Dienstag , 29. September 2020

Deutsche Exportnation: Diese ausländischen Währungen sind für Deutschland am wichtigsten

Deutschland gehört nach wie vor zu den größten Exportnationen der Welt: Der Wert der deutschen Exporte lag im Jahr 2018 bei 1.317 Milliarden Euro. Weiterhin liefert die Bundesrepublik mehr Waren ins Ausland, als importiert werden. Der Vorteil hiervon ist eine weiterhin brummende Wirtschaft. Allerdings ist Deutschland so auch abhängig von ausländischen Währungen. Werden Dollar, Franken, Yuan und mehr in den kommenden Jahren stabil bleiben?

Die Signifikanz von ausländischen Währungen

Deutschland verfügt über eine Vielzahl von Unternehmen, welche enge Handelsbeziehungen mit Ländern wie China oder den USA unterhalten. Währungsstabilität ist für diese Firmen von enormer Wichtigkeit, wie bereits der Euro gezeigt hat: Vor der Einführung der Gemeinschaftswährung konnten die Profite deutscher Exportunternehmen stark schwanken. Inzwischen können DAX-Unternehmen wie Daimler, adidas, die Deutsche Bank und die Deutsche Telekom innerhalb der Eurozone mit gleichbleibenden Gewinnmargen rechnen – zumindest, was die Währung betrifft.

US-Dollar

Der Dollar hat weiterhin wohl die höchste Signifikanz für die Bundesrepublik. Entscheidend ist er insbesondere beim Forex-Handel, wo eine Währung gegen eine andere getauscht und durch Spekulation auf das Steigen oder Fallen von Dollar oder Euro Gewinn erwirtschaftet wird. Mit einem Handelsvolumen von über 5 Billionen Dollar pro Tag gehört der Forex-Markt zu den wichtigsten Finanzmärkten weltweit. Wie schlägt die amerikanische Währung sich also?

Ende 2019 schien es, als hätte der Dollar seinen Aufwärtstrend beendet: Zwischen Oktober und Ende Dezember verlor der Index rund drei Prozent an Wert. Grund waren unter anderem der Handelsstreit zwischen den USA und China, der die Anleger verunsicherte. Inzwischen haben US-Präsident Donald Trump sowie der chinesische Staatschef Xi Jinping einen vorläufigen Vertrag zur Beilegung des Handelsstreits vorgelegt, welcher die Zölle auf chinesische Waren unter anderem halbieren soll. Die Aussichten für den Dollar sind gut: Er sollte in den kommenden Jahren stabil bleiben, die amerikanische Wirtschaft zeigt sich robust. 

Yuan

Anders sieht es mit dem chinesischen Yuan aus, der durch Chinas Macht immer mehr an Bedeutung gewinnt: Durch den Streit mit den USA hat der Yuan spürbar an Wert verloren, Ende August 2018 sank er auf den tiefsten Stand seit elf Jahren. Letztes Jahr stellte China daher in Aussicht, dass es den Yuan stabilisieren wolle, unter anderem mithilfe des Devisenmarktes. Bei anderen Ländern könnte diese Behauptung kritisch gesehen werden, doch Chinas Politik verfügt über viel Macht – ausreichend, um die Währung langfristig zu stabilisieren.

Britisches Pfund und Schweizer Franken

Weiterhin wichtig für die deutschen Exporte sind auch der Schweizer Franken und das Britische Pfund. Letzteres leidet aktuell stark unter den politischen Entwicklungen: Der Brexit hat die Anleger verunsichert, durch das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU könnte die britische Wirtschaft schwächeln. Das könnte 2020 für Turbulenzen sorgen, bevor die Lage sich wieder einpendelt. Somit ist langfristig mit einem schwachen Pfund zu rechnen.

Der Schweizer Franken dagegen ist weiterhin stabil. Als die Schweizer SNB Anfang 2015 die Wechselkurse freigab, zeigte sich, wie die Märkte den Euro wirklich beurteilten: Der Kurs fiel rapide ab und hat sich seitdem nur teilweise erholt. Der Franken wird voraussichtlich auch in den kommenden Jahren sehr stabil und auch von den Ungleichheiten in der heterogenen Eurozone verschont bleiben.

Fazit

Als Exportnation sind ausländische Währungen für die Bundesrepublik auch in Zukunft wichtig. Neben dem Euro werden der Dollar, der Yuan aber auch das Britische Pfund sowie der Schweizer Franken weiterhin entscheidend sein. Während der Yuan und das Pfund schwächeln, dürften Dollar und Franken sich in den kommenden Jahren stark zeigen.

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