Freitag , 23. Oktober 2020

Geld anlegen mittels Robo-Advisor

Was ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist eine digitale Plattform, die eine automatisierte Vermögensverwaltung nach festgelegten und transparenten Regeln ermöglicht. Auch wenn der Begriff Advisor nach einem Berater klingt, führt die Mehrzahl der Plattformen die Empfehlungen direkt aus. Durch die Automatisierung benötigt ein solcher Anbieter im Vergleich zur klassischen Vermögensverwaltung weniger Personal, dessen Anzahl zudem von der Anzahl der Anleger unabhängig ist. Deshalb sind die Mindestanlagesummen und laufenden Kosten bei einem Robo-Advisor oft niedriger. Diese Anbieter unterscheiden sich jedoch in vielen Detailbereichen, die im Folgenden beschrieben werden.

Mindestanlagesumme & Sparplan

Die minimale Höhe bei einer Einmalanlage unterscheidet sich je nach Anbieter sehr stark. Growney hat beispielsweise keine Mindestanlagesumme, und auch die 50 Euro bei Minveo wird bei den wenigsten Interessenten ein Problem darstellen. Bei fundamental capital hingegen sind es 50000 Euro und bei LIQID 100000 Euro – Summen die nicht jeder Anleger zur Verfügung hat. Bei den Sparplänen sind die Mindestbeträge ebenfalls sehr verschieden: Bei SolidVest liegt er beispielsweise bei 1 Euro und bei easyfolio sind es überschaubare 10 Euro monatlich, dagegen müssen bei truevest und WeltSparen mindestens 200 Euro im Monat investiert werden, um einen Sparplan anzulegen. Andere Anbieter wie moomoc bieten gar keinen Sparplan an.

Kosten

Die Kosten setzen sich bei den Robo-Advisor-Anbietern unterschiedlich zusammen. Die meisten Anbieter erheben eine prozentuale Gebühr, zum Beispiel erhebt LIQID 0,25 % und moomoc 1,95 % jährliche Gebühr auf das verwaltete Kapital. Außerdem werden die Kosten der intern verwendeten Anlagevehikel an die Kunden weitergegeben, bei WeltSparen sind es 0,16 %, bei Vividam dagegen mindestens 1,36 % des Vermögens pro Jahr. Einzelne Anbieter erheben darüber hinaus weitere Gebühren wie eine Erfolgsbeteiligung von 20 % bei moomoc, Spreadkosten von 0,02 % bei whitebox oder eine vermögensunabhängige Grundgebühr von 12 Euro bei easyfolio. Gerade bei den Kosten lohnt es sich also besonders, diese vor der Auswahl eines Anbieters zu vergleichen.

Anlageuniversum

Robo-Advisor-Anbieter legen das Geld ihrer Kunden in verschiedene Anlageklassen an. Hierzu werden meist Fonds oder ETFs verwendet, die ihrerseits wiederum in Aktien, Anleihen und Rohstoffe investieren oder deren Kurse abbilden. Die konkrete Auswahl der Produkte innerhalb dieser Kategorien variiert jedoch stark, weshalb sich auch die Performance unterscheidet: In den letzten 12 Monaten hat beispielsweise die offensive Variante der comdirect cominvest gut 5 % Verlust eingefahren, während diejenige von fintego über 12 % Gewinn einbrachte.

Verwaltungsphilosophien

Bei vielen Robo-Advisor-Anbietern besteht die Möglichkeit, zwischen mehreren defensiven, ausgeglichenen und offensiven Varianten zu wählen. In jedem Fall sorgt der Anbieter dafür, dass regelmäßig kontrolliert wird, ob die durch Gewinne und Verluste veränderte Portfoliozusammensetzung noch zum eingestellten Profil passt.

Ist das nicht der Fall, so wird dies durch entsprechende Käufe und Verkäufe nach vorgegebenen Regeln wieder sichergestellt. Im einfachsten Fall werden festgelegte prozentuale Anteile der Anlageklassen definiert, beispielsweise bei easyfolio.

Andere Ansätze basieren auf den historischen Schwankungen der Wertpapiere und stellen dabei sicher, dass der daraus berechnete „Wert im Risiko“ nicht überschritten wird, unter anderem nutzt scalable. CAPITAL eine solche Vorgehensweise.

Die Einstellmöglichkeiten für die Höhe dieses Wertes sowie die Wahrscheinlichkeit, mit der er in der Vergangenheit bei den ausgewählten Papieren nicht überschritten worden wäre, variieren hingegen auch unter den Anbietern, die diese Vorgehensweise verwenden.

Weil die meisten Robo-Advisor-Anbieter erst seit wenigen Jahren auf dem Markt sind, werden entsprechende Simulationen oft auf Basis der Vergangenheit vor ihrer Existenz berechnet, so dass sich die praktische Umsetzbarkeit der Verlustbegrenzungsstrategien in Krisenzeiten erst noch zeigen muss.

Fazit

Ein Robo-Advisor stellt eine einfache und kostengünstige Möglichkeit dar, das eigene Vermögen während des Aufbaus verwalten zu lassen, ohne sich aktiv mit einzelnen Wertpapieren beschäftigen und diese handeln zu müssen. Da sich die mittlerweile mehr als 20 Anbieter jedoch unter anderem bei Mindestanlagesumme, Risikoprofil und Kosten deutlich unterscheiden, empfiehlt es sich, eine Vergleichsplattform zu nutzen, um den passenden Anbieter zu finden. Eine entsprechende Plattform ist das RoboAdvisor-Portal. Mehr Infos auf RoboAdvisor-Portal.com.

Titelbild: © iStock – Zapp2Photov