Montag , 5. Dezember 2022
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Superfood und Energydrink – Start-up versuchen die Sparten zu vereinen

Die Menschen in Deutschland streben einen immer gesünderen Lebensstil an. Nicht nur im Beruf wird der Fokus immer mehr auf eine gesunde Work-Life-Balance gesetzt, vorwiegend bei der Ernährung haben neue gesunde Lebensmittel einen immer größeren Stellenwert. Besonders die Superfoods, von der Gojibeere, über Grünteeextrakten, Ginseng und anderen werden immer häufiger verkauft. Energydrinks gelten dagegen seit je her als eher ungesund. Sie bestehen zu einem großen Teil aus Zucker, Koffein und weiteren Zusätzen wie Taurin und Glucuronolacton. Moderne Energydrinks wollen aus dieser Sparte ausbrechen und Superfoods mit Supplementen kombinieren, welche die Leistungsfähigkeit des Körpers erhöht.

Herkömmliche Energydrinks

Herkömmliche Energydrinks bestehen in der Regel neben Wasser aus den gleichen Inhaltsstoffen: Zucker, Glucuronolacton, Taurin, Koffein, verschiedene Säuerungsmittel und Geschmacksverstärker, sowie Vitaminzusätze. Gerade der hohe Zuckeranteil, in Kombination mit den Säuerungsmittel stellt Zahnärzte vor immer neue Herausforderung, da diese beiden Stoffe zusammen besonders schädlich für die Zähne sind. Für sich allein sind keine der weiteren Stoffe erst einmal schädlich. Ärzte und die Wissenschaft vermuten aber Probleme für den menschlichen Körper, werden diese Stoffe kombiniert. Abschließend gibt es aber noch keine Langzeitstudien, welche diese Effekte belegen können. Auch der Koffeinanteil ist Aufgrund der Erfrischungsgetränkeverordnung gedeckelt und immer noch geringer als im Kaffee.

Große Mengen eher schädlich

Problematisch wird der Konsum von Energydrinks erst dann, wenn sie in zu großen Mengen konsumiert werden. Energydrinks werden meist in 330 ml und 500 ml Dosen verkauft, damit ist für viele die empfohlene Tageshöchstmenge an Koffein schon erreicht. Weiterhin nimmt man so schnell bis zu 50 Gramm Zucker zu sich und deckt damit auch einen großen Teil des eigenen Kalorienbedarfs, was so oft nicht nachvollzogen wird. Energydrinks verhalten sich da genauso schädlich wie Cola-Getränke und Limonaden.

Neue Energydrinks – neue Wege

Gerade in der Extremsportszene und dem Gaming Bereich liegt die Hauptzielgruppe der modernen Energydrinks. Neue Start-ups dringen auf den Markt und gehen die Nachfrage nach leckeren Wachmachern auf eine neue Art an. So werden sie nun immer häufiger zuckerfrei konzipiert und enthalten funktionale Stoffe, die den Körper noch auf eine andere Art unterstützen sollen, sie sollen so etwa die Konzentrationsfähigkeit fördern und das Reaktionsvermögen verbessern. Dafür wird nun auch auf Zutaten aus Superfoods zurückgegriffen, damit dem Körper so auf natürliche Art und Weise unterstützt werden kann.

Koffein länger ausschütten

Ein Hautproblem, was primär bei Energydrinks vorkommt, ist die Wirkung des Koffeins. Dieser wird in der Regel auf einen Schlag verarbeitet und führt zu einer Spitze in der Wirkung, welche dann schnell abflacht und den Körper danach schnell müde werden lässt. Moderne Energydrinks versuchen diese Kurve zu strecken und Koffein über einen längeren Zeitraum auszuschütten. Die Kombination von natürlichem Koffein aus der Kaffeebohne und synthetischen Koffeinextrakten, die langfristig ausgeschüttet werden können, sollen dies ermöglichen.

Piperin, Ginseng, Grünteeextrakt und Co

Weiterhin wird nun viel mit natürlichen Stoffen und sogenannten Superfoods experimentiert. Von diesen versprechen sich die Unternehmen die verschiedensten Effekte. Piperin, also einem Extrakt aus dem herkömmlichen Pfeffer, soll die Verarbeitung der wirkenden Stoffe aus dem Energydrink in der Leber verlangsamen und diese so länger verfügbar halten. Ginseng, Grünteeextrakt und weitere Stoffe sollen den Körper dann im Gehirn unterstützen. Die Wirkung dieser Stoffe ist dabei definitiv erwiesen, ob diese aber in einem Energydrink, in den Mengen, die dort verfügbar sind genauso wirken, ist bisher noch nicht erwiesen.

Acetyl-L-Carnitin, L-Tyrosin

Auch Aminosäuren wie L-Carnitin und L-Tyrosin sollen das Gehirn bei den notwendigen Prozessen unterstützen. Wobei L-Tyrosin die Dopaminherstellung unterstützt und L-Carnitin die Informationsübertragung beschleunigen soll. Diese Proteine sind als Supplemente schon in diversen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten und haben sich auch dort bewährt. Der Einsatz dieser Aminosäuren in Energydrinks war nur der natürliche Schritt, um die Wirkung von Energydrinks zu verbessern. Auch verschiedenste Vitaminzusätze, Fruchtaromen und Farbstoffe werden für die neuartigen Energydrinks immer häufiger aus natürlichen Lebensmitteln extrahiert.

Energydrinks werden angerührt

Die Energydrinks werden inzwischen aber immer häufiger als Pulver angeboten und von dem Konsumenten selbst zubereitet. Dazu kommen die Pulver einfach in einen Shaker und sind dann schnell verzehrfertig. Das ist gerade im Vergleich zu herkömmlichen Energydrinks der größte Unterschied, sie sind bei Bestellung und Auslieferung noch nicht verzehrfertig und haben einen anderen Charakter. Energydrinks von Marken wie Red Bull, Monster oder Rockstar, werden als kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk direkt in der Dose verkauft.

Fazit

Auch Energydrinks sollen inzwischen gesund werden und den Gamer oder Sportler in seinem Hobby leistungsstärker und reaktionsschneller machen. Dazu werden Zusätze aus diversen Pflanzenextrakten beigemischt und auf verschiedenste Aminosäuren zurückgegriffen. Ob diese Zusätze ihrem Ruf gerecht werden, ist noch nicht abschließend geklärt, der Verzicht von Zuckerzusätzen ist in jedem Fall aber ein positiver Effekt. Auch die langsamere Ausschüttung von Koffein hat auf den Körper positive Eigenschaften und verhindert das Koffeintief, nach vollständigem Abbau dessen. Letztlich bringen frische Unternehmen neue Ideen in den Lebensmittelmarkt und zwingen etablierte Hersteller auch auf eine gesündere Gangart zu wechseln.

Bildquelle:
Bild von Ella Olsson auf Pixabay