Verschiedene Augenkrankheiten im Überblick

Verschwommenes Sehen, Punkte im Sichtfeld, Lichtblitze oder ein grauer Schleier – neben Fehlsichtigkeiten (Weit- oder Kurzsichtigkeit) können auch Krankheiten Augenbeschwerden wie die genannten verursachen. Wie gefährlich eine Augenkrankheit ist und welche Auswirkungen sie auf das Sehvermögen hat, unterscheidet sich je nach Krankheitsbild. Wir geben Ihnen einen Überblick.

Glaskörpertrübung – häufiger Grund für Augenbeschwerden im Alter

Typisch für eine Glaskörpertrübung sind kleine schwarze Punkte, die vor dem Gesichtsfeld umhertanzen (ähnlich zu fliegenden Mücken). Sie werden vor allem beim Blick auf helle Hintergründe deutlich erkennbar. Die Augenkrankheit tritt meist altersbedingt auf. Zwar sind die Sehprobleme aufgrund der Glaskörpertrübung harmlos, dennoch können sich Betroffene im Alltag dadurch erheblich beeinträchtigt fühlen.

Hier mehr erfahren: Symptome und Behandlung der Glaskörpertrübung

Trockene Augen durch Sicca-Syndrom

Wenn die Augen jucken, brennen und trocken sind, ist das mehr als nur eine Befindlichkeitsstörung. Experten sprechen von einem Sicca-Syndrom als Augenkrankheit. Verschiedene Faktoren spielen mitunter als Auslöser eine Rolle, zum Beispiel:

  • häufige und lange Bildschirmnutzung (auf der Arbeit vor dem PC oder daheim beim Fernsehen)
  • trockene Luft durch Klimaanlagen
  • verschmutzte Luft
  • Einnahme mancher Medikamente (wie der Anti-Baby-Pille)

Neben dem Vermeiden von potenziellen Auslösern, können Betroffene auf befeuchtende Augentropfen zurückgreifen, um so die Augenbeschwerden zu lindern.

(Altersbedingte) Makuladegeneration: Was ist das eigentlich?

Die Makuladegeneration ist eine Augenkrankheit, die vor allem im höheren Alter auftritt – daher wird sie oft ebenfalls als altersbedingte Makuladegeneration (AMD) bezeichnet. Im Falle einer AMD sind die Sehzellen im Bereich der Makula („gelber Fleck“; Bereich des schärfsten Sehens) überlastet und sterben mit der Zeit ab. Mit (unbehandeltem) Fortschreiten der Augenkrankheit sind verschiedene Sehbeeinträchtigungen (unscharfes Sehen, graue Schatten) und sogar eine Erblindung möglich.

Wichtig zur Therapie ist eine frühe Diagnose der Makuladegeneration, weshalb Betroffene mit Augenbeschwerden zeitnah einen Arzt aufsuchen sollten. Je nach Form und Verlauf der AMD kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (beispielsweise mit Vitamin E und C) oder auch das Spritzen spezieller Medikamente (VEGF-Hemmer) durch einen Arzt in Betracht gezogen werden.

Grüner und grauer Star: Wo liegen die Unterschiede?

Ein grüner Star steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Augeninnendruck. Dieser hat wiederum eine Schädigung des Sehnervs zur Folge. Die Symptome der Augenkrankheit variieren je nach Form des grünen Stars und reichen von einer schleichenden Verschlechterung der Sehkraft bis hin zu Gesichtsfeldausfällen. Je nach Vorangehen der Erkrankung kann ein grüner Star mittels Medikamente oder operativ behandelt werden.

Bei einem grauen Star hingegen liegt eine Trübung der Linse vor, die eine langsame Verminderung der Sehkraft bewirkt. Betroffene sehen getrübt wie durch eine Art Schleier oder Nebel. Es ist möglich, die Augenkrankheit bei einer OP zu behandeln, wobei Teile der natürlichen Linse durch eine künstliche Linse ersetzt werden.

Diabetische Retinopathie – das sollten Diabetiker beachten

Für Diabetiker stellt diese Augenkrankheit ein besonderes Risiko dar. Bleibt eine Diabeteserkrankung unerkannt oder wird sie nur unzureichend medikamentös behandelt, ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht. Dies kann wiederum Schäden an den Blutgefäßen der Netzhaut hervorrufen, was eine verringerte Durchblutung in diesem Bereich zur Folge hat. Experten bezeichnen die spezielle Gefäßerkrankung der Netzhaut als diabetische Retinopathie.

Häufig bleibt die Augenkrankheit zu Beginn unentdeckt und erst mit dem Fortschreiten zeigen sich Einschränkungen beim Sehen. Aus diesen Gründen empfiehlt es sich für Diabetiker – auch ohne Augenbeschwerden – mindestens alle 1 bis 2 Jahre eine augenärztliche Kontrolluntersuchung durchführen zu lassen.i So kann eine diabetische Retinopathie gegebenenfalls frühzeitig diagnostiziert und weitere Schritte eingeleitet werden, um eine Verschlechterung der Sehkraft zu verhindern.

Augenkrankheit Netzhautablösung – ein augenärztlicher Notfall

Die Netzhautablösung zählt zu den gefährlichen und akuten Augenkrankheiten: Es handelt sich um einen medizinischen Notfall, der einer sofortigen Behandlung bedarf, da es sonst zur Erblindung kommen kann. Betroffene bemerken bei einer Netzhautablösung einen dunklen Schleier, der sich über das Sichtfeld legt, oft in Kombination mit plötzlich auftretenden Lichtblitzen.

Als Grund für die Netzhautablösung kommen beispielsweise vorherige Verletzungen des Auges (mit Rissen in der Netzhaut) oder altersbedingte Veränderungen am Glaskörper infrage. In jedem Fall muss eine Netzhautablösung mittels Laseranwendung oder im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs behandelt werden.

Gefährliche Augenkrankheit: Augenkrebs

Bei Augenkrebs handelt es sich vermutlich um die gefährlichste aller Augenkrankheiten. Unbehandelt kann der Krebs nicht nur eine Erblindung hervorrufen, sondern schlimmstenfalls auch zum Tod führen, wenn sich Tumorabsiedlungen (Metastasen) an anderen Organen wie beispielsweiser der Leber bilden. Im Vergleich zu den vorab genannten Augenkrankheiten tritt Augenkrebs glücklicherweise deutlich seltener auf. Die Therapieform richtet sich nach der Art und Größe des Tumors. Generell gilt jedoch: Je früher Augenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Augenkrankheiten vorbeugen – geht das?

Viele Augenkrankheiten lassen sich nur schwer verhindern, da häufig nicht kontrollierbare Faktoren Einfluss auf die Entstehung nehmen (wie eine genetische Veranlagung oder altersbedingte Komponenten). Trotzdem gibt es einige Aspekte den Lebensstil betreffend, durch welche Sie Ihre Augengesundheit positiv beeinflussen können:

  • vitaminreiche Ernährung
  • regelmäßige Sporteinheiten
  • Schutz der Augen vor direkter Sonneneinstrahlung
  • ausreichend Schlaf und bildschirmfreie Zeit
  • Vermeidung von Stress
  • Verzicht auf Nikotin

Besteht bei Ihnen beispielsweise aufgrund einer Vorerkrankung (wie Diabetes mellitus) ein erhöhtes Risiko für Augenbeschwerden, sollten Sie dieses ernst nehmen und regelmäßig einen Augenarzt zur Kontrolle aufsuchen.

Patienten-Information.de: Diabetes – Schäden an der Netzhaut des Auges. URL: https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/diabetes-und-augen# (04.05.2021).

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Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay