Samstag , 18. September 2021
Je früher Augenerkrankungen wie die feuchte AMD festgestellt werden, desto mehr Sehkraft und Lebensqualität können erhalten werden.

Die Sehkraft im Alter bewahren

Mit fortschreitendem Alter lässt bei vielen die Sehkraft nach. Neben Fehlsichtigkeit können auch ernsthafte Erkrankungen einen erheblichen Sehverlust verursachen – bis hin zur Erblindung. Werden sie frühzeitig erkannt und behandelt, können Betroffene ein großes Stück Lebensqualität zurückgewinnen.

Mit dem Auto fahren, den Herd einschalten und die Zeitung lesen: Was einfach und alltäglich klingt, kann für Menschen mit einer Sehschwäche im Alter zur echten Herausforderung werden. Hinzu kommt, dass mit zunehmendem Alter das Risiko für Augenerkrankungen steigt, die das Augenlicht gefährden können. Aufgrund der abnehmenden Sehkraft sind viele Betroffene dann auf Hilfe angewiesen, um ihren Alltag bestreiten zu können. Ihre Lebensqualität ist eingeschränkt. Bleiben die Erkrankungen unbehandelt, kann es zur Erblindung kommen.

Risiko: Feuchte altersabhängige Makuladegeneration

Neben dem Glaukom und der diabetischen Retinopathie gehört die altersabhängige Makuladegeneration zu den häufigsten Ursachen für eine Sehbehinderung. Unterschieden werden die trockene und die feuchte Form. Erstere verläuft langsam und lässt sich nicht medikamentös behandeln. Ursache sind Ablagerungen von Stoffwechselprodukten unter der Makula, der Teil auf der Netzhaut, der für das scharfe Sehen verantwortlich ist. Der Augenarzt Dr. Thilo Gronow aus Oldenburg erklärt: „Zu Beginn einer Augenerkrankung nimmt die Fähigkeit des zentralen Sehens ab. Betroffene können dann nicht mehr lesen.“

In 15 Prozent der Fälle entwickelt sich aus der trockenen Form eine feuchte AMD. Neben den Ablagerungen bilden sich neue, jedoch brüchige Blutgefäße unter der Netzhaut und können in sie einwachsen. Aus Ihnen tritt Flüssigkeit aus, die sich in und unter der Netzhaut sammelt. Diese Form schreitet schneller voran und kann zur unwiederbringlichen Zerstörung der Sehzellen im Bereich der Makula führen. Betroffene erkennen etwa Gesichter nicht mehr, und das Autofahren ist nicht mehr möglich. Doch: Je früher die Erkrankung festgestellt und behandelt wird, desto mehr Sehkraft kann erhalten werden.

Die Augengesundheit nicht vergessen

Um im Alter auf nichts verzichten zu müssen, sind Vorsorgetermine beim Augenarzt daher so wichtig. Dr. Gronow rät zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen ab dem 55. Lebensjahr. Mit einem Trick lässt sich die Sehkraft der Augen auch selbst kontrollieren. Dafür einfach ein Auge zu halten und vergleichen, wie gut die Sicht ist. Bei einem deutlichen Unterschied sollten Betroffene aufmerksam werden. Der Augenarzt ergänzt: „Bei Verschlechterung des Sehens auf einem Auge beim Lesen über einen Zeitraum von drei bis vier Tagen ist es ratsam, zum Arzt zu gehen.“

Bei frühzeitiger Diagnose kann die feuchte AMD wirksam behandelt werden. Sogenannte VEGF-Hemmer verhindern die Neubildung von Gefäßen und in der Folge ein Austreten der Flüssigkeit. Sie werden mit einer Spritze in das betäubte Auge injiziert. So kann die Erkrankung ausgebremst und weiterem Sehverlust vorgebeugt werden. Wichtig: Die Therapie muss in regelmäßigen Abständen und lebenslang wiederholt werden.

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