Samstag , 18. September 2021

Quereinsteiger – welche Chancen haben Berufstätige nach einem Branchenwechsel?

Der Traumjob unseres 17-jährigen Ichs ist im späteren Berufsleben nicht unbedingt die wahre Erfüllung. Immer mehr Berufstätige wechseln im Laufe ihrer Beschäftigungszeit den Beruf. Eine zweite Ausbildung, ein späteres Studium oder der Wechsel in einen komplett anderen Berufszweig sind keine Seltenheit. Doch welche Chancen haben Quereinsteiger? Lohnt sich der Sprung in unbekannte Gewässer auch in späteren Jahren und in welchen Branchen sind ungelernte Kräfte willkommen?

Der Wunsch nach einer neuen Herausforderung kann viele Gründe haben. Manchmal ist der Job zwar der richtige, die Umgebung dagegen nicht. Der Chef ist ein Choleriker, die Kollegen nerven und Aufstiegschancen sind praktisch nicht existent? Dann ist es an der Zeit für einen Arbeitgeberwechsel innerhalb derselben Branche. Anders liegt der Fall, wenn Menschen im Job bleiben, weil das Betriebsklima so gut, der Chef in Ordnung oder das Gehalt überdurchschnittlich ist – die Arbeit dagegen keine Erfüllung mehr bringt oder sogar fürchterlich nervt. Dieses Szenario ist gar nicht so selten – die Zahl der Arbeitnehmer, die einen gut bezahlten und sicheren Job zugunsten etwas völlig Neuem aufgeben, nimmt zu.

Wer finanzielle Sicherheit gegen Leidenschaft und Spaß am Job eintauschen möchte, sollte sich im Vorfeld intensiv mit den Möglichkeiten auseinandersetzten und erst dann den Sprung in eine neue Zukunft wagen. Burn-out und Depressionen gehen Hand in Hand mit einem unbefriedigten Tagesablauf oder einem Beruf, den wir nur widerwillig ausführen. Gesundheit und Lebensfreude sind wichtig, daher sollten wir nicht unüberlegt wechseln, sondern zunächst unsere Chancen suchen und in Fortbildung oder Praktika investieren. Quereinsteiger sind bei Arbeitgebern so begehrt, weil sie sich bewusst für einen neuen Weg entschieden haben und Engagement und Lernbereitschaft mitbringen.

Nicht jede Branche ist für Quereinsteiger gleichermaßen geeignet. Medizinische Berufe z. B. setzen einen Studienabschluss, einen Doktortitel oder eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung voraus. In vielen Branchen sind Seiteneinsteiger herzlich willkommen. Zu diesen Berufsfeldern zählen unter anderem Marketing, IT, Medien, Lehrer, E-Commerce oder Berater. In der IT-Branche wird Nachwuchs dringend gesucht, die Aufgabenfelder sind äußerst umfangreich und setzen verschiedenste Kenntnisse voraus. Nicht für jeden Bereich ist eine lange Ausbildung vonnöten, im Gegenteil. Der Umgang mit moderner Technik ist ein Pluspunkt; Menschen, die digital am Ball bleiben und autodidaktisch lernen, sind begehrte Kandidaten für einen Job im Informatiksektor.

Ein Blick auf it-jobs.de lohnt sich nicht nur für Fachkräfte, sondern auch für Neulinge, die Interesse und Leidenschaft für digitale Jobs mitbringen. Kreative Berufe sind in den seltensten Fällen an ein Zertifikat gebunden, auch wenn das Handwerkszeug im Studium oder in der Ausbildung vermittelt wird. Fantasie, Stil und ein Gespür für Farbharmonien gelten als begehrte Eigenschaften für Quereinsteiger, die einen frischen Blick mitbringen oder mit völlig anderen Techniken hantieren. Im Marketing wachsen die neuen Medien mit einem großen Bedarf an Mitarbeitenden. Vom Grafiker bis zum Daten-Analysten, vom Fotografen bis zum E-Commerce-Profi sind in dieser Branche außergewöhnlich viele ungelernte Kräfte unterwegs. Im sozialen Bereich sind Zeugnisse und Qualifikationen eine Grundvoraussetzung, während Trainer und sportliche Übungsleiter bereits mit Wochenendfortbildungen einen Fuß in die Tür bekommen.

Quereinsteiger sind begehrte Arbeitskräfte, wenn sie ihr Interesse durch die Teilnahme an Fortbildungen unter Beweis stellen. Um z. B. als Altenpfleger mit Menschen zu arbeiten, ist vielfach lediglich ein berufsbegleitender Abendkurs nötig. Ähnliches gilt für Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung; Leidenschaft für einen speziellen Bereich und Kommunikationsfähigkeiten ersetzen oftmals Zertifikate.

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay