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Die Krankenkasse wechseln – Was gibt es zu beachten?

Mal ehrlich: die wenigsten Menschen beschäftigen sich mit Ihrer Krankenkasse. Meist bleibt man in der gesetzlichen Kasse, in der man – oft zufällig – gelandet ist. Ein Wechsel klingt nach viel bürokratischem Aufwand und Ärger. Doch bei genauerer Betrachtung bestätigt sich dieses Vorurteil nicht. Die Krankenkasse zu wechseln, ist möglich

Es ist durchaus sinnvoll, seine Krankenkasse und deren Preis-Leistungs-Verhältnis immer mal wieder auf den Prüfstand zu stellen. Besonders, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Wir zeigen Ihnen, was eine gute Krankenkasse ausmacht, und welche Punkte es bei einem Wechsel zu beachten gibt. 

Was kennzeichnet eine gute Krankenkasse?

Bei der Wahl einer neuen Krankenkasse sollte man nicht nur auf den Preis schauen, sondern vor allem auf das Angebot. Das kann individuell sehr verschieden sein. Am besten sollte man deshalb erst einmal abklären, welche Leistungen einem selbst wichtig sind. Legt man beispielsweise besonderen Wert auf Zuschüsse zur Kinderwunschbehandlung oder dem Besuch beim Heilpraktiker, lohnt sich ein genauer Blick auf die Leistungszusammenstellung der jeweiligen Krankenkasse.

Eine gute Krankenkasse zeichnet sich auch durch exzellenten Service aus. Ist in Ihrem Bekanntenkreis schon jemand bei der Krankenkasse, zu der Sie wechseln wollen, versichert? Dann fragen Sie gezielt nach Erfahrungen mit der Service-Qualität der jeweiligen Kasse. Guter Service lässt sich außerdem an Angeboten, wie beispielsweise einer ärztlichen Telefon-Hotline, erkennen.

Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung

In Deutschland ist jeder Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen bis zu 60.750 Euro brutto (monatlich 5.062,50 Euro) gesetzlich pflichtversichert (GKV). Arbeitnehmer mit einem höheren Einkommen oder Selbstständige haben die Wahl: sie können entweder in der GKV bleiben – dann sind sie freiwillig gesetzlich versichert. Oder sie wechseln zu einer privaten Krankenversicherung (PKV). Der Vorteil einer GKV ist, dass man keine Auskünfte über Vorerkrankungen oder persönliche Risiken geben muss. Dagegen wählen private Krankenkassen sehr genau aus, wen sie versichern. Im schlimmsten Fall wird man abgelehnt oder der Versicherungsbetrag kann sehr hoch ausfallen.

Gründe für einen Krankenkassen-Wechsel

Wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt, kann es durchaus Sinn machen, die Krankenkasse zu wechseln. Mit den veränderten Lebensbedingungen ändern sich oft auch die Ansprüche an eine Kasse. Weitere Gründe für den Wechsel können sein:

  •   Wenn Sie Geld sparen wollen, weil eine andere Kasse einen günstigeren Zusatzbeitrag bietet
  •     Wenn Sie mit dem Kundenservice Ihrer alten Kasse unzufrieden sind
  •       Wenn Sie im Vergleich zu Ihrer alten Krankenkasse bei der neuen mehr Leistungen für den Beitrag erhalten möchten (zum Beispiel bei der professionellen Zahnreinigung)

Was ist beim Krankenkassen-Wechsel zu beachten?

Grundsätzlich ist der Wechsel zu einer neuen GKV viel einfacher und unkomplizierter, als man denkt. Das Risiko, kurzfristig ohne Versicherungsschutz dazustehen, besteht nicht. Auch eine Benachteiligung aufgrund Alter oder Krankheit darf es nicht geben. Dafür hat der Gesetzgeber gesorgt. Wir zeigen Ihnen in wenigen Schritten, wie einfach der Wechsel in eine neue GKV geht.

Krankenkassen-Wechsel vereinfacht

Schritt 1: Vergleichen Sie unbedingt Service, freiwillige Zusatzleistungen und die Beitragskosten mehrerer Krankenkassen miteinander.

Schritt 2: Wählen Sie eine Krankenkasse, die für Sie persönlich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Schritt 3: Kündigen Sie bei Ihrer alten Krankenkasse. Ein formloses Schreiben reicht. Keine Angst: es besteht kein Risiko ohne Versicherungsschutz dazustehen – dafür hat der Gesetzgeber gesorgt.

Schritt 4: Beantragen Sie eine Mitgliedschaft bei der neuen Krankenkasse. Dafür müssen Sie die offizielle Kündigungsbestätigung der alten Kasse vorlegen.

Kündigungsfristen

Ja, Kündigungsfristen gibt es. Sie müssen mindestens 12 Monate bei einer Krankenkasse Mitglied gewesen sein, ehe Sie kündigen können. Bei Wahltarifen können sogar längere Bindungsfristen von bis zu drei Jahren gelten. Allerdings gibt es ein Sonderkündigungsrecht, wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht. Dann dürfen Sie als Mitglied bis zum Ende des Monats kündigen, in dem erstmals der neue Beitrag gilt.

Grundsätzlich müssen Sie zwei mindestens Monate warten, bis Sie in die neue Kasse wechseln können. Die Kündigungsfrist beträgt nämlich zwei Monate, jeweils zum Monatsende, in dem sie kündigen.

Arbeitgeber informieren

Wenn Sie die Bestätigung der neuen Krankenkasse erhalten haben, müssen Sie diese bei Ihrem Arbeitgeber abgeben. Dazu sind Sie als Arbeitnehmer verpflichtet.

Fazit

Bei dem Wechsel zu einer neuen GKV kann eigentlich nichts schiefgehen. Und wenn Sie danach für Ihr Geld mehr Leistung erhalten, hat sich der geringe Aufwand mehr als gelohnt.

Bildquelle:
Pexels.com