Donnerstag , 20. Januar 2022
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Schlaftabletten sollte immer nur das letzte Mittel der Wahl sein, wenn es um die Bekämpfung von Schlafstörungen geht.

Schlafstörungen: Was Betroffene tun können

Schlechten Schlaf kennt jeder. Mal ist die Nacht zu kurz, dann ist es zu warm, zu kalt, zu laut. Wer jedoch regelmäßig und dauerhaft unter der Problematik leidet, der leidet tatsächlich. Gutgemeinte Ratschläge wie ›Schlaf dich doch einmal richtig aus‹ wirken wie der pure Hohn, immerhin ist Schlafen das wirkliche Problem. Aber was können Menschen machen, die die Einschränkungen des miserablen Nachtschlafs zu spüren bekommen? Gibt es Hilfe oder auch Gegenmittel? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Schlafhygiene verbessern

In der Tat ist die Schlafhygiene oftmals ein großes Problem. Doch was wird darunter verstanden? Grundsätzlich fasst sie die Bettgestaltung, das Klima im Bett und die Verhältnisse des Schlafzimmers zusammen. An etlichen Stellschrauben lässt sich mit ein wenig Aufwand gut drehen:

  • Matratze – ist sie durchgelegen, zu weich oder zu hart, kommt der Körper nicht ordentlich zur Ruhe. Die Muskeln können nicht ausreichend entspannen, da sie ständig gegen die Matratze steuern müssen. In der Folge treten nicht nur Verspannungen, steife Glieder und Kopfschmerzen auf, auch der Schlaf ist einfach nicht erholsam.
  • Klima – wer nachts stark schwitzt, der kommt auch nicht zur Ruhe. Das Bettklima zwischen Decke und Matratze muss für einen selbst passend sein. Gerade feucht-warme Bedingungen führen zu schlechtem Schlaf.
  • Kissen – für das Kissen gelten die Regeln der Matratze. Es muss zu einem selbst passen. So schön flauschig und weich Daunenkissen sein können, so wenig stützen sie auch. Das trifft gerade auf alte Kissen zu.
  • Verhältnisse – sicherlich kann nicht jeder in purer Dunkelheit schlafen, doch sind sich bewegende Lichter sehr störend. Eine stationär stehende Straßenleuchte wird vom Körper ignoriert, der ständig auslösende Bewegungsmelder des Nachbarn, der nun strahlendes Licht ins Schlafzimmer bringt, stört. Auch laute Geräusche sind sehr störend, hier helfen Ohrstöpsel. Noch wichtiger ist allerdings die Temperatur. Bei 18 Grad ist im Schlafzimmer Schluss, besser ist sogar noch ein Grad weniger.

Vor dem Schlafengehen muss das Schlafzimmer gut gelüftet werden. Das Abklappen des Fensters genügt nicht, denn ist ein Luftaustausch notwendig.

Schlafmittel

Generell ist bei Schlafmitteln aller Art Vorsicht geboten. Jeder muss für sich bedenken, dass diese Mittel ein vorliegendes Problem nur übertünchen, aber nicht lösen. Wer sehr unter Stress steht, private oder berufliche Probleme hat, der wird mit vielen Mitteln schlafen können, indem der Kopf abgestellt wird. Doch lösen sich die Probleme dadurch nicht. Schlechter Schlaf kann nämlich auch ein Indiz dafür sein, dass etwas im eigenen Leben nicht stimmt. Aber welche Mittel gibt es allgemein?

  • Melatonin – das ist das Schlafhormon, welches auch der Körper ausschüttet. Seit einiger Zeit ist das Mittel auch in Tablettenform auf dem Markt und kann so von außen zugeführt werden. Das körpereigene Hormon ist es natürlich nicht, denn es wird künstlich hergestellt. Dennoch ist es nicht süchtigmachend und bietet oft gute Hilfe. Gerade bei Einschlafstörungen wirkt es.
  • Baldrian – für Katzenbesitzer ist das Mittel nichts, die Gründe sind sicherlich bekannt. Als Tropfen, Kapseln oder Tee stößt es beim Menschen jedoch den Schlaf an und fördert die Entspannung. Da es sich um ein natürliches Mittel handelt, sind die Nebenwirkungen und Suchtgefahren nicht vorhanden.
  • CBD – Cannabidiol wirkt beruhigend, schlaffördernd, entspannend und angstlösend. Gerade bei Personen, die unter großem Stress stehen, wirkt CBD sehr gut auf den Schlaf. Es muss allerdings für ungefähr zwei Wochen eingeschlichen werden, damit die richtige Dosis gefunden wird. Ein weniger einfacher als CBD-Öl in dieser Hinsicht ist CBD-Tee. Er kann tagsüber getrunken werden, dann wird eine kurze Wirkungszeit genutzt (Achtung: Auch diese Variante wirkt auf manche Menschen müde machend). Direkt vor dem Schlafen darf er gute 15 Minuten ziehen und wird mit einem Schluck Milch gemischt. Sicherlich reagiert nicht jeder Mensch gleich, doch viele schaffen es kaum bis zum Boden der Teetasse, bis die Augen zufallen wollen.

Normale Schlaftabletten, auch die frei verkäuflichen, werden hier nicht genannt. Die Suchtgefahr, wie auch die Gewöhnungsgefahr ist viel zu groß.

Klinische Schlafstörungen behandeln: Ein Fall für den Arzt

Wer drei Mal die Woche oder über mehrere Wochen hinweg nicht ein- oder durchschlafen kann, der sollte immer einen Arzt aufsuchen. Wichtig ist, zuvor zu notieren, worin sich die Probleme zeigen. Dreht der Kopf auf Hochtouren, wenn doch eigentlich der Schlaf kommen sollte? Plagen Betroffene Albträume oder gar Panikattacken? Doch auch, wenn der Arzt aufgesucht wird, gilt:

  • Schlafmittel – etliche Reportagen und Recherchen offenbarten, dass gerade Hausärzte viel zu schnell Schlafmittel oder gar Beruhigungsmittel verschreiben. Oft sogar, bevor sie andere Ursachen ausschlossen. Betroffene sollten also auch gezielt nach anderen Mitteln fragen.
  • Psychiater/Neurologe - ein Termin bei den Fachleuten kann sehr aufschlussreich sein, zumal die Ärzte die Möglichkeit haben, weitere Untersuchungen in Auftrag zu geben. Was viel wichtiger ist: Die Spezialisten kennen schlaffördernde Medikamente, die nicht zu den Schlaftabletten gehören und die nicht süchtig machen.
  • Schlafberatung – es gibt mittlerweile Spezialisten auf dem Gebiet des Schlafens. Die Schlafberater kommen beispielsweise nach Hause und begutachten das Bett, Kissen und die Umgebung. Oftmals fallen ihnen direkte Einflüsse auf, die dem Betroffenen völlig durchgehen.
Schlafstörungen können mitunter äußerst belastend sein - zum Glück gibt es Möglichkeiten, dagegen anzugehen.
Wer zwar durchschläft, doch weiterhin gerädert aufwacht, der kann ein Schlaflabor besuchen. Zuvor helfen schon Fitnessuhren mit Schlaftracker, um zu sehen, wie tief der Schlaf wirklich ist. Im Schlaflabor findet schließlich eine professionelle Auswertung statt, die mitunter über Schlafapnoe oder andere Problematiken Aufschluss gibt.

Fazit – kein Leben ohne Schlaf

Schlafentzug wurde – und wird vermutlich weiterhin – als Foltermethode eingesetzt. Kein Mensch ist ohne Schlaf leistungsfähig, zudem schlägt sich fehlender Schlaf stets auf die Gesundheit nieder. Daher ist es sehr wichtig, seine eigenen Schlafschwierigkeiten ernst zu nehmen und sie schon zu Beginn zu bekämpfen. Mit einer guten Schlafhygiene, eventuell natürlichen Hilfsmitteln oder auch einer professionellen Untersuchung lassen sich auf Dauer gute Ergebnisse erzielen. Dennoch muss sich jeder Schlafgestörte eine Frage stellen: Was läuft in meinem Leben unpassend und wie kann ich das ändern? Wer todunglücklich auf seiner Arbeitsstelle ist und morgens stets mit einem mulmigen Gefühl zur Arbeit fährt, der wird auch mit den besten Tipps rund um den Schlaf eben diesen nicht dauerhaft finden.

Bildquellen:
Aufmacherbild:@ Pawel Czerwinski / Unsplash.com
Textbild: @ SL / Unsplash.com