Samstag , 18. September 2021

Finanzmarkt: Warum immer mehr Menschen in Aktien investieren

Das Thema Aktienhandel wird immer allgegenwärtiger. Das liegt daran, dass heute so viele Menschen wie nie zuvor Aktien kaufen oder zumindest mit dem Gedanken spielen. War der Aktienhandel bis vor einigen Jahren noch eine Nische für wohlsituierte Personengruppen, wird heute auch die breite Masse aktiv und investiert. Die Faktoren für diese Entwicklung sind vielseitig.

Digitalisierung und Informationsfluss

Diese Dinge beeinflussen die Börse selbst nicht wirklich, haben aber dennoch eine indirekte Auswirkung auf das Anlageverhalten der Bürger und Bürgerinnen in der Region sowie deutschlandweit.

Digitalisierung der Börsen

Als 1612 die Amsterdamer Börse ihre Pforten für Investoren öffnete, liefen Börsengeschäfte vollkommen analog. Interessenten kamen zur Parkettbörse und kauften dort ihre Aktien. Lange waren Parkettbörsen der einzige Weg, um in Wertpapiere zu investieren. Mit Beginn der Digitalisierung entstand dann die Möglichkeit des digitalen Wertpapierhandels. Anleger konnten dadurch auch aus der Entfernung Aktien kaufen – im Normalfall fanden diese Käufe bei der Hausbank statt. Zwar war das Prozedere sehr viel einfacher als vor der Digitalisierung, dennoch erforderten Käufe oder Verkäufe Banktermine und hohe Maklercourtagen.

Heute sind nicht nur die Börsen digitalisiert, sondern auch die Aktiendepots. Anleger können im Depotvergleich von Aktiendepot24 das passende Angebot für sich finden und dann selbstständig mit dem Handeln beginnen –  zu jeder Zeit und an jedem Ort. Ein Online Depot bringt aber noch weitere Vorteile mit sich. So können sich Kunden beispielsweise viel Geld sparen, wenn sie einen Anbieter wählen, der keine Depotführungsgebühren oder Orderkosten in Rechnung stellt. Gleichzeitig bieten die Online Broker aber besten Service und eine gute Auswahl an Anlageinstrumenten sowie Märkten. Sie vereinfachen das Prozedere also nicht nur, sondern eröffnen neue Möglichkeiten.

Informationsfluss

Bis vor ein paar Jahren wagten sich vornehmlich gut informierte Personen an den Aktienhandel. Diese recherchierten Börsenkurse in der Tageszeitung oder auf N-TV. Heute findet man alle relevanten Informationen mit nur einem Klick auf das Smartphone: Neben den aktuellen Kurswerten gibt es im Internet Ratgeber sowie YouTube Videos, die einem das Thema Börse näherbringen.

Der Otto-Normal-Verbraucher kann sich Informationen also schnell beschaffen und auf die Art konsumieren, die ihm am effizientesten erscheint. Das nimmt vielen Interessenten das Gefühl von Unsicherheit, wenn sie ihre ersten Aktien kaufen.

Trading

Die eben genannten Entwicklungen führen dazu, dass viele junge Menschen zu überaus aktiven Investoren werden, die die Volatilität von Aktien zu 100% ausreizen und mehrfach täglich kaufen oder verkaufen. Der Großteil aller Anleger ist jedoch konservativer und strebt mittel- oder langfristige Anlageziele an.

Niedrigzinsphase rückt klassische Geldanlagen in den Hintergrund

Auch dieser Faktor hat nur indirekt etwas mit dem Wertpapierhandel zu tun und nimmt dennoch großen Einfluss auf diesen. Klassische Geldanlagen wie Sparbücher, Sparbriefe oder Tagesgeldkonto werfen heute kaum mehr Renditen ab. Das liegt daran, dass wir uns momentan in einer Niedrigzinsphase befinden. Diese ist gut für Kreditnehmer, die günstigen Kredite bekommen, aber schlecht für all diejenigen, die ihrem Geld beim Wachsen zusehen möchten.

Durch diese Gegebenheit nimmt die Risikobereitschaft vieler Menschen zu. Sie wagen den Kauf von Aktien, um die Chancen auf Kapitalzuwachs zu erhöhen. Tatsächlich gehört der Aktienhandel zu den lukrativsten Geldanlagen. Und auch wenn Aktien zu den spekulativen und damit zu den riskanten Wertanlagen zählen, bleibt das Risiko überschaubar, sofern man ein paar Dinge beachtet. Dazu zählen beispielsweise die Streuung des Kapitals oder auch das Setzen eines maximalen Budgets, dessen Verlust man verschmerzen könnte.

DAX-Reform

Im September 2021 soll der Deutsche Aktienindex reformiert werden, um die Spielregeln für Aktiengesellschaften zu verschärfen. Skandale wie der um das Unternehmen Wirecard im Jahr 2020 sollen damit in Zukunft unwahrscheinlicher werden. Eine der Änderungen beinhaltet das Anheben des DAX von 30 auf 40 Werte – dies ebnet den Weg für einige vielversprechende Unternehmen aus dem MDax.

Die Verjüngungskur wird die Karten im Deutschen Aktienindex neu mischen, was seine Attraktivität für Anleger steigert. Vorwiegend sollen dann nämlich nur noch profitable Unternehmen darin aufgenommen werden, während verblasste Branchen einen immer geringeren Stellenwert einnehmen. Um den Wandel perfekt zu machen, möchte man auch noch an der weiteren Digitalisierung feilen, was den Aktienhandel noch weiter vereinfachen wird.

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