Sonntag , 20. September 2020

Das wussten Sie noch nicht über Ihr Immunsystem

Die körpereigene Abwehr besser kennenlernen und stärken

Wie kommt man gesund durch jede Krankheitswelle? Wie spart man sich den Besuch beim Arzt und die Einnahme von Medikamenten, die unerwünschte Nebenwirkungen haben können? Es ist das Immunsystem, die körpereigene Abwehr, die ein wahres Wunderwerk der Natur darstellt. Doch wie funktioniert es eigentlich, und warum kann man sich nicht immer darauf verlassen? Wir zeigen Ihnen, worauf es bei der Immunabwehr ankommt.

Wie funktioniert die Immunabwehr?

Die Immunabwehr ist ein hochkomplexes System, an dem viele Teile des Körpers beteiligt sind. Wussten Sie, dass neben dem Lymphsystem auch das Knochenmark, die Haut und ein wenig bekanntes Organ namens Thymus ununterbrochen daran arbeiten, Pilze, Viren, Bakterien und andere Fremdstoffe sowie Parasiten abzuwehren und unschädlich zu machen?
Es gibt eine allgemeine und eine spezifische Immunabwehr. Das allgemeine Abwehrsystem ist angeboren. Es funktioniert unter anderem durch physische Sperren wie die Schleimhäute, Flimmerhärchen, Speichel und Magensäure. Diese halten Erreger davon ab, in den Körper einzudringen oder machen sie unschädlich. Die Immunzellen umschließen Eindringlinge und verdauen sie. Dazu zählen weiße Blutzellen und die sogenannten Fresszellen.
Zusätzlich gibt es ein spezifisches Abwehrsystem, bestehend aus B- und T-Zellen. Diese sitzen lebenslang auf der Schulbank und studieren den „Feind“. Sobald bekannte Erreger eindringen, bilden sie passende Antikörper und wehren ihn ab. Diese Eingreiftruppe wird auch als intelligente Abwehr bezeichnet, weil sie sich immer wieder auf neue Angreifer einstellen kann.
Wenn das alles aber so gut funktioniert, warum werden wir dann überhaupt manchmal krank?

Unsere Umwelt und Lebensweise machen es dem Immunsystem schwer

Eigentlich gäbe es nur wenige Probleme mit Krankheiten, wenn da nicht die moderne, menschliche Lebensweise wäre.

  • Wir leben in Städten, deren Abgase unsere Lungen belasten und die Flimmerhärchen in unseren Atemwegen angreifen, sodass sie ihre Aufgabe nicht mehr richtig wahrnehmen können.
  • Viele von uns sind durch die Belastungen von Arbeit, Familie und Haushalt im Dauerstress, wobei Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden, welche den Körper belasten, wenn sie nicht wieder auf ein normales Maß zurückgefahren werden. Auch wenn es uns nicht bewusst ist und der Körper das für eine Zeit gut wegsteckt, ist Stress Gift für ihn. In solchen Situationen werden deutlich mehr Immunzellen ausgeschüttet, um den Körper zu schützen. Diese Maßnahme ist eigentlich für einen kurzen Zeitraum vorgesehen, doch im Leben vieler Menschen nimmt der Stress sprichwörtlich kein Ende. So bleibt der Stresshormonspiegel auf einem dauerhaft hohen Niveau, was die Immunzellen erschöpft, die irgendwann nur noch in geringerer Zahl vorkommen und zudem weniger leistungsfähig sind.

Wussten Sie:

Auch die Sonne kann das Immunsystem schwächen, obwohl wir die Sonneneinstrahlung brauchen, um das wichtige Vitamin D zu bilden. Der Körper sollte jedoch langsam an die Sonnenstrahlung gewöhnt werden, besonders wenn es im Frühling gerade erst beginnt, wieder warm zu werden oder bevor man in den Urlaub fährt. Ansonsten kann es zu einer Immunsuppression kommen, die nicht nur lästige Lippenbläschen begünstigt, sondern auch zu einer Verschlechterung von Erkältungen führen kann.

  • Wer regelmäßig weniger als sechs Stunden schläft, setzt sein Immunsystem unnötig unter Druck, denn dann werden Stresshormone ausgeschüttet.
  • enussgifte wie Alkohol und Nikotin und eine ungesunde Ernährung, bei der nicht ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zugeführt werden, schwächt die Immunabwehr zusätzlich.

Kommen mehrere dieser Faktoren zusammen, steht die Abwehr unter einem Dauerbeschuss. Sie soll höchste Leistungen erbringen, denn immerhin hängt das Überleben des Organismus von ihr ab, gleichzeitig werden jedoch die Zuwendungen gekürzt, der Urlaub gestrichen und die Werkzeuge werden nicht repariert und erneuert. Wie kann es da verwundern, dass im Winter, wenn die trockene Luft der Heizung die Schleimhäute zusätzlich austrocknet, das halbe Land hustet und schnieft?

So können Sie die Abwehr stärken

Sie haben nun einen kleinen Einblick gewonnen, wie Ihr körpereigenes Wunderwerk Immunabwehr eigentlich funktioniert. Vielleicht ist Ihnen auch bewusst geworden, an welchen Punkten Sie Ihre Immuntruppen im Stich lassen. Unterstützen Sie diese kleinen Kämpfer, die Tag und Nacht für Sie aktiv sind und keine Pausen kennen. Liefern Sie Ihnen Care-Pakete an die Abwehr-Front, erhöhen Sie den Sold und vor allem: Lassen Sie sie nicht im Stich.

Wussten Sie:

Auch intensiver Sport ist Stress für das Immunsystem. Vor allem, wer mit neuen Vorhaben in ein Leben mit mehr Bewegung startet, neigt zur Übertreibung. Moderat ausgeführter Sport ist schonender und gesünder für den Körper. Gerade Ausdauersport wie Walken, Laufen, Wandern, Schwimmen oder Rad fahren tut dem Körper gut und überlastet ihn nicht.

  • Stress reduzieren. 1. Stress ist Gift für das Immunsystem. Er lässt sich nicht immer vermeiden, doch der Umgang mit ihm kann optimiert werden. Dazu zählt etwa, Entspannungsübungen wie Meditation oder Yoga auszuüben, die mehr Gelassenheit ermöglichen. So werden Sie zum Fels in der Brandung, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt.
  • Ausreichend schlafen. 2. Wer chronisch übermüdet ist, der weiß oft gar nicht mehr wie es sich eigentlich anfühlt, ausgeruht und im Vollbesitz der eigenen Kräfte zu sein. Er schleppt sich von Tag zu Tag, im Wachzustand gehalten nur von Koffein und viel gutem Willen. Doch Schlaf ist essenziell wichtig für die Reservation des Körpers. Gehen Sie hier keine Kompromisse ein und verschaffen Sie sich ausreichend Schlaf. Dafür organisieren Sie Ihren Tagesablauf entsprechend und räumen Ihre Schlafprobleme aus.
  • Moderat Sonnenlicht tanken und draußen bewegen. 3. Bewegung an der frischen Luft ist für den Körper, als würde man mechanische Teile ölen. Er ist dafür gemacht, sich zu bewegen, und leidet darunter, wenn er ständig sitzen muss. Ein Spaziergang von 20 Minuten am Tag kann das Leben schon deutlich verändern.
  • Schluss mit Genussgiften. 4. Wer gesund sein will, der stoppt das Rauchen und den übermäßigen Alkoholgenuss.
  • Eine ausgewogene Ernährung. 5. Eigentlich kennt jeder die Regeln für die richtige Ernährung, bei der viel frisches Obst und Gemüse eine besonders wichtige Rolle spielen. Doch die wenigsten Menschen setzen ihr Wissen auch um. Es kann helfen, weniger spontane Einkäufe zu tätigen, die immer wieder dazu verführen, nach etwas Umgesundem zu greifen, und stattdessen einen Essens- und Einkaufsplan zu führen.
  • Die passende Nahrungsergänzung. 6. Manche Stoffe muss man supplementieren, doch welche das genau sind, ist erst nach einer Blutuntersuchung sicher. Einheimische Superfoods wie Leinsamen (mehrfach ungesättigte Omega 3-Fettsäuren), Hanfsamen (Antioxidantien, Vitamin B2 und die Aminosäure Tryptophan) oder Hirse (Zink und Eisen), um nur einige zu nennen, ergänzen jedoch jeden Speiseplan sinnvoll.

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