Dienstag , 29. November 2022
Anzeige
Man in Winterjacke trinkt Heißgetränk
Anzeige

Immunsystem stärken im Winter: Tipps für bessere Abwehrkräfte

Jede Jahreszeit hat ihre eigene Schönheit. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch verschiedene Gesundheitsrisiken, die vermehrt auftauchen und gegen die es sich zu wappnen gilt. So ist die Herausforderung im Sommer, mit der Hitze gut klarzukommen und einem Sonnenbrand vorzubeugen. Im Herbst und Winter hingegen verbreiten sich Viren und Bakterien besonders schnell, weswegen sich Erkältungen und grippale Infekte häufen. Wie gut der Körper damit umgehen kann, hängt zu einem großen Teil von der Stärke des Immunsystems ab. Während manche Menschen ständig unter einer verstopften Nase und Atemwegsinfekten leiden, kommen andere ohne einen Schnupfen durch den Winter. Das Immunsystem ist zu einem Teil angeboren – zum anderen können Sie es jedoch effektiv beeinflussen und stärken. Wie das gehen kann, erklärt der folgende Artikel.

Bewegen Sie sich an der frischen Luft

Der dauerhafte Aufenthalt in überheizten Räumen ist für die Gesundheit wenig förderlich. Heizungsluft ist sehr trocken und kann daher die Schleimhäute angreifen. Aus diesem Grund ist es wichtig, regelmäßig nach Draußen ins Freie zu gehen. Mit einer warmen Jacke bekleidet können Ihnen selbst Minusgrade nichts anhaben. Im Zweifelsfall ziehen Sie noch einen Pullover oder eine lange Thermo-Strumpfhose an, um nicht zu frieren. Da ein Großteil der Wärme über den Kopf verlorengeht, gehören außerdem Mütze oder Stirnband mit zum perfekten Winter-Outfit. Das Sonnenlicht sorgt außerdem dafür, dass der Körper ausreichend Vitamin D produziert – ein weiterer immunstärkender Effekt. Außerdem ist die Bewegung an sich einer der wichtigsten Faktoren für Gesundheit und Wohlbefinden. Sport baut Stress ab und hilft dabei, Übergewicht zu reduzieren. Umso effektiver ist er, wenn Sie sich an der frischen Luft bewegen, beispielsweise beim Joggen, Walken oder Radfahren. Für zu kalte Tage sind auch Indoor-Sportarten wie Schwimmen, Yoga oder Pilates eine gute Alternative. Übertreiben Sie es jedoch nicht. Wer zu hart trainiert, kann das Immunsystem wiederum in Mitleidenschaft ziehen.

Härten Sie Ihren Körper ab

Wenn es kalt wird, neigen wir dazu, uns zurückzuziehen und in warme Decken einzukuscheln. Von Zeit zu Zeit macht es jedoch Sinn, sich Temperaturschwankungen auch auszusetzen. Dafür funktionieren alle Praktiken, bei denen ein Wechsel zwischen Warm und Kalt stattfindet: Wechselduschen, Saunagänge und anschließendes Eisbad oder kalte Güsse. Die starken Temperaturschwankungen sorgen dafür, dass die Blutgefäße sich weiten und wieder zusammenziehen. Wenn Sie dies regelmäßig üben, wird der Körper mit der Zeit widerstandsfähiger und kann Temperaturschwankungen besser regulieren. Noch dazu sorgt ein bewusster Kälte-Reiz, beispielsweise durch kalte Duschen oder Eisbäder, dafür, dass die Anzahl der weißen Blutkörperchen zunehmen. Diese sind dafür verantwortlich, Krankheitserreger zu bekämpfen und fahren so die körpereigene Abwehr hoch.

Bloß keinen Stress machen

Menschen, die es nicht gewohnt sind, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, leiden oft unter Stress. Das liegt daran, dass unterdrückte Gefühle ausgelebt werden wollen – sie klein zu halten, kostet viel Energie und Kraft. Auf Dauer macht es sogar krank: Wer sich viel ärgert und gestresst ist, bei dem schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus. Cortisol hat ursprünglich den Zweck, uns aufmerksamer und wachsamer zu machen, um auf Gefahren schnell reagieren können. Es beeinflusst diverse Stoffwechselvorgänge im Körper, erhöht den Blutdruck und interagiert mit der Immunabwehr. Ist der Körper im sogenannten Kampf- oder Fluchtmodus, fährt er automatisch das Immunsystem herab – immerhin braucht er sämtliche Energie für die Gefahrenabwehr. Bei chronischem Stress ist der Cortisolspiegel dauerhaft erhöht, was zu einer höheren Infektanfälligkeit führen kann. Umso wichtiger ist es also, körperlichen und seelischen Stress zu reduzieren.

Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Versuchen Sie zum einen, unangenehme Gefühle wahrzunehmen und Ihrem Ärger Luft zu machen. Das können Sie durch Meditation lernen oder indem Sie regelmäßig Tagebuch schreiben. Manchen Menschen hilft es auch, in die Natur zu gehen und zu schreien oder Sport zu treiben. Versuchen Sie außerdem, eine angemessene Work-Life-Balance zu etablieren. Planen Sie sich Ruhepausen und Momente der Erholung in Ihren Tag ein. Strukturieren Sie Ihre Arbeit so, dass Sie nicht in Verzug geraten und unter hohem Stresspegel alles auf den letzten Drücker erledigen müssen. Gewöhnen Sie sich eine positive Lebenseinstellung ein – auch das kann helfen. Lernen Sie, gelassener zu werden und die schönen Dinge im Leben zu sehen, anstatt sich ständig über all das zu ärgern, was nicht funktioniert. Zuletzt ist es auch hilfreich, spezielle Entspannungsübungen wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung zu lernen. Diese können selbst dabei helfen, stressbedingte Symptome wie Verspannungen und Kopfschmerzen zu lindern. Je besser Sie diese im Ruhezustand beherrschen, umso leichter wird es fallen, das Gelernte auch bei hohem Stresspegel abzurufen.

Titelbild: iStock - Andrey Shevchuk