigenen Bedürfnisse geeignet ist. Jede einzelne Variante hat ihre Vor- und Nachteile, nicht immer sind die Geräte aber unter den individuell gegebenen Voraussetzungen realisierbar!

Die Luft-Wärmepumpe ist einfach hinsichtlich der Montage und erfordert keine Genehmigung zum Bohren. Die Anschaffungskosten sind dabei in der Regel niedriger als bei den anderen Varianten. Voraussetzung ist ein gut gedämmtes Gebäude, dessen Gesamtfläche nicht zu hoch liegen darf. In kalten Wintermonaten kann eine Hybridheizung erforderlich werden, da die Leistung nicht ausreicht.
 
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist deutlich effizienter, lohnt sich aber erst bei einem großen Gebäude. Es müssen Erschließungsarbeiten durchgeführt werden und die Gesamtkosten können daher schnell höher werden. Jede Bohrung braucht eine Genehmigung und setzt Platz voraus. Nicht überall können Wasser-Wasser-Wärmepumpen installiert werden

Alternative Hybridheizung – intakte Heizungsanlage nicht entsorgen

Sofern die Heizungsanlage noch intakt ist, muss sie nicht zwingend entsorgt werden. Insbesondere bei einer Luft-Luft-Wärmepumpe kann es sich lohnen, auf eine Hybridheizung auszuweichen. Die konventionelle Heizung kann im Winter zusätzlich genutzt werden, falls Bedarf vorhanden ist. Für die Übergangsjahreszeiten reicht die Wärmepumpe fast immer vollständig aus. Sollte es zu Preisschwankungen und steigenden Gaspreisen kommen, fängt die Wärmepumpe die Kosten auf.
 
Zu beachten ist außerdem, dass nicht nur Wärmepumpen, sondern auch Hybridheizungen staatlich gefördert werden können. Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) sowie die KfW sind die richtigen Ansprechpartner.

Fazit: In welchen Häusern lohnt sich die Wärmepumpe wirklich?

Die Wärmepumpe geht mit erhöhten Anschaffungskosten einher, allerdings amortisieren sie sich innerhalb weniger Jahre. Die Voraussetzungen für einen effizienten Einsatz müssen jedoch gegeben sein. Eine Flächenheizung ist ebenso erforderlich wie eine gute Gebäudedämmung. Im durchschnittlichen Einfamilienhaus mit einer maximalen Größe von 100 bis 150 m² ist die Luft-Wärmepumpe die beste Wahl. Aber auch in größeren Gebäuden, die einen höheren Wärmebedarf haben, kann eine Wärmepumpe genutzt werden. Das kann in Form einer hybriden Heizlösung passieren oder im Fall der alleinigen Wärmepumpe-Nutzung am besten in Form von Erdwärme.

Bezüglich möglicher Förderungen lohnt es sich, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. So erfahren Hausbauer und Energiesparer exakt, welche Kosten sie durch einen KfW-Kredit oder eine Bundesfinanzierung sparen können.

Bildquelle:
Pixabay/HarmvdB