Dienstag , 29. November 2022
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Kopfläuse machen sich oft durch starken Juckreiz bemerkbar. (Foto: Adobe Stock)

Läuse bei Kindern: So schnell geht es mit der Ansteckung

Eines gleich vorweg: Läuse sind kein Zeichen für schlechte Hygiene. Mit ihnen kann man sich anstecken wie mit einem Schnupfen. Nur, dass sie nicht wie Viren durch die Luft fliegen, sondern von Kopf zu Kopf krabbeln – oft unter Kindern. Welche Gründe dahinterstecken und wie lange Kopfläuse ansteckend sind, erfahren Sie hier.

Kopfläuse mögen Kinder besonders gern

Im Gegensatz zu Flöhen springen Läuse übrigens nicht. Aber beide zählen zu den Parasiten und ernähren sich von menschlichem Blut. Gut zu wissen: Haustiere sind keine Überträger von Kopfläusen.

Vor allem Kinder stecken sich immer wieder an, weil ihre Köpfe beim Spielen oft nahe sind. Aber eine Ansteckung mit Läusen kann auch Erwachsene treffen, wenn diese mit einem infizierten Kind engen Kontakt hatten – zum Beispiel mit ihm geschmust haben und dabei die Haare zusammenhingen. Läuse verlassen Köpfe nur selten und wenn, dann aus Versehen.
Denn sie können ohne Blut nur wenige Tage überleben.
Bei Kopflausfbefall müssen Sie übrigens keine Krankheiten erwarten. In schlimmen Fällen kommt es zu einer leicht entzündeten Kopfhaut, wenn Stiche zum Beispiel mit dreckigen Fingern aufgekratzt werden.

Läuse erkennen

Oft fällt es schwer, Kopfläuse zu entdecken, da sie sehr winzig sind: Im ausgewachsenen Zustand bringen sie es gerade mal auf zwei bis drei Millimeter. Zudem ist ihre Farbe fast durchscheinend hautfarben und sie sind trotz Flugunfähigkeit so schnell, dass sie auf den ersten Blick oft nicht zu sehen sind. Was allerdings gut zu erkennen ist: die Nissen, die eine Laus hinterlässt. Darunter verstehen Fachleute die Eier, von denen eine Kopflaus rund zehn Stück am Tag legt. Sie klebt sie mit einem wasserunlöslichen Stoff an einzelne Haare fest, was aussieht wie klitzekleine Perlen und oft mit Schuppen oder Sand verwechselt wird.

Läuse: Wie lange sind sie ansteckend?

Läuse sind so lange ansteckend, wie sie da sind – und darüber hinaus. Denn selbst, wenn Sie die Plagegeister zum Beispiel mit einem speziellen Läusekamm vom Kopf entfernt haben – wenn Sie nichts gegen die Nissen unternehmen, werden aus diesen innerhalb weniger Tage neue Läuse schlüpfen. Und die werden sich wiederum schnell vermehren. Je früher die Parasiten also entlarvt sind, desto besser kann die Eindämmung einer erneuten Übertragung der Läuse gelingen. Umso wichtiger ist es, die Betreuungseinrichtung Ihres Kindes sofort zu informieren, wenn Sie einen Befall feststellen – und da genügt eine einzige Nisse. Abgesehen davon, dass Scham hier unangebracht ist, besteht auch eine Meldepflicht gegenüber der Einrichtung. Auch, wenn die Kita oder Schule Sie darüber informiert hat, dass in der Umgebung Ihres Kindes Läuse aufgetaucht sind, sollten Sie den Kopf Ihres Kindes besser gründlich inspizieren. Denn eine Läuse-Ansteckung kann jeden treffen. Völlig unabhängig von Hygiene – einer Laus ist es nämlich egal, ob der Kopf, auf dem sie sich gerade befindet, frisch gewaschene Haare hat oder nicht.

Wie sind Kopfläuse bei Kindern zu behandeln?

Wenn es bei Ihrem Kind zu einer Läuse-Übertragung gekommen ist, dann gilt zunächst: Ruhe bewahren. In der Apotheke erhalten Sie – bei Kindern bis zwölf Jahren auch auf Rezept des Kinderarztes – Mittel zur Behandlung. Oft basieren diese auf neurotoxischen Insektengiften: Sie greifen die Nerven der Kopfläuse an, wobei einige Stämme bereits resistent zu sein scheinen. Alternative Mittel arbeiten unter anderem auf Basis von Silikonöl. Dadurch ersticken die Läuse sowie ihre Nachkommen ohne schädlichen Einfluss auf den Betroffenen. Produkte wie diese basieren rein auf einem physikalischen Effekt und selbst schwangere und stillende Frauen sowie kleine Kinder mit Kopfläusen können laut den Herstellern damit behandelt werden.

Natürlich kann es passieren, dass eine Laus beim Ausziehen von Kleidung irgendwo hängen bleibt oder sich noch in einer Mütze befindet. Es ist beim Suchen von Läusen aber keinesfalls nötig, die komplette Wohnung auf den Kopf zu stellen, das Auto mit Insektiziden zu behandeln oder die gesamte Kleidung zu waschen. Es genügt völlig, den Kopf der Kinder und eventuell weiterer befallener Familienmitglieder mit entsprechenden Mitteln zu behandeln, das Bettzeug bei 60 Grad Celsius zu waschen und eventuell getragene Mützen für ein paar Tage in den Gefrierschrank zu legen.

Wie kann ich einer Läuse-Ansteckung vorbeugen?

Niemand ist vollständig davor geschützt, sich mit Läusen anzustecken. Ist es zu einem Befall beispielsweise in Grundschule oder Kindergarten gekommen, können Sie allerdings mit einigen Vorsichtsmaßnahmen die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung mit den Läusen ein bisschen reduzieren. Den Kindern zu verbieten, die Köpfe zusammenzustecken, ist nicht sinnvoll – es gehört zu manchen Entwicklungsphasen dazu. Aber man kann ihnen durchaus sagen, dass sie vorsichtig sein sollen und zum Beispiel keine Mützen oder Kappen tauschen. Zudem können Sie innerhalb der Familie darauf achten, keine Bürsten und Kämme gemeinsam zu benutzen. Lange Haare zu festen Zöpfen gebunden können auch bereits eine gute Möglichkeit der Vorbeugung sein. Der beste Schutz ist allerdings: tägliches Kontrollieren.