Sonntag , 25. Oktober 2020

Alles über Kryptowährungen und wieso man keine Angst davor haben muss

Seit geraumer Zeit sind Kryptowährungen in den Medien nahezu allgegenwärtig vertreten. Spektakuläre, zum Teil unglaubliche Erfolgsgeschichten sowie phänomenale Gewinne, die zumeist in Millionen- wenn nicht sogar gar Milliardenhöhe gehen, konnten vermeldet werden. Aber ist denn alles Gold was glänzt und ist es auch heute noch ratsam, in virtuelles Geld zu investieren? Macht das Investieren in Kryptowährungen Sinn? Um was geht es denn da eigentlich? Sicher hat wahrscheinlich jeder bereits davon gehört. Jedenfalls von besagten Erfolgsgeschichten. Bevor man jedoch in etwas investiert, sollte man sich erstmal einen kleinen Überblick verschaffen.

Was ist Kryptowährung eigentlich?

Kryptowährung  oder zu Englisch „cryptocurrencies“ ist der Sammelbegriff für virtuelle Währungen, welche als digitales Zahlungsmittel genutzt werden können.

Für Bezahlvorgänge werden hierbei keine Banken benötigt. An deren Stelle tritt ein meistens dezentrales Netzwerk, innerhalb dessen alle Teilnehmer Transaktionen verwalten und somit oder dadurch neue Einheiten der entsprechenden Währung „minen“ respektive generieren. Dies wird durch die sogenannte Blockchain-Technologie ermöglicht, welche jeder Kryptowährung zugrunde liegt.

Die Blockchain enthält verschlüsselte Informationen über jedwede Transaktionen, welche mit einer entsprechenden Kryptowährung ausgeführt wurde. Ebenfalls dient sie als Datenbank, deren Datenspeicher, das sind die Blöcke, eben nicht auf einem zentralen Server liegen oder verwaltet werden, sondern auf den einzelnen Rechnern einer Mehrzahl von Teilnehmern, welche sie verwalten.

Jeder dieser Nutzer kann ein Teilnehmer des dezentralen Netzwerks werden und seine Rechenleistung zur Verfügung stellen, um die Kette der Daten (Chain) weiter fortzuführen. Diese Bereitstellung wird durch den  Erhalt von Währungseinheiten der jeweiligen Kryptowährung belohnt – Man spricht dabei vom sogenannten „Mining“.

Ist nun eine Transaktion erstmal in der Blockchain niedergeschrieben, kann sie durch keinen der Teilnehmer mehr verändert oder gelöscht werden, wodurch sie abgesichert wird. So wird zum Beispiel sichergestellt dass die einzelne Währungseinheit nicht vielfach benutzt werden kann. Der Aufwand die Änderung, Löschung etc. auf allen Rechnern innerhalb der Blockchain zu manipulieren wäre schlicht und ergreifend zu groß. In der Theorie wird davon gesprochen das man so viele Einzelpersonen bestechen müsste das bei einem potentiellen Betrug nichts mehr übrig bliebe.

Wieso gibt es Kryptowährungen?

Ursprüngliches Ziel der ersten Kryptowährung Bitcoin war lediglich die Schaffung eines Bezahlsystems, welches ohne Finanzinstitute wie Banken etc. funktioniert, um den Nutzern ein gewisses Maß an Selbstbestimmung sowie Anonymität zu bieten. Leider wurde eben durch dieses Feature gerade der Bitcoin in den vorangegangenen Jahren oft als Zahlungsmittel für illegale Transaktionen ausgenutzt. Dieser Umstand hat zwar die gesellschaftliche Akzeptanz von Kryptowährungen generell vermindert, sorgte jedoch auch dafür dass die zugrundeliegenden Technologien weitergedacht, verändert und entwickelt wurden.  Daraus resultierend können heutzutage Kryptowährungen für weitaus mehr als reine Geldtransaktionen genutzt werden, da sie eben als sichere, äußerst schnelle und sehr kosteneffiziente Alternative zur Übertragung sensibelster Daten genutzt werden können.

Die Einsatzmöglichkeiten der Blockchain Technologie ist hierbei nahezu unerschöpflich und der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Funktioniert denn Kryptowährung als Zahlungsmittel?

Mit „Krypto“ an der Supermarktkasse Kaffee kaufen oder Gehacktes bezahlen? Die Möglichkeit besteht und es gibt auch einige Verkäufer im realen Leben welche den Service anbieten oder angeboten haben. Von einer überregionalen und flächendeckenden Zahlungsoption kann allerdings nicht die Rede sein. Im Onlinebereich sieht das natürlich ganz anders aus. In einer Vielzahl von Shops kann man mit Alternativwährungen Waren und Dienstleistungen bezahlen.

Die Kryptowährungen als reguläres Bezahlsystem im Alltag nutzbar zu machen, ist immer noch recht problembehaftet, da es kein fixer Wechselkurs existiert, die Kurse sehr volatil sind und somit starken Schwankungen unterliegen. Dieser Umstand macht es beispielsweise gerade für den Einzelhandel sehr riskant, Kryptowährungen zu akzeptieren. Für alle eher online affinen Nutzer gibt es wie bereits beschrieben weitaus mehr Möglichkeiten mittels der „neuen“ Technologie Waren zu shoppen oder Dienstleistungen zu buchen. Selbstverständlich findet man mit ein klein wenig Recherche Seiten, welche sich darauf spezialisiert haben den interessierten Nutzern eine Art Karte sämtlicher Akzeptanzstellen für Kryptowährungen aufzulisten. 

Der aktuelle Hauptverwendungszweck des virtuellen Geldes liegt momentan leider immer noch in der gesicherten Abspeicherung in der privaten Geldbörse, den sogenannten Wallets. Hier sicher und vor allen Dingen verschlüsselt geschützt warten die Micro- aber auch Maxiinvestoren auf die sagenhafte Rendite und unglaubliche Wertsteigerung. Leider führt genau dieses Handeln zur Verstärkung des Effekts dass die Kryptowährungen nicht über ihre Kinderstube hinaus wachsen und überall Einzug ins Alltägliche Leben halten.

Fazit zum Krypto-Investment

Ist das denn nun alles Wissenswerte zum Thema? Reicht dieser Informationsstand um ruhigen Gewissens zu investieren?

Ganz sicher ist der ausgeführte Informationsstand lediglich ein zartes Kratzen an der Oberfläche. Die Thematik ist unglaublich tiefschichtig und subtil. Sowohl in ihrer Erscheinungsform als auch in der Nutzbarkeit. Grundsätzlich kann  man jedoch eines ganz klar sagen: Ob ein Investment Sinn macht oder nicht, liegt auch immer in der individuellen Erwartungshaltung des Investors oder Anlegers. Erwartet man keine Rendite von 1.000% und mehr, wird man auch nicht enttäuscht sein. Sollte man sein hart verdientes Geld, mit der Erwartungshaltung, es nach 14 Tagen verdoppelt zu haben und seine Miete pünktlich zahlen zu können, in Krypto stecken?  Auf keinen Fall. Kann man temporär unbenötigtes Kapital oder „Spaßgeld“ dort investieren, anstatt es in der recht traurigen aktuell andauernden Zinskurve, zur traditionellen Bank zu tragen? Natürlich kann man das. Empfehlenswert bleibt für alle Interessierten, erstmal Ruhe zu bewahren, sich von keiner Hysterie leiten zu lassen und sich umfangreich in die Thematik einzulesen. 

Bilderquelle:
pixabay.com