Samstag , 25. September 2021

Wer braucht eine Haftpflichtversicherung für Hunde?

Der Abschluss einer Tierhalterhaftpflichtversicherung ist insbesondere für Hundehalter empfehlenswert. Wie bei einer privaten Haftpflichtversicherung schützt eine Hundehaftpflichtversicherung Herrchen und Frauchen vor Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die durch ihren geliebten Vierbeiner verursacht wurden. In den meisten Fällen sind zwar überschaubare Summen zu leisten, aber Schadenersatz kann auch sehr schnell im vierstelligen Euro Bereich landen. Die Beispiele im Folgenden zeigen durchschnittliche Schadenersatzsummen, die besonders häufig von Versicherern geleistet werden:

  • Mietsachschäden Ø 1.200 Euro
  • Bissverletzungen beim Menschen Ø 2.500 Euro
  • Bissverletzungen bei anderen Hunden Ø 750,00 Euro (Tierarztkosten)
  • KFZ-Schäden bei Unfällen Ø 2.000 Euro
  • KFZ-Schäden bei Lackschäden Ø 1.000 Euro
  • Beschädigungen an Einrichtungsgegenständen Ø 1.000 Euro
  • Ersatz oder Reparatur einer Brille Ø 500 Euro

Im Einzelfall können die Schadenersatzsummen variieren. Verursacht der Hund einen Schaden, bei denen dritte Personen massiv verletzt werden oder es sogar zu Todesfällen gekommen ist, können die finanziellen Folgen verheerend sein und der Schadenersatz schnell mehrere Millionen Euro betragen.

Wann ist eine Hundehaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben?

Eine Haftpflicht für Hunde, genauer gesagt für Hundehalter wird in Deutschland auf Länderebene entschieden. In den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen und Thüringen besteht die Pflicht, eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung abzuschließen, wenn der Hund größer als 40 cm ist oder 20 kg Körpergewicht überschritten hat.

Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz verpflichten Halter von Hunden nur zum Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung, wenn eine Auffälligkeit des Hundes bereits seitens der Behörden bescheinigt worden ist.

In Sachsen-Anhalt besteht eine Versicherungspflicht nach Rasseliste. Diese Liste geht davon aus, dass von bestimmten Hunderassen besondere Gefahren ausgehen. Das Bundesland bezieht sich auf der im § 2 des HundVerbrEinfG beschriebenen Hunderassen:

  • Pitbull – Terrier
  • American Staffordshire-Terrier<(li>
  • Staffordshire-Bullterrier
  • Bullterrier
  • und deren Kreuzungen

In Schleswig-Holstein wurden diese Regelungen durch das Gesetz über das Halten von Hunden abgelöst. Der Begriff Listenhunde wurde abgeschafft. Als gefährlich gelten Hunde jeder Rasse, bei denen bereits Vorfälle bekannt geworden sind. Der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung gilt in dem nördlichsten Bundesland generell für gefährlich eingestufte Vierbeiner und ist rasseunabhängig.

Als einzige Ausnahme gelten in Mecklenburg-Vorpommern keine Bestimmungen zum Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung.

Einen weiteren Sonderfall stellt die Hundehaltung ausschließlich zu gewerblichen und beruflichen Zwecken dar. Sogenannte Gebrauchs- oder Arbeitshunde werden zum Beispiel als Herdenschutzhunde, im Katastrophenschutz oder im Polizeidienst eingesetzt. Für diese Hunde muss keine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Es wird aber empfohlen im Rahmen einer Betriebshaftpflichtversicherung den Arbeitshund mitzuversichern, falls dieser während der Ausübung seiner Aufgabe einen Schaden verursacht.

Welpen unterliegen ebenfalls noch keiner Pflicht zur Versicherung. Versicherungsschutz besteht zunächst über die Hundehaftpflicht für das Muttertier. Bis zu welchem Alter Hunde noch als Welpen gelten, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich geregelt.

Was versichert die Hundehaftpflichtversicherung?

Werden Sachschäden, Personen- und Vermögensschäden durch einen Hund verursacht, sind Hundebesitzer zu Schadenersatz verpflichtet. Besteht eine Hundehaftpflichtversicherung, prüft die Versicherung ob und wie hoch eine Schadenersatzpflicht besteht. Ist eine Zahlung berechtigt, leisten die Versicherer im Rahmen der vereinbarten Deckungssumme.

Wie bei einer privaten Haftpflichtversicherung beschränken sich die Basisleistungen auf Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden.

Personenschäden
Zu einem Personenschaden kann es sehr häufig und unvermittelt kommen. Ein Beispiel ist der Hund, der von seinem Halter am Supermarkt angebunden wurde. Häufig laufen Kinder auf die Hunde zu und wollen diese streicheln. Erschreckt sich das Tier und beißt zu, ist das Malheur groß und der Hundebesitzer eventuell zur Zahlung eines Schmerzensgeldes verpflichtet. Eine Haftpflichtversicherung sollte Personenschäden mit mindestens 500.000 Euro Deckungssumme übernehmen.

Vermögensschäden
Verursacht ein Hund einen Sach- oder Personenschaden bei Dritten, kann in der Folge ein Vermögensschaden entstehen. Viele Hundebesitzer fahren mit ihrem Vierbeiner in den Urlaub. Zu diesem Zweck werden gerne Wohnmobile von Bekannten geliehen oder bei einem Anbieter angemietet. Kommt es während der Nutzung zu einem Schaden, der nur kostenpflichtig wieder behoben werden kann, wird von einem Vermögensschaden gesprochen.

Sachschäden
Viele Vierbeiner sind den Tag allein zu Hause und warten brav, dass Herrchen oder Frauchen von der Arbeit kommt. Andere Hunde können nicht so gut warten und richten aus Stress oder langer Weile Schäden in der Wohnung an. Handelt es sich um eine Mietwohnung, kann ein Schaden schnell an Teilen der Mietsache entstehen. Zerkratzte Türen oder Beschädigungen an Wänden werden meistens von der Versicherung übernommen.

In der Regel sollte die Deckungssumme für Vermögens- und Sachschäden mindestens 250.000 Euro betragen.

Viele Versicherer bieten noch zusätzliche Leistungen wie zum Beispiel eine Forderungsausfalldeckung an. Weitaus höhere Deckungssummen für Personen-, Sach- und Vermögensschäden sind ebenfalls möglich.

Gleichermaßen wichtig bei der Auswahl einer guten Hundehaftpflicht ist die Höhe der Selbstbeteiligung.

Empfehlenswert ist ein Vergleich zwischen mehreren Versicherern, um einen bestmöglichen Versicherungsschutz zu erhalten.

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Bild von michelekieslichfotografie auf Pixabay