Montag , 5. Dezember 2022
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Was ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)?

Der Volksmund kennt die periphere arterielle Verschlusskrankheit oder kurz pAVK auch als Schaufensterkrankheit, da die Betroffenen immer wieder Pausen einlegen müssen, wenn sie gehen. Vor allem ältere Menschen entwickeln das Phänomen. Ab einem Alter von 70 Jahren sind von 100 Erwachsenen 15 bis 20 betroffen.

Ursachen der pAVK: Die periphere arterielle Verschlusskrankheit erklärt

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sind vor allem die Blutgefäße der Beine, seltener auch die der Arme – also der Körperperipherie – verengt. Dadurch wird die Durchblutung behindert, den betroffenen Bereichen mangelt es an Sauerstoff und Nährstoffen. Zu Beginn der Erkrankung bemerken die Patienten davon kaum etwas – schreiten die Verengungen allerdings fort, treten zunehmend Beschwerden auf.

Ursache für die pAVK ist in den meisten Fällen eine Arteriosklerose. Dabei lagern sich Kalk und Fette wie Cholesterin in den Gefäßen ab und bilden sogenannte Plaques. Diese verengen die Gefäße und schränken den Blutfluss ein.

Gut zu wissen: Medizinisch korrekt müsste es Atherosklerose heißen. Denn Arteriosklerose ist ein Oberbegriff für Erkrankungen der Arterienwände. Atherosklerose meint die Ablagerungen. In der Bevölkerung ist Arteriosklerose jedoch geläufiger ist.

In den zunehmend verengten Gefäßen besteht die Gefahr, dass sich Thromben bilden und diese komplett verschließen. Ein solcher Thrombus kann sich außerdem lösen und dann unter anderem einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall auslösen.

Heilbar ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit nicht. Das Fortschreiten der Erkrankung lässt sich jedoch mit einer konsequenten Therapie aufhalten.

Die pAVK und ihre Risikofaktoren

Verschieden Faktoren begünstigen die Entstehung einer periphere arterielle Verschlusskrankheit. Dazu gehören unter anderem ein ungesunder Lebensstil mit Bewegungsmangel, Übergewicht, ein zu hoher Cholesterinspiegel, Bluthochdruck oder eine Diabetes-Erkrankung. Auch Rauchen und Stress sowie das fortschreitende Lebensalter und bestimmte genetische Anlagen erhöhen das Risiko.

Symptome der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit bleibt oft lange unbemerkt, da sich die Verengung der Blutgefäße schleichend entwickelt. Nach einer längeren symptomlosen Entwicklung macht sich die zunehmende Unterversorgung der verengten Gefäße bemerkbar: Die Muskeln und damit die Gliedmaßen verlieren an Leistungsfähigkeit und beginnen nach einer gewissen Zeit der Belastung zu schmerzen. Da vor allem die Beine betroffen sind, müssen die Patienten dann öfter Pause machen, als ob sie beim Stadtbummel immer wieder vor einem Schaufenster stehenbleiben. Die ersten Symptome haben deshalb der Krankheit den Namen „Schaufensterkrankheit“ eingebracht. Typisch sind dafür Schmerzen im Gesäß, im Oberschenkel, der Wade oder im Fuß.

Schreitet die pAVK weiter fort, ohne dass die Ursachen bekämpft werden, tun die Gliedmaßen irgendwann schon ohne Belastung im Ruhezustand weh. Mitunter fühlt sich die Haut kühler an und wirkt blass. Auch schlecht heilende Wunden an den Extremitäten, starke Hornhautbildung an den Füßen und verlangsamtes Wachstum der Fußnägel können ein Zeichen für die periphere arterielle Verschlusskrankheit sein.

Wird ein Gefäß komplett verschlossen, stirbt das nun unversorgte Gewebe ab. Es bildet sich eine sogenannte Nekrose. Ein akuter Verschluss eines Gefäßes entsteht bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit in etwa 80 Prozent der Fälle, indem sich Plaques von einer Gefäßwand irgendwo im Körper lösen und an einer verengten Stelle hängenbleiben. Eine Embolie ist entstanden.

Diagnose der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit

Um eine periphere arterielle Verschlusskrankheit zu erkennen, können Mediziner neben dem Anamnesegespräch und typischen Symptomen auf eine ganze Reihe verschiedener Untersuchungen zurückgreifen. Dazu zählen unter anderem die Pulskontrolle an den betroffenen Extremitäten, ein Blutbild, eine Herzuntersuchung mittels EKG und spezielle Gefäßuntersuchungen wie die Duplexsonografie. Bei dieser kann der Mediziner die Arterien genau betrachten und die Fließgeschwindigkeit des Blutes bestimmen. Reichen die Befunde daraus nicht aus, kann eine Angiografie noch genauere Daten liefern. Dabei werden die Blutgefäße mittels Kontrastmittel und Röntgen abgebildet.

Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit

Da der Lebensstil wesentlich zur Entstehung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit beiträgt, setzen hier auch die ersten Behandlungsmaßnahmen an. Eine gesunde Ernährung mit vielen Ballaststoffen und gesunden Fetten, mit wenig Zucker und ohne Alkohol wird mit einem individuellen Bewegungsprogramm kombiniert. Das schließt meist ein Gehtraining ein, das mindestens dreimal wöchentlich für 30 bis 60 Minuten stattfindet.1 Auch eine Raucherentwöhnung ist ein wichtiges Instrument. So sollen wichtige Faktoren für das Fortschreiten der Erkrankung abgestellt werden. Medikamente wie Cholesterinsenker und Thrombosehemmer können zusätzlich helfen, einen akuten Verschluss zu verhindern.

Reicht das allein nicht mehr und ist bereits ein Gefäß verschlossen, kann der behandelnde Arzt versuchen, dieses mittels Medikamente wieder zu öffnen. Diese sogenannten Fibrinolytika lösen das Gerinnsel auf. Das Blut kann wieder fließen. Führt das Medikament nicht zum Erfolg, bleibt nur die Operation.

Zum einen kann ein Verschluss unter örtlicher Betäubung über einen Katheter abgesaugt werden. Zum anderen kann das Gefäß mit einem Ballon geweitet und dann mit einem Stent stabilisiert werden. Ist das Gefäß nicht mehr zu retten, kreiert der Chirurg in einer Operation einen Bypass für den verlorenen Gefäßabschnitt.

Eine solche Operation muss insbesondere bei einem akuten Verschluss sehr zeitnah stattfinden. Auch wenn Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit in Ruhe schon Schmerzen verspüren, sollten sie sich dringend in ärztliche Behandlung begeben.

Bildquelle:
Bild von andreas160578 auf Pixabay