Sonntag , 4. Dezember 2022
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Hygiene nach Corona: Was wird bleiben?

Deutschland mag derzeit noch zögern, doch andere europäische Länder schaffen die strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nach und nach ab. Da stellt sich allmählich die Frage, ob diese Maßnahmen eine dauerhafte Veränderung beim Hygiene-Verhalten angeregt haben.

Hände öfter waschen und weniger schütteln

Als eines der ersten Rituale fiel der Handschlag der aufkeimenden Pandemie im Frühling 2020 zum Opfer. Mittlerweile ist klar, dass viele Menschen ihn auch gar nicht vermissen. Dabei steht nicht einmal die Furcht vor einer Vireninfektion im Mittelpunkt, sondern der als generell unangenehm empfundene direkte Körperkontakt. Schließlich weiß niemand, wo sich die andere Hand kürzlich aufgehalten hat und was sie angefasst hat. Stattdessen hat sich die Bedeutung des regelmäßigen Händewaschens durchgesetzt. In einer Umfrage aus dem Jahr 2018 gaben lediglich 8 Prozent der Befragten an, sich die Hände wie offiziell empfohlen mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife zu reinigen. Diese Zahl ist seither stark gewachsen. Abgetrocknet wird sich außerhalb der eigenen vier Hände fast ausschließlich mit Einwegpapier aus Handtuchspendern oder mit Hilfe eines Gebläses. Geteilte Handtücher sind auch in Büros heute nicht mehr erwünscht.

Wie es mit dem Homeoffice weitergeht, ist derzeit noch unklar. Aber viele Menschen haben die Vorzüge der Arbeit von zu Hause kennengelernt und möchten sie auch weiter genießen. Entsprechende gesetzliche Regelungen könnten noch in diesem Jahr kommen.

Mehr Desinfektionen im öffentlichen Bereich

Kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel und feuchte Tücher gehören seit zwei Jahren zur Standardausrüstung in der Handtasche. Auch sie werden wohl in Zukunft weiterhin viel verkauft werden, denn das Bewusstsein für Keime und Krankheitserreger auf Flächen ist stark gestiegen. Außerdem erfordert es keinen großen Aufwand, die Hände schnell mit etwas flüssigem Desinfektionsmittel abzureiben, nachdem im Bus oder in der Bahn Haltestangen und Haltegriffe angefasst wurden. Überraschend: Obwohl öffentliche Verkehrsmittel als Hort von Keimen gelten, schnitten Taxis in einer Studie noch schlechter in Sachen Keimbelastung ab.

Masken werden wieder verschwinden

Derzeit wird noch um eine Fortsetzung der Maskenpflicht nach dem 20. März gerungen. Doch lange wird sich die die Maske wohl nicht mehr halten. Zu groß ist das Bedürfnis danach, anderen Menschen wieder ins Gesicht zu blicken und ihre volle Mimik zu sehen. In einer Umfrage vom Juni 2021 gaben nur 19,9 % der Befragten an, dass sie die Maske auch nach der Pandemie auf jeden Fall weiter tragen werden. In anderen Ländern gehört sie schon jetzt weitgehend der Vergangenheit an, darunter in England, den Niederlanden und Skandinavien.

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©istock.com/Maryna Andriichenko