Mittwoch , 28. September 2022
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Prostatitis: Was es mit der Erkrankung auf sich hat

Vermehrte Toilettengänge und Schmerzen beim Wasserlassen – nicht unbedingt die Traumvorstellung eines jeden Mannes im alltäglichen Leben. Leider aber bittere Realität, wenn Betroffene unter einer Entzündung der Prostata leiden. Erfahren Sie alles zu den Ursachen wie auch Symptomen einer Prostatitis und was Sie dagegen tun können.

Symptome einer Prostatitis

Die Prostata entzündet sich entweder durch Bakterien (bakteriell) oder eine innere Reizung (abakteriell). Ist ersteres der Fall, unterscheiden Mediziner zwischen einer akuten und chronischen Form. Wenn Sie folgende Beschwerden verspüren, sollten Sie eine Untersuchung beim Urologen nicht länger hinauszögern:

  • Schmerzen (Brennen, Stechen) und Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Tröpfeln)
  • ständiger Harndrang mit häufigen Toilettengängen
  • schwacher, dünner Harnstrahl
  • Blut im Urin oder Sperma
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • grippeähnliche Beschwerden wie Fieber

Die unterschiedlichen Symptome dominieren auch im Fall einer chronischen Form der Prostatitis– sie treten jedoch in wellenförmigen Verläufen auf. Das kann wiederum psychisch sehr belastend sein. Meist stehen bei solchen Entzündungen Schmerzsymptome im Vordergrund, die in Oberschenkel, Penis und Hoden sowie den Rücken ausstrahlen können.

Prostatitis und die Ursachen

Nach dem heutigen Wissensstand der Medizin sind die Ursachen einer Prostatitis noch immer nicht vollständig geklärt. Teilweise machen Ärzte Bakterien für die Erkrankung verantwortlich, andererseits spielen auch sexuell übertragbare Krankheiten eine Rolle. Betroffene, die unter einer akuten bakteriellen Form leiden, verspüren Fieber und Schüttelfrost, verursacht durch zusätzlich eingeschwemmte Bakterien in die Blutbahn. Prostatavergrößerungen können eine Entzündung zusätzlich begünstigen – in manchen Fällen gibt es aber auch keinen Nachweis über verantwortliche Keime. Die eigentliche Ursache der Prostatitis bleibt dann unklar.

Was Sie gegen eine Prostatitis tun können

Schätzen Sie doch mal: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann in seinem Leben an einer Prostataentzündung erkrankt? Sie beträgt 15 Prozent. Patienten sind zwischen 18 und 74 Jahren alt, Männer sind am häufigsten von 40 bis 50 betroffen.

Eine Prostatitis kann sehr hartnäckig sein: Rund 30 Prozent der Leidtragenden müssen sich länger als ein Jahr mit der Erkrankung auseinandersetzen. Bei der Hälfte geht die Entzündung in eine chronische Form über und es schließen sich oftmals zahlreiche Krankheitsepisoden an. Was Sie gegen eine Prostatitis tun können und welche Therapiemöglichkeiten für Sie infrage kommen, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Diagnose

Für die erfolgreiche Therapie ist es entscheidend, den Symptomen und Ursachen der Prostatitis auf den Grund zu gehen. Dazu führen Ärzte mit Ihnen ein ausführliches Gespräch zu Ihrer Krankheitsgeschichte. Folgende Kernpunkte sind dafür wichtig:

  • Unter welchen Beschwerden leiden Sie?
  • Wann traten die Symptome das erste Mal auf?
  • Wie stark sind die Beschwerden ausgeprägt?
  • Haben Mediziner bei Ihnen andere Krankheiten wie Harnwegsinfekte oder Diabetes festgestellt?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?

Anhand Ihrer Antworten erkennt das medizinische Fachpersonal schon erste Anhaltspunkte, ob Sie unter einer Entzündung der Prostata leiden könnten. Im nächsten Schritt geht es darum, herauszufinden, die verschiedenen Formen der Prostatitis voneinander abzugrenzen – das ist für die richtige Behandlung ausschlaggebend. Anhand von Tast- und Urinuntersuchungen sowie der Auswertung eines Blutbildes diagnostizieren Mediziner die Ursachen der Prostatitis. Daraus ergeben sich dann geeignete Therapiemöglichkeiten.

Behandlungsformen

Was bei einer Prostatitis zu tun ist, hängt primär davon ab, ob Bakterien an der Erkrankung beteiligt sind oder nicht – denn nur in diesem Fall helfen Antibiotika. Die Behandlungsdauer beträgt circa vier Wochen, da das Antibiotikum schwer in die Prostata gelangt. Als weitere Therapiemaßnahme verschreibt der zuständige Arzt zusätzlich schmerzlindernde sowie entzündungshemmende Medikamente. Dazu zählen unter anderem:

  • Alpha-Rezeptorblocker: Durch sie entspannen sich die Harnblase wie auch Blasenmuskulatur. Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen können Sie dadurch lindern. Außerdem helfen Alphablocker gut bei einem chronischen Beckenschmerzsyndrom. Die Dauer der Therapie beträgt mindestens sechs Monate.
  • Parasympatholytika: Ihr Einsatz ist hilfreich bei starkem Harndrang und Störungen beim Wasserlassen. Unter anderem verringern sie Beschwerden der Reizblase und können eine überaktive Blase bekämpfen.

Bei einer chronischen Form sind meist die Ursachen der Prostatitis unklar und Mediziner bemühen sich darum, die Symptome abzuschwächen. Folgende Maßnahmen können ebenfalls zu einer Linderung beitragen: Physiotherapie, Stressreduktion oder pflanzliche Präparate.

Was Sie tun können, um einer Prostatitis vorzubeugen

Kein Mann ist erpicht darauf, an einer Prostataentzündung zu erkranken. In der Tat gibt es präventive Maßnahmen, um eine Prostatitis zu vermeiden:

  • Leeren Sie regelmäßig Ihre Blase bei Harndrang.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr spült Keime aus den Harnwegen und senkt das Risiko für Infektionen.
  • Indem Sie sich stets warmhalten, vermeiden Sie direkten Kälteeinfluss (beispielsweise durch Sitzen auf kaltem Untergrund).

Unabhängig davon, unter welcher Form der Prostatitis Sie leiden, sollten Sie Ursachen immer frühzeitig von medizinischem Fachpersonal abklären lassen. Je früher Sie einen Arzt aufsuchen, desto höher stehen die Chancen auf therapeutischen Erfolg.

Bildquelle:
Bild von Darko Stojanovic auf Pixabay