Samstag , 31. Oktober 2020
Erste staatlich beauftragte Ernte von Cannabis wird Ende 2020 erwartet!

Cannabis, CBD & Co – was ist erlaubt und was nicht? Der Hype um CBD im Paragrafendschungel

CBD (Cannabidiol) ist wie THC (Tetrahydrocannabinol) ein Derivat der Hanfpflanze. Während CBD beruhigende und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben wird, wirkt letzteres psychoaktiv und kann leichte Rauschzustände auslösen. Der Nutzen dieses Gewächses war den Menschen schon lange vor unserer Zeitrechnung bekannt. Ägypter, Inder und Chinesen pflanzten sie großflächig an und profitierten von Ölen, Stoffen und den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Cannabis ein gebräuchliches Schmerzmittel, das die Verkaufszahlen des Sektors anführte, bis es Konkurrenz von Aspirin erhielt. In den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts jedoch geriet Hanf aufgrund des THCs in Verruf. Aus diversen Gründen wirtschaftlichen Ursprungs wurde Marihuana zuerst im puritanischen Nordamerika der damaligen Zeit auf den Index als gefährliche Droge gesetzt. Viele westliche Länder zogen nach und bis heute sind die Konsequenzen zu spüren.

Wurden bisher in der Regel THC und Hanf gleichgesetzt, erobert nun mit CBD eine Substanz die Märkte, die nicht in die Drogenschublade gehört. Vorurteile und Unwissenheit prägen jedoch die Szenerie. Zudem befinden sich die entscheidenden Institutionen zumindest in Europa in einem Streit um Kompetenzen, der von einer bremsenden Bürokratie flankiert wird. So sind EU-Recht und nationales Recht unter einen Hut zu bringen. Für die Auslegung der Beschlüsse ist dann letztlich die Länderebene mit ihrer Polizeigewalt maßgeblich. Und trotzdem ist CBD in Deutschland inzwischen in Online-Shops oder Apotheken legal zu erwerben, wenn auch mit gewissen Einschränkungen, die es aufzuzeigen gilt.

Seit wann ist CBD in Deutschland legal?

Diese Frage ist auch heute noch nicht eindeutig zu klären. Die Richtlinien sind zwar ausformuliert, doch bleiben sie unklar. Untersagt doch das deutsche Betäubungsmittelgesetz (BTM) die „Verkehrsfähigkeit“ der Cannabispflanze, wobei der Konsum gestattet bleibt. Es wird dabei nicht unterschieden, um welchen Wirkstoff es sich handelt. Ab 2009 wurden Ausnahmen zugelassen. Diese betreffen Pflanzen mit einem stark reduzierten THC-Gehalt. Allerdings bleibt der Anbau nur mit Sondergenehmigungen unter strengen Auflagen erlaubt. Die Pflanzungen dürfen dabei ausschließlich aus EU-zertifiziertem Samen stammen und CBD Produkte müssen weniger als 0,2 % THC-Gehalt enthalten. Zudem haben sie wissenschaftlichen oder gewerblichen Zwecken zu dienen.

Seit März 2017 können Ärzte in Deutschland Cannabisprodukte verschreiben. Dabei müssen aber alle Alternativen zur Behandlung ausgeschöpft sein und die Krankenkassen entscheiden auf Antragsstellung im Einzelfall.

Die EU dagegen behandelt CBD separat. Hier beeinflusst vor allem die Novel Food- Verordnung den Vertrieb der Produkte. Diese besagt, dass alle Lebensmittel, die vor 1997 nicht in nennenswertem Umfang verzehrt wurden, einer Zulassung bedürfen. Wenigstens dieser Sachverhalt wurde geklärt und seit Beginn 2020 wird CBD nicht als Novel Food klassifiziert. Dadurch wird der Vertrieb erleichtert.

Aufgrund der unklaren Rechtslage müssen sich die Anbieter mit Tricks behelfen. So werden die Produkte wie CBD Öl mit weniger als 0,2 % THC als Aromastoffe o. ä. bezeichnet, da die positiven Einflüsse auf die Gesundheit nicht offen beworben werden dürfen.

Warum ist CBD legal?

Und die Vorteile für den menschlichen Organismus sind vielfältiger Natur, sodass CBD eigentlich uneingeschränkt verkehrsfähig sein müsste. Stärkt der Wirkstoff doch vor allem das Immunsystem. So zeichnet sich CBD durch seine entzündungshemmende und entspannende Wirkung aus. Deshalb findet es vor allem Anwendung als begleitende Maßnahme in der Schmerztherapie. Patienten von Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, rheumatischer Arthritis und Schuppenflechte berichten von einschneidenden Verbesserungen ihres Krankheitsbildes. Arthrose-Patienten künden von Verbesserungen der Beweglichkeit ihrer Gelenke und bei Epileptikern werden Abmilderung und Reduzierung der Anfälle verzeichnet.

Ähnliches berichten Patienten mit psychotischen Krankheiten. Anfälle von Schizophrenie, Depression und Angstzuständen können in erträglichem Rahmen gestaltet werden und treten seltener auf. Viele Asthmatiker und Allergiker sprechen von einer signifikanten Begrenzung ihrer Leiden. Selbst Parkinson-Patienten berichten von einer beträchtlichen Steigerung ihrer Lebensqualität.

Weiterführende Informationen bietet Ihnen das Ratgeberportal cbdolkaufen.de.

Zum Wohle dieser Menschen bleibt zu hoffen, dass sich die Entscheider aller relevanten Gremien in Bälde dazu durchringen, die noch bestehenden Hürden mit klarer und verständlicher Gesetzgebung einzureißen, damit die Legalität der Produkte von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden kann.

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