Sonntag , 4. Dezember 2022
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Tinnitus: Hilfe bei lästigen Ohrgeräuschen

Fast jeder kennt sie: Geräusche im Ohr, die man nur selbst wahrnimmt. Pfeifend, piepsend oder brummend beeinträchtigen je nach Ausprägung den Alltag. Treten solche Geräusche hin und wieder für ein paar Sekunden oder Minuten auf, so ist dies ganz normal. Doch was, wenn die Laute nicht wieder verschwinden und sie als Tinnitus dauerhaft bleiben?

Tinnitus: Zahlen und Fakten

Der Begriff „Tinnitus“ ist vom lateinischen Wort „tinnire“ abgeleitet, was so viel wie „klingeln“ bedeutet und schon die typischen Symptome erahnen lässt. Betroffene nehmen Geräusche unterschiedlicher Art wahr, die jedoch objektiv nicht vorkommen.

Die Auswirkungen sind von Fall zu Fall unterschiedlich, also in welcher Form die Töne auftreten und wie stark sie individuell belasten. Tinnitus betrifft Personen jedes Alters und Geschlechts, wobei die Patienten bei den ersten klaren Symptomen meist auf das fünfzigste Lebensjahr zugehen.

Ein Tinnitus kann kurzzeitig akut vorliegen und nach kurzer Zeit von alleine wieder verschwinden. Sobald die Beschwerden länger als drei Monate bestehen, sprechen Mediziner von einer chronischen Form. Von dieser Art der störenden Ohrgeräusche sind derzeit in Deutschland fast drei Millionen Menschen betroffen – und es werden jährlich mehr. Für den Tinnitus selbst gibt es noch keine Behandlung, doch die Belastung lässt sich mittlerweile gut in den Griff bekommen.

Tinnitus: Mögliche Ursachen

Einen konkreten körperlichen Grund für die Entstehung der subjektiv empfundenen Ohrgeräusche gibt es in der Regel nicht. Nur in wenigen Fällen liegt vermutlich eine Schädigung der feinen Haarzellen oder eine Störung der Nervenbahnen vor, welche Reize verarbeiten und an das Hörzentrum im Gehirn weiterleiten.

Daneben gibt es noch verschiedene weitere medizinische Ursachen, die selten einen Tinnitus auslösen. Zu ihnen zählen Ohrerkrankungen, Durchblutungsstörungen des Innenohrs, durch Ohrenschmalz verstopfte Gehörgänge, Knalltrauma, anfallsartiger Drehschwindel (Morbus Menière), Probleme der Halswirbelsäule, Fehlstellungen des Kiefergelenks und der Kaumuskeln (cranio-mandibuläre Dysfunktion) sowie Schwerhörigkeit.

Wesentlich häufiger sind nicht-organische Ursachen für die Ohrgeräusche verantwortlich. Beim sogenannten subjektiven Tinnitus hört nur der Betroffene selbst das Pfeifen. Die Auslöser sind bis heute nicht endgültig geklärt – klar ist jedoch, dass Psyche und Tinnitus sich gegenseitig beeinflussen.iii Starke mentale Belastungen wie Stress und Angst können durchaus ein Ohrensausen begünstigen. Auch bestimmte Medikamente können einen Tinnitus nach sich ziehen, unter anderem harntreibende Substanzen sowie manche Psychopharmaka.

Symptome bei bestehendem Tinnitus

So vielfältig die möglichen Gründe für das Auftreten der Ohrgeräusche sind, so breit gefächert ist auch die Palette an Symptomen. Von Tinnitus Betroffene nehmen Pfeifen, Summen, Klopf- und Hammergeräusche, aber auch Rauschen oder Klingeln wahr. Die Geräusche treten einzeln oder in Kombination auf, entweder nur auf einer oder beiden Seiten.

Von Fall zu Fall geht der störende Tinnitus sogar mit weiteren Symptomen wie Schwindel oder einem eingeschränkten Hörvermögen einher. Manche Personen erleben die Töne im Ohr intensiver, wenn keine Geräusche von außen hinzukommen – zum Beispiel bei Stille oder auch, wenn die Patienten zusätzlich zum Tinnitus unter Schwerhörigkeit leiden. Töne von außen lenken zwar ab, können also durchaus eine Hilfe darstellen. Ab welcher Intensität und Lautstärke die Geräuschkulisse jedoch eher stört als ablenkt, kann bei jedem Betroffenen variieren.

Hilfe und Behandlung bei Tinnitus

Für eine wirkungsvolle Behandlung des Tinnitus ist es von Bedeutung, die Ursache zu kennen. Ist diese bekannt, so findet sich oftmals eine geeignete Therapie: Erkrankungen werden behandelt, Medikationen angepasst und Verhaltensweisen im Alltag modifiziert.
Kann der behandelnde Arzt die Ursache für die Ohrgeräusche jedoch nicht herausfinden, so gestaltet sich die Hilfe für den Betroffenen schwieriger und es geht zunächst einmal darum, die Beschwerden zu lindern, die der Tinnitus verursacht:

Bei Verlust des Hörvermögens unterstützt ein Hörgerät. Verhaltenstherapie kann helfen, mit den Ohrgeräuschen umzugehen und den Alltag zu bewältigen. Sogenannte Rauschgeräte sollenden Tinnitus akustisch überdecken und eine Hilfe darstellen. Außerdem kommen Hörtraining und Musiktherapie mit bekannten Melodien in Betracht, ebenso wie verschiedene Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder auch Akupunktur.

So unterschiedlich sich Ursachen und Symptome bei Tinnitus zeigen, so verschieden ist auch die Herangehensweise bei der Behandlung und Hilfe für betroffene Personen. Es ist wichtig zu wissen, dass ein individuelles Vorgehen von großer Bedeutung ist. Sie dürfen für sich persönlich überprüfen, was Ihnen gut tut und sie darin unterstützt, ihren Alltag möglichst unbeschwert zu leben.

Bildquelle:
Pixabay.com