Auf dem Weg zum neuen Glücksspielstaatsvertrag: Der deutsche Durchschnittsspieler im Porträt

Deutschland befindet sich auf dem Weg zu einem neuen Glücksspielstaatsvertrag. Die aktuell gültige Version des Staatsvertrags zum Glücksspielwesen in Deutschland trat am 01. Juli 2012 in Kraft und beinhaltet als Kontrakt zwischen allen 16 deutschen Bundesländern die bundeseinheitlichen Rahmenbedingungen für die Veranstaltung von Glücksspielen. Spätestens mit dem Aufkommen der ersten Online Casinos und der Verlagerung des Glücksspiels in den virtuellen Raum hat sich die aktuelle Fassung des Glücksspielstaatsvertrages allerdings als nicht mehr zeitgemäß und nicht umfassend genug erwiesen, um dieses Thema von globaler Relevanz in einen konkreten rechtlichen Rahmen zu fassen

Zum 01. Juli 2021 soll nun eine überarbeitete Fassung in Kraft treten, die den Weg ebnet für einen liberaleren und gleichzeitig auch im Online-Bereich transparenten und regulierten Umgang mit dem Glücksspiel. Mit dem neuen Vertrag sollen insbesondere Online Casinos unter Berücksichtigung bestimmter Auflagen die Möglichkeit haben, Lizenzen bei den deutschen Bundesländern zu beantragen. Jugend- und Spielerschutz stehen dabei im Vordergrund. Für die neuen seriösen Anbieter auf dem virtuellen Glücksspielmarkt eröffnet dies großes Potenzial und auch für Verbraucher kann der neue Glücksspielstaatsvertrag den Aufbruch in eine neue Zeit bedeuten, in der sie das Angebot lizensierter Casinos auch in Deutschland legal und in einem verantwortungsvollen Rahmen nutzen können. Aber wie sieht der moderne Spieler aus? Eine aktuelle Studie veröffentlicht offizielle Zahlen rund um den deutschen Durchschnittsspieler und zeichnet ein interessantes Porträt.

Branchendienst CasinoOnline.de liefert offizielle Zahlen

Eine realitätsnahe Umsetzung des in Deutschland gültigen Glückspielgesetzes ist nur möglich, wenn belastbare und aussagekräftige Daten zu diesem Thema vorliegen. Eine aktuelle Studie des Branchendienstes CasinoOnline.de hat nun offizielle Zahlen geliefert, die ein repräsentatives Bild zeichnen. Demnach kann als durchschnittlicher deutscher Spieler ein Mann im Alter zwischen 25 und 44 Jahren angenommen werden.

Im Rahmen der Studie wurden über einen Zeitraum von zwei Monaten 1.000 Probanden zu grundsätzlichen Themen wie persönliches Spielverhalten, die Motivation zur Nutzung von Glücksspielangeboten und Präferenzen bei der Anbieter- und Spieleauswahl befragt. Die Gruppe der Befragten umfasste Menschen aller Altersklassen, Geschlechter und sozialen Schichten.

Berücksichtigung fanden auch Fragen zum monatlichen Einkommen und dem beruflichen Status. 61 Prozent der Befragten befinden sich in einem Angestelltenverhältnis, 17 Prozent waren zum Zeitpunkt der Erhebung nicht berufstätig. Bezüglich des Einkommens gaben 36 Prozent der Probanden an, bis zu 1.800 Euro netto zu verdienen. Bei 34 Prozent liegt das monatliche Nettoeinkommen bei bis zu 1.000 Euro.

Deutsche Spieler bevorzugen deutsche Lizenzen

Das dynamische Wachstum des globalen Glücksspielmarktes bringt ein großes Angebot an internationalen Online Casinos hervor. Branchenkenner gehen dennoch davon aus, dass der neue Glücksspielstaatsvertrag und die damit einhergehende Liberalisierung des deutschen Glücksspielmarktes dazu führen werden, dass deutsche Verbraucher verstärkt Casinos mit deutscher Lizenz nutzen werden, sobald der neue Vertrag in Kraft ist.

Erhebungen lassen Schätzungen zu, nach denen etwa 62 Prozent der deutschen Glücksspieler gezielt nach Anbietern suchen werden, die eine Lizenz der deutschen Bundesländer erworben haben. Demnach ist davon auszugehen, dass weniger als 40 Prozent der Verbraucher auch dann noch einen Anbieter mit einer Lizenz aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat wählen würden, wenn ihnen eine in Deutschland lizensierte Alternative zur Verfügung steht.

Experten gehen außerdem davon aus, dass die Liberalisierung durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag auch dem deutschen Markt einen starken Wachstumsschub bescheren wird. Vorsichtige Schätzungen gehen von einem Umsatz von knapp 2 Milliarden Euro aus, den der deutsche Glücksspielmarkt bis zum Jahr 2024 erreichen könnte.

Online Casinos werden regelmäßig genutzt

Die Studie des Branchendienstes CasinoOnline.de legt den Fokus der Befragung vor allem auf die Nutzung von Online Casinos. Dieser noch recht junge, aber boomende Markt ist die Reaktion der Branche auf die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft und stellt für viele Glücksspielfans eine Ergänzung oder sogar eine Alternative zu den niedergelassenen Spielbanken dar.

Die Erhebung zeigt, dass sich Online Casinos inzwischen etabliert haben. Ihr großes Potenzial liegt in der schnellen Verfügbarkeit unabhängig von Öffnungszeiten, der flexiblen Nutzung, die inzwischen vielfach ohne Download einer speziellen Software möglich ist, und der großen Vielfalt an Spielen und Boni, die über die Möglichkeiten der niedergelassenen Spielbanken hinausgehen. Diese Vorteile spiegeln sich auch in den Nutzerdaten wider, die die Studie im Bereich Online Casinos ermittelt hat. Etwa ein Drittel der Befragten nutzt mehrmals pro Woche die Angebote von Online Casinos. 21 Prozent loggen sich täglich bei einem Anbieter ihrer Wahl ein.

Freispiele und Boni sind bei deutschen Spielern beliebt

Deutsche Verbraucher sind empfänglich für Rabattaktionen, Bonusangebote und Sonderkonditionen. Das zeigen die Umsätze, die jährlich durch Aktionen wie den Black Friday generiert werden. Auch bei der Wahl eines Online Casinos halten deutsche Spieler bevorzugt nach Freispielen und attraktiven Boni Ausschau. Für 66 Prozent der Spieler gehört das Angebot an Rabattaktionen zu den wichtigsten Kriterien zur Bewertung eines Casinobetreibers. Besonders beliebt sind Neukundenboni, die ein großer Anteil der befragten Spieler durch einen häufigen Anbieterwechsel auch gezielt in Anspruch nimmt.

Zweitwichtigstes Kriterium für die Auswahl des passenden Anbieters ist der Studie zufolge die Auswahl an Spielen. 63 Prozent der Spieler gaben an, vor allem nach dem passenden Spielangebot zu suchen. 59 Prozent der Befragten greifen dabei besonders gerne zu Spielvarianten, die auch in den niedergelassenen Spielbanken angeboten werden und ihnen damit bereits vertraut sind. Spielautomaten, in Online Casinos als Slots angeboten, stehen bei 93 Prozent der Befragten ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Neuer Glücksspielstaatsvertrag setzt auf Jugend- und Spielerschutz

Das Herzstück des neuen Glücksspielstaatsvertrages soll der Jugend- und Spielerschutz bleiben. Seriöse Anbieter sollen sich nach dem neuen Vertrag vor allem dadurch auszeichnen, dass sie sich mit der deutschen Lizenz einer Reihe von Schutzmaßnahmen verpflichten. Dazu gehören vor allem:

  • Eine Beschränkung der Einzahlungen bei Wettanbietern und Online Casinos auf maximal 1.000 Euro pro Monat. Spieler sollen die Möglichkeit erhalten, sich im Rahmen dieses gesetzlich vorgegebenen Limits selbst ein monatliches Einzahlungslimit zu setzen, das anbieterübergreifend eingehalten werden muss. Das selbst gesetzte Limit soll monatlich anpassbar sein.
  • Für die beliebten Slotgames soll ein Maximaleinsatz von 1 Euro pro Spielrunde festgelegt werden. Außerdem sollen einzelne Spielrunden am Slotautomaten mindestens 5 Sekunden dauern.
  • Relevante Daten zu Spielern und Spielerverhalten sollen künftig in einer bundesweit gültigen und verfügbaren Sperrdatei gespeichert werden. Das Mindestalter von 18 Jahren im Sinne des Jugendschutzes bleibt bestehen.
  • Vorgesehen ist auch ein Kontrollmechanismus, nach dem Spielerinnen und Spieler nur noch bei einem Online Anbieter gleichzeitig eingeloggt und aktiv sein können.
  • Für Live Wetten soll es im neuen Glücksspielstaatsvertrag konkrete Einschränkungen geben.

Quelle:
https://www.rechtslupe.de

Für die seriösen Anbieter, die bereits jetzt auf dem Online Glücksspielmarkt aktiv sind, dürfte die Umsetzung der Regulatorien im neuen Glücksspielstaatsvertrag kein Problem darstellen. Viele renommierte Betreiber sind bereits jetzt im Jugend- und Spielerschutz aktiv und setzen sich gezielt für einen verantwortungsvollen Umgang mit Glücksspielen und den neuen Online Angeboten ein.

Bilderquelle:
Bild 1: unsplash.com/Jonathan Petersson
Bild 2: unsplash.com/Carl Raw