Kredite ermöglichen die Finanzierung von Wünschen und von notwendigen Anschaffungen.

Kreditwissen: So beeinflusst der Verwendungszweck die Kreditkonditionen

Wer einen Kredit aufnimmt wird mit der Frage des Verwendungszwecks konfrontiert. Dieser beeinflusst maßgeblich die Wahrscheinlichkeit der Kreditvergabe und die möglichen Konditionen. Grundsätzlich gilt, dass potenzielle Kreditnehmer bei zweckgebundenen Darlehen passende Sicherheiten vorlegen müssen. Banken wollen sicherstellen, dass sie bei eventuellen Zahlungsausfällen ihr Geld zurückbekommen. Ein Kredit, der explizit zur Finanzierung eines Autos aufgenommen wird, stellt für Banken ein kleines Risiko dar. Denn für den Fall, dass der Kreditkunde nicht zahlt, können Banken das Auto verkaufen und die ausstehenden Schulden mit dem Erlös begleichen. Wann kommt ein Kredit mit freiem Verwendungszweck und wann mit einem konkreten Zweck in Betracht? Der Beitrag gibt Aufschluss.

Wann ist ein Kredit zur konkreten Verwendung sinnvoll?

Wie eingangs beschrieben sind Kredite mit Verwendungszweck aus Sicht der Banken weniger risikoreich. Deshalb gewähren sie den Darlehensnehmern bessere Kreditkonditionen. Wenn wie beim Auto das finanzierte Objekt direkt als Sicherheit übertragen wird, geben Kreditnehmer den Fahrzeugbrief an die Bank. Sie bekommen ihn erst zurück, wenn sie den Kredit komplett zurückgezahlt haben. In der Praxis bedeutet das, dass das Auto so lange der Bank gehört, bis der letzte Cent des Kredits getilgt ist.

Umschuldungszweck immer benennen

Wenn Verbraucher einen Kredit aufnehmen, um eine Umschuldung vorzunehmen, sollten Sie diesen Aspekt unbedingt bei der Kreditanfrage angeben. Denn wenn ein Kredit umgeschuldet wird, bedeutet das aus Sicht der Bank keine Neuverschuldung. Der Verwendungszweck „Umschuldung“ wirkt sich deshalb günstig auf die Kreditkonditionen aus.

Beispiel: Ein Verbraucher hat den Dispokredit überzogen zahlt hohe Überziehungszinsen von 12 Prozent. Um die Überziehung abzulösen will er einen günstigeren Kredit aufnehmen, der lediglich 3 Prozent Zinsen kostet. Mit dem Geld aus dem Umschuldungskredit gleicht er den negativen Kontostand des Girokontos aus und zahlt fortan monatlich kleine Raten an den neuen Kreditgeber zurück.

Wenn potenzielle Kreditnehmer hingegen bei der Kreditanfrage nicht angeben, dass sie das Geld benötigen, um einen anderen Kredit abzulösen, versperren sie sich in vielen Fällen und insbesondere bei hohen Kreditsummen den Zugang zum günstigeren zweckgebundenen Kredit.

Kredite zur freien Verwendung aus Sicht der Bank

Vergeben Banken einen Kredit zur freien Verwendung, nehmen Sie ein höheres Risiko in Kauf. Rein theoretisch könnte es aus Sicht der Bank passieren, dass der Kreditnehmer das Geld nimmt, seinen Job kündigt, das Geld in einem Spielcasino verliert und danach Privatinsolvenz anmeldet. Dieses Beispiel ist zwar stark überzeichnet, doch es soll darstellen, dass das Ausfallrisiko bei der Vergabe eines freien Kredits im Vergleich zur Vergabe eines zweckgebundenen Kredits höher ist. Dieses höhere Risiko lassen sich Banken bezahlen und deshalb sind Kredite zur freien Verwendung häufig mit höheren Zinsen belegt als Kredite für einen bestimmten Zweck.

Allerdings wird im Rahmen der Kreditprüfung die Bonität ganz genau durchleuchtet. Bei sehr guten Bonitätsauskünften sind Kredite zur freien Verwendung ebenfalls günstig zu haben. Sind die Angaben zur Bonität hingegen nicht so gut, steigt der Zinssatz entsprechend an.

Vor der Unterschrift steht die Kreditprüfung an.

Welche Voraussetzungen müssen Kreditnehmer zur Aufnahme eines Kredits zur freien Verwendung erfüllen?

Banken verlangen von potenziellen Kreditnehmern, dass diese die vorgegebenen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die folgenden Punkte:

  • Der Kreditnehmer muss volljährig sein.
  • Es muss ein Wohnsitz innerhalb Deutschlands bestehen.
  • Kreditnehmer müssen ein deutsches Bankkonto führen.
  • Es muss ein geregeltes, festes Einkommen vorliegen.
  • Kreditnehmer müssen über eine gute bis sehr gute Bonität verfügen.
  • Es darf kein negativer SCHUFA-Eintrag vorliegen.

Jede Bank spricht den Aspekten unterschiedliches Gewicht zu. Außerdem spielen Dinge wie Familienstand und der ausgeübte Beruf eine Rolle. Über die bankinternen Bewertungskriterien gibt es keine allgemeinen Regeln, da hier jede Bank individuell vorgeht.

Was bedeutet eine negative SCHUFA

Negative Einträge in der SCHUFA zeigen auf, dass sich Personen in Sachen Zahlungsverkehr nicht vertragsgemäß verhalten haben. Negative Einträge können „weich“ oder „hart“ sein. Harte Negativmerkmale haben ihren Ursprung beispielsweise im Schuldnerverzeichnis eines Amtsgerichts. Weiche Merkmale hingegen stammen zum Beispiel von Partnerunternehmen wie einem Versandhaus oder einem Telekommunikationsunternehmen. Typische Negativmerkmale in einer SCHUFA sind unter anderem diese:

  • Zahlungsausfälle einer Mobilfunkrechnung
  • Zahlungsforderung aus einer gerichtlichen Entscheidung
  • Privatinsolvenz

Liegen diese oder andere negative SCHUFA-Merkmale vor, vergeben Banken in der Regel keinen Kredit.

Die Vorteile eines Kredits zur freien Verwendung für Kreditnehmer

Mit einem Kredit zur freien Verwendung lassen sich viele Wünsche und Träume erfüllen. Angefangen von einer Luxusreise über die Anschaffung von hochwertigen TV- und Hi-Fi-Geräten bis hin zum Sabbatjahr ist vieles denkbar. Kredite zur freien Verwendung können dabei im sechsstelligen Bereich liegen, vorausgesetzt Kreditnehmer erfüllen die bankseitigen Bedingungen bezüglich der Bonität. Da es keinen Verwendungszweck gibt, werden keine Sicherheiten verlangt. Stattdessen wird auf das zur Verfügung stehende Haushaltsbudget (Einnahmen abzüglich Ausgaben) und das regelmäßige Einkommen abgestellt, um die maximal mögliche Kredithöhe festzulegen.

Der frei verwendbare Kredit verfügt über dieselben Vorteile wie ein Konsumentenkredit. Kreditnehmer profitieren von der Planbarkeit der Rückzahlungsraten, denn Monat für Monat bleiben Zins und Tilgung in gleicher Höhe bestehen.

Die Nachteile eines Kredits zur freien Verwendung für Kreditnehmer

Wie oben bereits beschrieben müssen Kreditnehmer für einen Kredit zur freien Verwendung keine Sicherheiten angeben. Das bedeutet auch, dass die Bank das höhere Risiko eines Zahlungsausfalls hinnehmen muss. Kreditnehmer bezahlen das in der Regel mit höheren Zinsen. Ein vereinfachtes Beispiel mit gerundeten Werten soll zeigen, wie groß der Unterschied ausfallen kann.

Kredit ohne Verwendungszweck Kredit mit Verwendungszweck
Kreditbetrag 15.000 € 15.000 €
Zinssatz 8 % 4 %
Laufzeit in Monaten 36 36
Zinsen gesamt 1850 € 925 €

Die Zinsbelastung für einen Kredit ohne Verwendungszweck fällt im Beispiel doppelt so hoch aus. Aus diesem Grund lohnt es sich Kredite mit Zweckbindung abzuschließen und die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen.

Verschiedene Zweckbindungen

Um Zinskosten zu sparen sollte Verbraucher überprüfen, ob ein zweckgebundenes Darlehen infrage kommt. Bei einem Autokredit können Banken auf das Auto zugreifen, bei einem Modernisierungskredit oder Wohnkredit können Banken das Risiko dadurch senken, dass sie eine Immobilie veräußern. Aus diesen Gründen sind Kreditgeber bereit, bessere Konditionen zu bieten.

Kredite für Immobilien sind besonders günstig, gerade in der aktuellen Zeit der Niedrigzinsphase. Damit Verbraucher einen Immobilienkredit erhalten, müssen Sie beweisen, dass sie eine Immobilie besitzen. Dies erfolgt beispielsweise durch den Grundbuchauszug. Bei einer Baufinanzierung müssen Kreditnehmer immer nachweisen, wofür sie das Geld ausgegeben haben. Der Nachweis geschieht zum Beispiel in Form von Rechnungskopien, die der Bank vorzulegen sind. Manche Banken verlangen die Vorlage eines Maßnahmenplans, der vom Architekten oder vom Bauunternehmer aufgestellt werden kann. Verbraucher sollten stets klären, welche Verwendungsnachweise beizubringen sind, um diese entsprechend vorbereiten und einreichen zu können.

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