Uhren als Wertanlage beliebter denn je

Viele Anleger suchen in Zeiten niedriger Zinsen nach einer Alternative zu herkömmlichen Wertanlagen wie Aktien oder Fonds. Dabei rückt ein kleiner, aber feiner Anlagemarkt in den Fokus meist betuchter Interessenten. Luxusuhren verzeichnen seit einigen Jahren einen stetigen Wertzuwachs.

Der Anlagemarkt der Luxusuhren unterscheidet sich in der Funktionsweise vom alltäglichen Geschäft an den Wertpapierbörsen. Er zeichnet sich eher durch einen langfristigen Investitionshorizont aus und ähnelt darin den Umschlagplätzen für Kunst. Ähnlich wie ein Gemälde unterliegt die Wertermittlung neben der handwerklichen Vollkommenheit vielerlei Arten von Emotionen. Das macht eine Luxusuhr wie die beliebte Pepsi Rolex zum Anlageobjekt für Krisenzeiten.

Modellauswahl fürs Investment

Weltweit werden Milliardenbeträge mit Uhren umgesetzt. Immer öfter haben die Käufer die Rendite im Sinn. Dabei stehen insbesondere exklusive und limitierte Luxusuhren im Mittelpunkt des Interesses. Allein, die Auswahl der Modelle mit dem größten Wertsteigerungspotenzial stellt viele Anleger vor einige unbeantwortete Fragen.

Eine Garantie für den finanziellen Erfolg gibt es nicht. Viele Experten äußern sich zwar explizit über einige konkrete Modelle, oft stehen sich die Meinungen allerdings diametral gegenüber. Ein großer Teil der heute begehrten Sammlerstücke sind betagte Vintage-Modelle, die hauptsächlich auf Auktionen gehandelt werden.

Der Luxusuhren-Kosmos ist begrenzt

Große Gewinne werden vor allem mit Uhren gemacht, die zur Zeit ihrer Herstellung noch wenig Popularität ausstrahlten. Sie waren bisher nur einem kleinen Personenkreis zugänglich und gingen noch nicht um die Welt. So hat sich der Wert des Edelstahlmodells der Rolex Daytona von 625 € in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts auf heute mehr als 25.000 € gesteigert. In diesem Falle hat sich die Uhr als Wertanlage gelohnt.

Kriterien der Marktpreisbildung

Im Wesentlichen sind drei Hauptkriterien zu beachten, wenn es darum geht, eine Luxusuhr auf das Investmentpotenzial abzuklopfen. Zwei davon spielen eine eher untergeordnete Rolle. So ist der persönliche Geschmack nicht skalierbar und führt oft zu Fehlentscheidungen. Auch der uhrmacherrische Wert allein ist nicht das Kriterium, welches zwangsläufig die Preisentwicklung bestimmt.

Lediglich die Marktpreisbildung ist eine unabhängige Komponente. Allerdings sind Uhrenmärkte in ihrer Zusammensetzung wenig transparent. Zudem zeichnen sie sich durch mangelnde Homogenität aus. Ein Investment in Luxusuhren setzt eine intensive Marktbeobachtung und eine Vielzahl von fundamentalen Analysen voraus und zeichnet sich durch wenig Zockerpotenzial aus. Folgende Prämissen bedürfen dabei eines geschärften Blickes.

Die Marke

Luxusuhren von Herstellern mit großer Expertise sind bei einem Investment derzeit die beste Wahl. Vor allem sind es dabei Schweizer Uhrmacher, welche die deutschen Manufakturen an Prestige übertreffen.

Je geringer die Auflage, desto größer ist die Nachfrage, welche den Preis nach oben treibt. Dabei sind limitierte Auflagen ein entscheidendes Argument. Eine Limitierung der Stückzahlen unterstreicht die Exklusivität der Uhr als Wertanlage.

Das Uhrwerk

Für das Innere der Uhr gilt, dass hochwertige Materialien sich vorteilhaft auswirken. Auch die Machart ist ausschlaggebend für eine günstige Preisentwicklung. Oft sind es rein mechanische Uhrwerke mit bekannten Kalibern, die einer Wertsteigerung unterliegen.

Von Bedeutung sind auch besondere Features wie Komplikationen, also Zusatzfunktionen und spezielle Mechanismen. Eine Mondphasenanzeige oder ein ewiger Kalender unterstreichen die Wertigkeit des jeweiligen Zeitmessers. Die Beteiligung von Handwerkskunst hebt das Stück über die Masse heraus. Das gilt ebenso für Gravuren, Emaillearbeiten, Dekorationen und Goldschmiedearbeiten.

Die dokumentierte Historie

Niemand kauft gerne die Katze im Sack. Luxusuhren sind nicht fälschungssicher und wer eine solche mit dem Ziel der Wertanlage kauft, sollte auf die Vollständigkeit der dazugehörigen Dokumente achten. Dazu gehören in erster Linie das Herstellerzertifikat sowie eine vom offiziellen Konzessionär gestempelte Garantieerklärung. Die Originalbox und vollständiges Zubehör geben wichtige Fingerzeige, besonders bei Gebrauchtuhren. Ist die Dokumentation unvollständig, kann es zu Wertverlusten von bis zu 50 % kommen. Abstand ist vor Uhren mit Papieren von unbekannten Juwelieren und Stempeln aus dem asiatischen Raum zu nehmen.

Recherche

Niemand, der in Uhren investieren möchte, kommt um eine ausgiebige Recherche herum. Dazu gehören neben den technischen und handwerklichen Aspekten Informationen zur Tradition und der Geschichte des Unternehmens. Letztlich sollte eine Uhr nicht zu billig gegenüber der Preisempfehlung sein, läuft man doch sonst Gefahr, sich einen Ladenhüter in den Safe zu legen.

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