Sonntag , 4. Dezember 2022
Anzeige
Anzeige

Gesundheits- und Krankenpfleger Ausbildung – Voraussetzungen, Inhalte und Dauer

Gesundheits- und Krankenpfleger sind Allrounder. Sie beobachten, analysieren, dokumentieren, assistieren Ärzten bei Untersuchungen, versorgen kranke und pflegebedürftige Menschen, übernehmen Organisations- und Verwaltungsarbeiten und vieles mehr. Der Beruf, der sich früher Krankenschwester oder Krankenpfleger nannte, geht mit komplexen Anforderungen einher. Nachfolgend wird erläutert, welche Voraussetzungen die Ausbildung erfordert, wie lange sie geht und was die Inhalte sind.

Gesundheits- und Krankenpfleger Ausbildung - generalistische Pflegeausbildung

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger wird an einer Berufsfachschule für Krankenpflege abgeschlossen. Sie macht Absolventen zu kompetenten Helfern für kranke oder pflegebedürftige Menschen. Der Gesundheits- und Krankenpfleger fungiert als Bindeglied zwischen den Patienten und Medizinern. Seit der Pflegereform erfolgt sie generalistisch als Ausbildung zum Pflegefachmann/zur Pflegefachfrau. Die einst getrennten Bereiche sind nun vereint:

  • Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger
  • Altenpfleger

So ist man nach Beendigung der bundesweit einheitlich geregelten Ausbildung bestens vorbereitet und flexibel einsetzbar. Die neue Ausbildung ist nun allgemeiner ausgelegt. Man lernt alle Pflegebereiche kennen und kann sich währenddessen auch für eine Spezialisierung entscheiden. Die Ausbildung ist sehr verantwortungsvoll.

Gesundheits- und Krankenpfleger Ausbildung – Voraussetzungen

Eine abgeschlossene Ausbildung im Pflegebereich oder die Examinierung werden als Hochschulzugangsberechtigung meist akzeptiert. Abitur ist nicht zwingend vorgeschrieben. Um die Ausbildung antreten zu können, gilt es, auf die Zugangsvoraussetzungen der jeweiligen Bildungseinrichtung zu schauen, bei der man sich bewerben möchte. In der Regel wird ein mittlerer Bildungsabschluss benötigt und bei einem Hauptschulabschluss eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung gefordert. In der Regel findet ein Auswahlverfahren statt. Ein guter Zeugnisnotendurchschnitt, vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern, sind dabei hilfreich. Es ist auch möglich, an einer Universität als Gesundheits- und Krankenpfleger Gesundheitskommunikation zu studieren. Damit wird der Bachelor-Grad erreicht.

Da man mit Menschen zusammenarbeitet und für das Wohlergehen alter, schwacher und kranker Personen sorgt, sind weitere Eigenschaften von Vorteil:

  • Verantwortungsbewusstsein
  • Soziale Intelligenz
  • Einfühlungsvermögen
  • Offenheit
  • Gründlichkeit
  • Konzentrationsvermögen
  • Engagement
  • Lernbereitschaft
  • Psychische und körperliche Belastbarkeit
  • Interesse für medizinisches Wissen

Sinnvoll sind gute Kenntnisse bzw. Noten in:

  • Mathe: Die Ausbildung erfordert auch mathematisches Können, beispielsweise, wenn es darum geht, Pflegeleistungen zu berechnen oder Medikamente zu verabreichen.
  • Biologie: Krankheiten und Gesundung bilden biologische Vorgänge. Daher sind grundlegende Kenntnisse des Körpers wichtig.
  • Chemie: Bezüglich der Wirkungsweise der Medikamente spielen biologisch-chemische Zusammenhänge eine entscheidende Rolle. Daher sind gute Kenntnisse in Chemie hilfreich.
  • Physik: Die Ausbildung beinhaltet zum Großteil medizinisch-pflegerische Inhalte, die auf physikalischen Vorgängen basieren.
  • Deutsch: Azubis und Absolventen kommunizieren viel mit Patienten und deren Angehörigen. Sie erklären unter anderem Behandlungs- und Pflegemaßnahmen. Gute Noten in Deutsch sind daher von Vorteil.

Eine weitere Voraussetzung ist vor Beginn der Ausbildung ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung für den Beruf. Häufig ist zudem ein Führungszeugnis nötig. Einige Firmen fordern, dass man vor Beginn der Ausbildung ein Vorpraktikum absolviert hat.

Dauer der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger

Die Ausbildungsdauer zum Gesundheits- und Krankenpfleger beträgt:

  • Vollzeit drei Jahre
  • Teilzeit vier bis fünf Jahre

Wer bereits eine verwandte Pflegeausbildung absolviert hat oder mit sehr guten Noten überzeugt, kann die Ausbildung auf 2 oder 2,5 Jahre verkürzen.

Die Ausbildungsform ist die duale Berufsausbildung. Sie findet somit an einer Berufsschule sowie einer medizinischen Einrichtung statt. In Ersterer eignen sich Auszubildende das theoretische Wissen an und in Letzterer geht es um die praktische Erfahrung bzw. die Anwendung des theoretischen Wissens, beispielsweise in einer Arztpraxis. Der theoretische Bereich umfasst 2.100 Stunden und der praktische 2.500 Stunden. Mit einer staatlichen Prüfung schließt die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger ab. Die Abschlussprüfung besteht aus drei Teilen:

  • Schriftlich
  • Mündlich
  • Praktisch

An den meisten Schulen kann man die Ausbildung kostenlos absolvieren. Private Einrichtungen erheben eine Gebühr.

Gesundheits- und Krankenpfleger Ausbildung – Inhalte

Während der Ausbildung erlernen Azubis den Aufbau des Körpers und dessen verschiedenen Funktionen kennen. Man erlernt Wissenswertes zu den unterschiedlichen Krankheiten und ihren Ursachen, zum Verlauf, zur Diagnose und den Behandlungsmöglichkeiten, aber auch zur Prävention von Krankheiten und Umsetzung von Rehabilitationskonzepten. Absolventen lernen, wie sie bei Notfällen Erste Hilfe leisten und Leben retten können. Die Verabreichung von Medikamenten und deren korrekte Lagerung zählen ebenso zum Berufsbild und ist Bestandteil der Ausbildung. Angehenden Gesundheits- und Krankenpflegern wird übermittelt, wie sie Patientendaten richtig dokumentieren und Pflegepläne erstellen. Themen, wie Körperpflege, Atmung und Regulation des Kreislaufs sowie rechtliche Grundlagen und wirtschaftliche Kenntnisse sind ebenfalls Ausbildungsinhalte.

Mögliche Beschäftigungssorte nach der Krankenpfleger Ausbildung

Grundsätzlich besteht immer eine große Auswahl an Krankenpfleger Jobs aufgrund des großen Bedarfs an Pflegekräften und des Notstands, der seit vielen Jahren herrscht, sehr gut. Typische Einrichtungen, in denen man einen Job findet, sind:

  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Arztpraxen
  • Pflegeheime
  • Mobile Pflegedienste
  • Beratungsfirmen im Gesundheitswesen
  • Gesundheitszentren

Auch die Karrierechancen sind gut. Nach abgeschlossener Berufsausbildung und anschließender mehrjähriger Tätigkeit ist es möglich, mittels Weiterbildung die Qualifikation zu verbessern, eine Tätigkeit im höherwertigen Bereich auszuführen und das Gehalt zu erhöhen. Folgende Weiterbildungen kann man absolvieren:

  • Fachkrankenpfleger
  • Fachwirt Alten- und Krankenpflege
  • Pflegedienst- oder Stationsleiter

Mit den Studiengängen Pflegewissenschaft sowie Pflege- und Gesundheitsmanagement lassen sich Pflege und Management vereinen. Viele Studiengänge werden dual oder berufsbegleitend angeboten.

Fazit

Gesundheits- und Krankenpfleger versorgen und betreuen kranke und pflegebedürftige Menschen. Das Ziel besteht darin, ihre Gesundheit zu erlangen, zu verbessern oder zu fördern. Voraussetzung ist meist ein mittlerer Schulabschluss. Ein Hauptschulabschluss genügt in der Kombination mit einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung. Die neue Ausbildung ist allgemein ausgelegt, sodass man alle Pflegebereiche kennenlernt. Sie dauert drei Jahre und dabei können Absolventen entscheiden, ob sie sich spezialisieren möchten. Eines steht fest: Es ist ein Beruf mit Zukunft. Ganz gleich, in welcher Einrichtung, die Aussichten sind sehr gut. Qualifizierte Pflegefachkräfte werden dringend gesucht. Dies wird sich ebenso in der Zukunft nicht ändern.

Bildquelle:
Pixabay.com