Dienstag , 21. September 2021

Regenwasser – das beste Gießwasser für den Garten

Das beste Gießwasser für die Pflanzen im Garten ist kostenlos und kommt von oben, das Regenwasser. Gerade sensible Pflanzen freuen sich, wenn sie mit Regenwasser gegossen werden. Es enthält keine schädlichen Zusätze und auch keinen Kalk. Das einzige, was man braucht, ist ein Sammelbehälter für das umweltfreundliche Nass von oben, dann kann es mit dem Gießen auch schon losgehen.

Das Gute kommt von oben

Gerade in trockenen Sommern brauchen die Pflanzen im Garten viel Wasser. Da ist es hilfreich, wenn man in der nassen Jahreszeit das Regenwasser mit einer Regentonne aufgefangen hat. Für die Pflanzen ist es das beste Gießwasser. Das gilt sowohl für den Garten als auch für die Pflanzen im Haus. Im Leitungswasser sind häufig keimtötende Zusätze enthalten. Diese können den Pflanzen Schaden zufügen. Der schlaue Gärtner sorgt deshalb vor und stellt eine Regentonne auf. So kann das Wasser, welches vom Himmel fällt, aufgefangen und gespeichert werden.

Neben der Regentonne kommen als Sammelbehälter noch die Zisterne oder Erdtanks infrage. So lässt sich das Regenwasser sinnvoll nutzen. Neben dem Wasser von oben kann auch die Regenrinne als Zulauf für das Auffangbecken genutzt werden.

Natürliches destilliertes Wasser

Wasser ist nicht gleich Wasser, Regenwasser ist etwa ganz besonders weich. Der Kalk im Leitungswasser ist jedoch nicht generell schädlich für die Pflanzen. Die meisten Pflanzen in Haus und Garten vertragen ihn hervorragend. Die im Wasser enthaltenen Mineralstoffe sind auch für Pflanzen gut. Ist das Wasser jedoch zu kalkhaltig, kann das dazu führen, dass die Pflanzen die Nährstoffe schlecht aufnehmen können. Gerade empfindliche Pflanzen leiden dann. Wer also gesunde Pflanzen haben möchte, setzt auf Regenwasser, welches kalkarm ist. So vertragen beispielsweise Bromelien Regenwasser ganz besonders gut.

Wer seine Pflanzen im Haus nicht mit Regenwasser gießen möchte oder keines zur Verfügung hat, weil die Regentonne zu weit wegsteht, kann den Kalkgehalt im Leitungswasser leicht selbst reduzieren. Das im Allgemeinen bekannte abkochen und stehen lassen des Leitungswassers bringt allerdings nichts. Besser ist es, dem Leitungswasser ein Drittel destilliertes Wasser hinzuzufügen, damit es weich wird. Regenwasser in der uns bekannten Form ist nämlich nichts anderes wie weiches oder destilliertes Wasser.

Wasser ist wertvoll

Das Wasser wertvoll ist, merken wir ganz besonders in heißen Sommern. Die Dürre lässt die Pflanzen schnell verdorren. In manchen Kommunen gibt es dann sogar Verbote, den Rasen und die Pflanzen mit Leitungswasser zu gießen. Wohl dem, der dann vorgesorgt hat und eine Regentonne sein eigen nennen kann. Ist man ganz ehrlich, muss man zugeben, dass Leitungswasser für das Gießen von Pflanzen eigentlich auch viel zu schade ist. Teuer ist es außerdem. Trockene Phasen im Garten lassen sich also mit aufgefangenem Regenwasser leicht überbrücken.

Pflanzen, die empfindlich auf kalkhaltiges Wasser reagieren, sind zum Beispiel Rhododendren, Heidelbeeren, Kamelien, Erika, Magnolien, Blauregen und Farne. Sie alle möchten weiches Gießwasser, also Regenwasser. Wer trotzdem Leitungswasser nutzen möchte, sollte zumindest den Härtegrad des Wassers kennen. Doch Vorsicht, an heißen Tagen ist es nicht besonders empfehlenswert, die Pflanzen mit kaltem Leitungswasser zu gießen. Für die Pflanzen wäre das ein Schock und sie würden zusätzlich zur Hitze doppelt leiden.

Eine umweltfreundliche Lösung

Pflanzen lieben also Regenwasser und sensible Pflanzen ganz besonders. Es ist nie zu kalt und enthält keinen oder wenig Kalk. Zusätze wie Chlor und Fluor werden ihm nicht zugesetzt, sodass die Pflanzen keinen Schaden nehmen können. Nachdem es außer einer Regentonne kaum etwas braucht, ist die Lösung auch noch kostengünstig. Das Einsparen von Trinkwasser lässt Regenwasser zudem noch umweltfreundlich erscheinen. Eine rundum runde Sache also. Nachdem in Deutschland etwa 850 Liter Regenwasser pro Quadratmeter fallen, kann man ausreichend Wasser für die Pflanzenbewässerung sammeln und wird kaum in Not kommen.

Ist der Garten klein, reicht meist eine einfache Regentonne oder ein Fass aus, um Regenwasser aufzufangen und zu sammeln. Idealerweise steht die Tonne direkt unter dem Regenrohr. Wichtig ist, einen Deckel auf die Regentonne zu geben, damit die Stechmücken sie nicht zur Eiablage nutzen und das Wasser frei von Verunreinigungen bleibt.

Soll der Garten bewässert werden mittels einer Brause, einem Regner oder einem Tropfsystem, benötigt man Pumpen. Diese fördern das Regenwasser aus der Regentonne, der Zisterne oder dem Brunnen. Inzwischen gibt es sogar Akku-Pumpen, sodass ein Stromanschluss nicht unbedingt notwendig ist. Bei der Auswahl der Pumpe sollte man aber einen Fachberater hinzuziehen.

Natürliches Gießwasser im Winter

Es klingt unglaublich, aber auch im Winter kommt kostenloses und dennoch kostbares Nass vom Himmel, der Schnee. Auch ihn kann man als Gießwasser nutzen. Zwar weniger im Garten, dafür vielmehr im Haus. Man sammelt ihn in einem Eimer ein und lässt ihn einfach im Haus auftauen. Das Wasser muss aber Raumtemperatur haben, bevor es verwendet werden kann. Eiskalt mag es keine Pflanze.

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Bild von annawaldl auf Pixabay