Donnerstag , 27. Januar 2022
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Behandlungsmöglichkeiten bei Verstopfung

Menschen, die an einer Verstopfung leiden, haben akute oder chronische Schwierigkeiten bei der Darmentleerung. Fast immer geht dies mit einem schmerzhaften Gefühl beim Stuhlgang und Bauchschmerzen einher. Hinter einer Verstopfung können unterschiedliche Ursachen stecken. Da es sich um ein Symptom handelt, das von verschiedenen Krankheitsbildern herrühren kann, existieren unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Häufig bessern sich die Beschwerden bereits, wenn Betroffene ihren Lebensstil umstellen.

Merkmale: Wodurch sich eine Verstopfung bemerkbar macht

Es ist schwierig, genau zu definieren, ab wann eine Verstopfung eintritt. Denn jeder Mensch hat zu unterschiedlichen Zeiten Stuhlgang, manche mehrmals täglich, andere lediglich dreimal wöchentlich. Im medizinischen Sinne spricht man von einer Obstipation, sobald Patienten weniger als dreimal wöchentlich Stuhlgang haben. Weitere Merkmale einer Verstopfung sind schmerzhaftes Pressen beim Stuhlgang, eine harte oder klumpige Konsistenz sowie Völlegefühl, Bauchschmerzen, Blähungen oder Appetitlosigkeit.

Ärzte unterscheiden hierbei akute und chronische Verlaufsformen, die unterschiedliche Ursachen haben können. Eine akute Verstopfung tritt häufig aufgrund von ungewohnten Lebensumständen (beispielsweise Reisen, Schichtarbeit), Bewegungsmangel oder einer ungünstigen Ernährungsweise auf. Auch Infektionserkrankungen oder Folgen einer Operation können die Verdauung zeitweise beeinträchtigen.

Bei einer chronischen Verstopfung wiederum leiden Patienten seit mindestens drei Monaten unter Darmträgheit. Verantwortlich dafür sind zumeist chronische Erkrankungen oder dauerhaft eingenommene Medikamente. Bei einem Reizdarmsyndrom leiden Betroffene abwechselnd unter Durchfall und Verstopfung. Auch chronische Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes mellitus oder Multiple Sklerose können zu einer erschwerten Stuhlentleerung führen. Mitunter verursachen auch Medikamente, zu denen Antidepressiva, starke Schmerzmittel oder Mittel gegen Bluthochdruck gehören, einen erschwerten Stuhlgang. Generell wird eine fachliche Abklärung empfohlen, insofern eine Verstopfung sehr plötzlich auftritt und weitere Symptome wie starke Schmerzen, Fieber oder Erbrechen vorliegen.

Verstopfung behandeln: Diese Möglichkeiten gibt es

Wie eine Verstopfung behandelt wird, richtet sich vor allem nach der Ursache der Erkrankung aus:

  • Liegen hormonelle Probleme als Ursache vor, so versuchen Ärzte, die Symptome mithilfe von entsprechenden Hormonpräparaten zu behandeln. Auch dann, wenn eine Verstopfung durch bestimmte Medikamente ausgelöst wird, kann der Wechsel zu einem anderen Arzneimittel bereits eine Verbesserung bewirken.
  • Sofern keine konkrete Ursache gefunden werden kann, empfehlen Ärzte zur „Behandlung” eine veränderte Lebensweise. Betroffenen wird empfohlen, mindestens 30 Minuten am Tag körperlich aktiv zu sein. Oftmals helfen Spaziergänge oder ausdauernde Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren dabei, den Darm wieder in Schwung zu bringen.
  • Oftmals lässt sich eine Verstopfung gut mit einer ballaststoffreichen Ernährung behandeln. Obst und Gemüse, aber auch Vollkornprodukte gelten als vorteilhaft für die Verdauung. Mitunter entfalten bestimmte Lebensmittel wie Feigen und Pflaumen, Sauerkraut, Rhabarber oder Floh- und Leinsamen eine abführende Wirkung. Vermeiden sollten Betroffene hingegen alle Nahrungsmittel, die als stopfend gelten, etwa Bananen, Hart- und Teigwaren, Nüsse, Hartkäse oder Schokolade.
  • Eine Verstopfung, bei der keine krankhafte Ursache vorliegt, kann mit kreisrunden Bauchmassagen behandelt werden. Auch Bäder und Wasseranwendungen können Verdauungsbeschwerden, die mit Krämpfen einhergehen, lindern. Mediziner empfehlen hierbei beispielsweise warme Sitzbäder, Auflagen oder auch kalte Fußbäder.

Verstopfung mit Abführmitteln behandeln: Das gilt es zu beachten

Wollen Betroffene ihre Verstopfung selbst behandeln, so sollten sie mit Abführmitteln besonders vorsichtig umgehen. Diese bieten sich vor allem in Fällen an, in denen eine Verstopfung lediglich vorübergehend auftritt (beispielsweise infolge einer Reise) und schnelle Abhilfe erforderlich ist. Auch dann, wenn eine chronische Verstopfung vorliegt, können Abführmittel Betroffenen zeitweise Erleichterung verschaffen, sollten aber keineswegs im Vordergrund stehen, da es die Ursache zu behandeln gilt. Bevor man zu Abführmitteln greift, sollte man den Arzt oder Apotheker konsultieren. Es gilt dabei, niedrig dosierte Medikamente zu bevorzugen und diese nicht länger als eine Woche am Stück einzunehmen. In normalen Mengen sind Abführmittel für gewöhnlich gut verträglich, dennoch können sie vorübergehende Nebenwirkungen wie Bauch- und Darmkrämpfe, Durchfall oder einen gestörten Elektrolythaushalt auslösen.

Besonders schnell wirken Abführmittel im Körper, wenn sie als Zäpfchen oder Einläufe zum Einsatz kommen; meistens setzt die Wirkung nach spätestens 30 Minuten ein. Tabletten und Lösungen brauchen deutlich länger, ehe sie eine Wirkung entfalten. Daher ergibt es Sinn, diese Abführmittel abends vor dem Schlafengehen einzunehmen, sodass die Darmentleerung am nächsten Morgen oder mittags eintritt.

Sollten Abführmittel nicht die gewünschte Wirkung zeigen, führen Ärzte bei einer diagnostizierten Verstopfung als letztes Mittel operative Maßnahmen durch. Abhängig von der konkreten Ursache legen die Operateure einen künstlichen Darmausgang an oder entfernen Teile des Darms.

Wann eine Verstopfung gefährlich wird

Eine akute Verstopfung sollte unbedingt schnellstmöglich ärztlich behandelt werden, wenn sie von Fieber, einem Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen oder Blutbeimengungen im Stuhl begleitet wird. Diese Symptome deuten auf eine schwerwiegende Erkrankung wie etwa einen Darmverschluss hin. Im Ernstfall erscheint es daher sinnvoll, die Verstopfung in einer Klinik genauer untersuchen zu lassen, damit schwerwiegende Komplikationen verhindert oder zumindest rechtzeitig behandelt werden können.

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