Donnerstag , 22. Oktober 2020
Bald wird die Steuererklärung fällig. Was ist dabei zu beachten?

Ende Juli läuft die Abgabefrist der Steuererklärung ab – das ist zu beachten

Statt Ende Mai muss ab diesem Jahr erst Ende Juli die Einkommenssteuererklärung abgeben werden. Diese hat nun überall elektronisch zu erfolgen, setzt aber sonst auch die Ansprüche an Bürger, die stets galten. Und wie sonst schon zum früheren Zeitpunkt, setzt bei vielen Menschen so langsam die Unruhe und Panik ein. Sind alle Unterlagen da? Wo sind diese Unterlagen? Was benötigen Bürger eigentlich neben der Verdienstbescheinigung noch, um die Steuererklärung einzureichen? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal an.

Werbungskosten absetzen

Auch Arbeitnehmer können etliche Kosten absetzen, sofern diese im direkten Zusammenhang mit der ausgeübten Arbeit stehen. Diese Posten werden als Werbungskosten bezeichnet. Weist der Arbeitnehmer von sich aus keine Werbungskosten aus, so berücksichtigt das Finanzamt automatisch eine Pauschale von 1.000 Euro. Um diesen Betrag wird die Last also stets gemindert. Manchmal lohnt es sich aber, die tatsächlichen Kosten genauer unter die Lupe zu nehmen, da ein höherer Wert entstehen kann. Und das gehört zu den Werbungskosten:

  • Arbeitsmittel – jeder Gegenstand, der mindestens zu 10 Prozent beruflich genutzt wird, kann abgesetzt werden. Wer also sein Home Office eigenständig einrichtet, der kann diese Werte absetzen. Wird der Platz jedoch auch privat genutzt, sind fünfzig Prozent möglich. Achtung: Die sofortige Absetzbarkeit gilt nur für geringfügige Güter von bis zu 952,00 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Teurere Stücke müssen über die Nutzungsdauer hinweg abgeschrieben werden.
  • Bahncard – wird die Bahncard genutzt, um berufliche Reisekosten zu minimieren, ist sie absetzbar.
  • Ausbildung – während der ersten Ausbildung oder des ersten Studiums können nur 6.000 Euro im Jahr als Sonderausgabe abgesetzt werden. Aufwendungen für weitere Ausbildungen sind jedoch voll absetzbar.
  • Berufskleidung – übernimmt der Arbeitgeber nicht die Kosten für die Kleidung und Reinigung, können sie abgesetzt werden. Aber Achtung: Kleidungsstücke, die auch privat getragen werden können, fallen nicht hierunter. Ein Kostüm oder ein Anzug sind somit nicht absetzbar.
  • Arbeitsfahrten – Arbeitnehmer erhalten eine Pauschale, die bei 30 Cent je Kilometer liegt. Mehr als 4.500 Euro im Jahr können jedoch nicht berücksichtigt werden.
  • Weiterbildungen – auch diese können in voller Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden.
  • Kontoführung – Kontoführungsgebühren werden bis zu 16,00 Euro im Jahr anerkannt.
  • Rechtsberatung – wer einen Arbeitsrechtsprozess geführt hat, der kann die Kosten für den rechtlichen Beistand absetzen.
  • Steuerberater – auch diese Kosten sind im Folgejahr absetzbar.
  • Umzug – kann nachgewiesen werden, dass ein Umzug an einen anderen Wohnort arbeitsbedingt war, werden die Kosten anerkannt.

Es gibt noch viele weitere Punkte , die unter die Werbungskosten fallen. Wer also sparen, beziehungsweise eine gute Erstattung zurückerhalten möchte, der sollte einmal prüfen, ob die genaue Auflistung nicht sinnvoll ist.

Besondere Ereignisse

Es gibt im Leben besondere Ereignisse, die sich für die Einkommenssteuererklärung empfehlen. So können Hausbesitzer Handwerkerrechnungen zum Teil geltend machen, auch Modernisierungen am oder im Haus sind teilweise absetzbar. Hinzu kommen noch Sonderausgaben, die jeden treffen können. Auch sie können, eventuell, einen steuerlichen Vorteil bringen:

  • Bestattung – manchmal ist es möglich, die Kosten abzusetzen. Und zwar dann, wenn das Erbe insgesamt geringer war, als die reinen Beerdigungskosten. Nun stellen die Kosten eine außergewöhnliche Belastung dar, wobei es eine Grenze von 7.500 Euro gibt.

Und wie ist es, wenn endlich mal die richtigen Kreuze auf dem Lottoschein gemacht wurden oder der Besuch des Online-Casinos erfolgreich war? Nun haben Verbraucher Glück:

  • Steuerfrei – die Gewinne aus Lotto oder anderen Glücksspielen sind steuerfrei und müssen somit nicht versteuert werden. Wer jedoch damit hauptsächlich seinen Lebensunterhalt verdient, muss diesen unter Umständen doch versteuern. Mehr dazu auf CasinoTest.de.
  • Zu versteuern – Während der Gewinn an sich nicht versteuert wird, so trifft das nicht auf die Zinsen aus diesem Gewinn zu. Wer also Anfang 2018 einen höheren Gewinn erhalten und diesen angelegt hat, der muss auf den Gewinn keine Steuern zahlen, dafür aber auf die aus dem Gewinn gewonnenen Erträge.
  • Ausnahme – beim Glücksspiel gibt es eine Ausnahme, die sich auf die beliebten Rentenlotterien bezieht. Wer die monatliche Sofortrente erhält, der muss diesen monatlichen Beitrag wie gewöhnliches Einkommen versteuern. Daher ist es oft sinnvoller, die Gesamtsumme auszahlen zu lassen und das Geld über einen Spar- und Auszahlungsplan selbst zu verwalten. Die Steuern auf den Ertrag sind niedriger, als die Lohnsteuer.

Weitere Tipps für Steuerzahler

Einer der wichtigsten Tipps, der jetzt sogleich umgesetzt werden muss, ist zu prüfen, ob überhaupt eine Zertifikatsdatei vorhanden ist oder ob diese noch gültig ist. Zur elektronischen Einreichung muss dieser Sicherheitsschlüssel genutzt werden. Das Anfordern eines neuen Codes ist kein Thema, doch wer bislang noch keinen Onlinezugang nutzte, der muss allerspätestens jetzt die entsprechende Datei anfordern. Ansonsten gilt:

  • Unterlagen prüfen – wer Sonderausgaben geltend macht oder Leistungen an seinem Haus absetzen möchte, der ist trotz der elektronischen Form angehalten, Unterlagen einzureichen. Und selbst ohne diese Unterlagen ist es wichtig, frühzeitig zu prüfen, ob alle Belege vorhanden sind, da die Beträge sonst nicht errechnet werden können.
  • Belege anfordern – manchmal geht immer etwas verloren. Sind die Belege der Zusatzversicherungen vorhanden? Was ist mit den Rechnungen der letzten Fortbildungen? Wer die Rechnungen verloren hat, sollte sie jetzt noch schnell nachfordern.
  • Keine Zeit? – es gibt ab diesem Jahr keine Übergangsfristen mehr. Wird die Erklärung zu spät eingereicht, wird ein Verspätungszuschlag fällig. Wer es nicht schafft, bis Ende Juli alles zu regeln, der sollte jetzt rasch einen Steuerberater beauftragen. Für ihn gelten verlängerte Fristen und es ist noch bis Februar 2019 Zeit.

Und auch diejenigen, die die Steuererklärung selbst erledigen, sollten sich die Formulare online einmal anschauen. Die Zeilen und Zahlen haben sich ein wenig geändert und wer sich jetzt vorbereitet, der hat auch kurz vor knapp keine Schwierigkeiten.

Es ist sehr wichtig, alle Unterlagen zusammenzutragen und entsprechend einzubringen.

Fazit – keine Ausgaben vergessen

Es lohnt sich wirklich, die eigenen Werbungskosten einmal zusammenzurechnen. Mit einer Fortbildung oder längeren Arbeitswegen kommt oft schon genügend Geld zusammen, um die Pauschale zu überschreiten. Ansonsten ist jetzt die Zeit gekommen, die Unterlagen zu prüfen und notfalls neu anzufordern. Denn eines ist sicher: Ende Juli kommt schneller, als man eigentlich denkt.

Bildquellen
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