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Wie funktionieren Gesundheits-Selbsttests für zu Hause?

Seit der weltweiten pandemischen Lage durch Covid-19 sind Selbsttests für den Endverbraucher wörtlich in aller Munde. Anhand von Abstrichen können Eiweißbestandteile des Virus nachgewiesen werden. Mit ein wenig Übung und geringem Aufwand kann so jeder seinen Gesundheitszustand eigenständig überprüfen, ohne auf den Besuch beim Arzt angewiesen zu sein.

Mittlerweile hat auf diese Weise schon fast jeder erste Erfahrungen mit Selbsttests gemacht. Bekannte Selbsttests für Schwangere und Diabetiker gibt es schon seit vielen Jahren. Der Markt hat sich jedoch erheblich weiterentwickelt und bietet auch für andere Bereiche Selbsttests über Blut-, Speichel- oder Urinproben an.

Nicht jeder Test liefert unmittelbar ein Ergebnis, das der Verbraucher zu Hause selbst ablesen kann. Viele Heimtests erfordern das Einschicken der Probe zu einem Labor, wo diese professionell analysiert und ausgewertet wird. Selbsttests lassen sich somit noch einmal in Schnelltests und Labortests unterscheiden. Neben solchen Testkits können mit Selbsttests auch Fragenkataloge gemeint sein, die man online ausfüllt, um erste Hinweise etwa auf psychische Erkrankungen zu erhalten.

Anwendungsbereiche für Gesundheits-Heimtests

Medizinische Heimtests kann man in der Apotheke oder online bei Anbietern wie Homed-IQ erwerben. Sie dienen der eigenen Vorsorge, zur Abklärung eines Krankheitsverdachts oder zum Monitoring der Blutwerte bei einer Medikamentengabe. Anhand der Zuckerkrankheit lassen sich diese drei Anwendungsbereiche gut verdeutlichen.

Das Diabetes-Risiko lässt sich in einem ersten Schritt per Online-Fragebogen ermitteln. Mit einem Urin-Schnelltest für zu Hause kann der Zucker im Harn gemessen und das Diabetes-Risiko konkreter bestimmt werden. Zeigt der Teststreifen, dass zu viel Zucker über den Harn ausgeschieden wird, kann sich der Verdacht auf eine Diabetes-Erkrankung erhärten. Beim HbA1c-Bluttest wird eine Blutprobe an ein zertifiziertes Labor geschickt. Das Testergebnis gibt Aufschluss darüber, ob Ihr durchschnittlicher Blutzuckerwert der letzten 3 Monate im Bereich der Referenzwerte liegt oder zu hoch ist, was auf Diabetes hindeutet. Endgültige Gewissheit kann Ihnen aber nur ein Diabetologe oder vergleichbarer Facharzt geben.

Ist die Zuckerkrankheit eindeutig diagnostiziert worden, muss der Diabetiker seine Blutzuckerwerte zum Teil täglich messen, um die korrekte Menge an Tabletten oder Insulin zu ermitteln. Dies geschieht mittels kleiner Blutstropfen, die auf einen Teststreifen appliziert und in einem kleinen Messgerät ausgelesen werden.

Was genau sind die medizinischen Heimtests?

Viele Verbraucher möchten eigenständig und prophylaktisch etwas für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden tun. Medizinische Heimtests erlauben die bequeme Testung von zu Hause aus. Sie sind kostengünstig und diskret bei vergleichbarer Qualität zu von Ärzten durchgeführten Labortests. In manchen Fällen übernimmt die Krankenkasse sogar die Kosten.

Selbsttests sind sehr spezifisch auf wenige Werte fokussiert und können eine ganzheitliche Anamnese, umfassende körperliche Untersuchung und darauf basierende Diagnosestellung durch einen Facharzt nicht ersetzen. Eine erste Orientierung können sie durchaus geben.

Folgende Selbsttests stehen den Kunden zur Verfügung:

  • Antikörpertests zur Immunität nach Erkrankungen wie Covid-19 oder zum Nachweis von Immunreaktionen wie Zöliakie
  • Tests zur Darmgesundheit, Unverträglichkeits- und Allergietests
  • Gentests zur Bestimmung des Stoffwechseltyps
  • Messungen von Vitaminspiegel, Blutfetten wie Cholesterin, Schilddrüsenhormonen, Eisen-, Hämoglobin- und Ferritinspiegel
  • Tests zum Nachweis von sexuell übertragbaren bakteriellen oder Virus-Erkrankungen wie Chlamydien oder Syphilis

So funktionieren Gesundheits-Selbsttests

Je nach Art des Gesundheits-Selbsttests kann man die Testung komplett zu Hause durchführen. Oder man schickt das Probenmaterial bequem per mitgeliefertem Rücksendeumschlag an den Laborpartner des entsprechenden Anbieters.
Die Probenentnahme richtet sich nach den zu testenden Werten, die sich je nachdem besser anhand von Speichel-, Blut-, Urin- oder Stuhlproben bestimmen lassen. Sie kann sich zudem nach der Testperson richten. So werden bei der Testung von sexuell übertragbaren Krankheiten von Frauen alternativ Vaginalabstriche und keine Urinproben wie von Männern angefordert. Zwei typische Testverfahren basieren auf der Entnahme von Blut sowie Urin.

Blut- und Urinanalyse

Bei Selbsttests, die eine Blutanalyse erfordern, sticht sich die Testperson mit einer Lanzette in die Fingerkuppe, um eine definierte Menge Blut zu entnehmen und auf eine Trockenblutkarte zu applizieren, die dann zur Analyse eingesendet wird. Durch zu schnelles Drücken kann jedoch Gewebeflüssigkeit in die Probe eingebracht werden und das Ergebnis verfälschen.

Bei Urinproben werden kleine Röhrchen mit Urin befüllt und zur Kontrolle eingeschickt. Oder es wird sofort eine geringe Menge Urin auf einen Teststreifen gegeben. Entsprechende Verfärbungen des Teststreifens lassen sich anhand einer im Testkit mitgelieferten Farbskala interpretieren. Urintests geben vielfach nur erste Anhaltspunkte. Sie sind nicht immer hundertprozentig aussagekräftig.

Wie sinnvoll sind die medizinischen Heimtests?

Für flächendeckende und regelmäßig erforderliche Testungen, wie sie im Rahmen der Pandemie bestehen, sind Selbsttests eine große Entlastung. Auch für chronisch Kranke stellen Selbsttests eine erhebliche Erleichterung dar und ersparen ihnen lange Wege zu Ärzten und Krankenhäusern. Personen, die aus Scham zunächst nicht zum Arzt gehen möchten, bieten Selbsttests die Möglichkeit eines ersten diskreten Screenings. Dies gelingt aber nur, wenn sie passend zu einem bestimmten Verdacht den geeigneten Test verwenden.

Natürlich kann ein vorliegendes Symptom auf eine ganz andere Erkrankung hinweisen. Üblicherweise ist der normale Verbraucher nur bedingt qualifiziert, eine sichere Einschätzung abzugeben. Recherchen im Internet können für zusätzliche Verunsicherung sorgen. Auch bei der Durchführung der Probenentnahme und der anschließenden Deutung in Eigenregie liegt Fehlerpotenzial. Ein langjähriger Hausarzt kann bestimmte Werte besser einordnen, bspw. wenn ein Wert für Sie als unproblematisch einzustufen ist, obwohl er nicht perfekt im Referenzwertbereich liegt. Er wird in der Lage sein, falsch positive Testergebnisse zu identifizieren und erneut abzuklären. Außerdem wird er Ihnen gezielt die Handlungsempfehlungen oder Medikationen geben, die Sie benötigen.

Andererseits ist die Qualität von Selbsttestkits zertifizierter Anbieter sehr hoch und sie liefern bei korrekter Anwendung genaue Ergebnisse. Der Verbraucher profitiert so von Zeitersparnis. Lange Wartezeiten auf Termine und in der Arztpraxis entfallen. Ergebnisse werden innerhalb weniger Werktage nach Probeneinsendung digital übermittelt, ergänzt durch Informationen und Handlungsempfehlungen.

Kritisch zu bewerten ist die Nutzung von Selbsttests immer dann, wenn Ihre Gesundheit oder die anderer durch ein fehlerhaftes, falsch negatives Ergebnis erheblich gefährdet würde, weil sich der Patient und sein Umfeld in falscher Sicherheit wiegt.

Bildquelle:
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