Anzeige
Anzeige

Es weihnachtet schon sehr: Warum viele Menschen dieses Jahr Weihnachten herbeisehnen

Seit Frühjahr 2020 jagt gefühlt eine Schreckensnachricht die nächste. Am meisten belastet die Kinder, Erwachsenen und Alten allerdings nach wie vor die Coronavirus-Pandemie. Nach 1,5 Jahren voller Einschränkungen, Verzicht, Sorgen und Krankheit, wünschen sich die Menschen sehnlichst eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit im Kreis der Liebsten.

Corona, Afghanistan und Bundestagsskandale – was die Deutschen in 2021 belastet

Eine lange Liste von Sorgen und Ungereimtheiten prasselte schon bis Frühherbst auf die Bevölkerung ein.

Zweiter Lockdown

des Corona-Virus verhindern und ein unbeschwertes Weihnachten sowie Neujahr 2020/21 garantieren. Leider funktionierten die Pläne der Regierung nicht. Der Lockdown musste mehrmals schrittweise verlängert werden, bis die Situation wieder im Griff war. Schlussendlich konnten erst vier Monate später die Lockerungen langsam eingeleitet werden. Für die Bevölkerung bedeutete dies, dass nur ein sehr eingeschränktes Leben im letzten Winter möglich war. Besonders Kinder und Jugendliche sowie Senioren litten unter den schützenden Maßnahmen.

Psychische Corona-Folgen für Kinder und Jugendliche

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beauftragte das Robert-Koch-Institut, die physischen und psychischen Folgen der Pandemie bei Kindern und Jugendlichen zu untersuchen. Daraufhin wurden 17 Studien ausgewertet und beurteilt. Die Ergebnisse waren besorgniserregend.

Die Minderjährigen in Deutschland leiden unter dem Lockdown massiv. Essstörungen nahmen genauso zu wie häusliche Gewalt. Bei den Einschulungsuntersuchungen 2021 wiesen die Kinder auffällig viele Defizite im Vergleich zu den Vorjahren auf. Die Kinder und Jugendlichen bewegten sich auffallend weniger, sie legten an Gewicht zu, die Sprachentwicklung war wesentlich öfter verzögert. Gerade in sozial benachteiligten Familien zeigten sich häufiger Symptome von psychischer Belastung. Die Kinder wurden als hyperaktiver, ängstlicher und depressiver eingeschätzt.

Dieses Bild bestätigten auch immer wieder Kliniken, die auf psychische Erkrankungen von Minderjährigen spezialisiert sind. Sie waren teilweise bis über die Kapazitätsgrenzen hinaus belegt und mussten teilweise Hilfebedürftige abweisen.

Das stille Leid der Alten in 2021

Ein erschreckendes Bild zeichnete sich 2021 auch in den Pflegeheimen ab. Dort wurde eine Übersterblichkeit von 80 Prozent festgestellt. Die Ursachen können nur gemutmaßt werden.

Zum einen lagen sie vermutlich an der langen Zeit ohne Besuch begründet. Für Senioren, die ihre letzten Monate und Jahren in einer Betreuungseinrichtung verbringen, ist der Kontakt zu Kindern und Enkeln essenziell. Aufgrund des Lockdowns waren persönliche Treffen nicht oder nur sehr eingeschränkt erlaubt.

Aufmerksam macht auch die Tatsache, dass in den Heimen viele Menschen an Covid verstorben sind. Es muss sich die Frage gestellt werden, wieso diese Patienten nicht in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, um dort perfekt medizinisch versorgt zu sein. Das Pflegepersonal in den Seniorenheimen wurde angehalten, die betroffenen Menschen über Nasensonden mit Sauerstoff zu versorgen. Ob das allerdings immer richtig umgesetzt wurde, stellen Patientenschützer mittlerweile infrage.

Bereits vor Corona beklagten sich Pflegeheime über einen Personalmangel. Durch Krankheit und Quarantäne wurde dieser in 2021 noch schlimmer. Gleichzeitig stieg der Betreuungsaufwand in den Heimen deutlich an. Angehörige machten sich Sorgen, was mit ihren Alten in den Einrichtungen passiert. Viele Menschen fragen sich, ob überhaupt ausreichend Zuspruch und Versorgung möglich war.

Die Skandale der Bundesregierung

In dem Wahljahr 2021 jagte ein Skandal der Bundesregierung den nächsten. Bereits im März sorgte die sogenannte Maskenaffäre für Aufsehen. Zahlreiche renommierte Politiker schlossen Deals mit Maskenherstellern. Das ist grundsätzlich legitim. Einen faden Beigeschmack hat es allerdings, wenn die Staatsmänner und –frauen sich daran bereichern. Während anfangs der Skandal hohe Wellen schlug, geriet er im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft beinahe in Vergessenheit.

Nur wenige Monate nach der Maskenaffäre produzierte die Grünenpolitikerin Annalena Baerbock einen Skandal nach dem anderen. Bis dahin zeichneten ihre Umfragewerte für die diesjährige Bundestagswahl ein positives Bild. Nach zahlreichen Ungereimtheiten im Lebenslauf und Plagiaten nahm die Zustimmung innerhalb der Bevölkerung ab.

Anschließend war es der Bundeskanzlerkandidat Armin Laschet, der mit seinem heiteren Lachen beim Besuch der Flutkatastrophengebiete für negative Schlagzeilen sorgte. Schlussendlich muss sich auch noch der Kanzlerkandidat der SPD Olaf Scholz, den massiven Fehlgriffen seiner Vergangenheit stellen. Die Razzia im Bundesfinanzministerium war nur der Gipfel nach der Cum-Ex-Affäre und dem Wirecard-Skandal. Lug, Betrug, Fehlgriffe und Fehleinschätzungen der Regierung führen zu Unruhe in der Bevölkerung. Das Vertrauen ist angegriffen.

Afghanistaneinsatz beendet

Das Ende des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan kam für die Bevölkerung sehr überraschend. Der Abzug und seine dramatischen Bilder haben sich den Menschen eingebrannt. Gleichzeitig beruhigt die Machtübernahme der Taliban die ganze Welt. Genau 20 Jahre nach 9/11, welches ausschlaggebend für das Militäraufgebot am Hindukusch war, wurde der Einsatz erfolglos abgebrochen. Der überraschende Abzug und der beinahe unverzügliche Aufstieg der Taliban lassen fast an eine Flucht vor dem Feind denken. Durch das Erstarken der Taliban ist mit einer neuerlichen Flüchtlingswelle zu rechnen.

Die Folgen von Ängsten und Nöten

Es gibt noch viele weitere Themen, welche die Menschen nicht zur Ruhe kommen lassen. Die Sorge, wie es mit Corona weitergeht. Helfen die Impfungen wirklich oder machen verschiedene Mutationen die ganze Aktion zunichte? Wer trägt die wirtschaftlichen Folgen der Lockdowns? Wie geht es überhaupt den Flutopfern? Welche Gefahr geht von Long-Covid aus?

Neben den zahlreichen offenen Fragen zu Gesundheit, Wirtschaft und Familie, spaltet sich auch die Gesellschaft immer weiter. Eine Randgruppe aus Impf- und Maßnahmenverweigerern grenzt sich immer mehr von dem besonnenen Rest ab. Im Grunde ist dieses Verhalten nur eine Auswirkung der Angst in der Bevölkerung.

Durch die unruhigen Monate, die hinter den Menschen liegen, werden Nöte immer deutlicher. Die Bevölkerung sorgt sich. Folgen können schlaflose Nächte, Depressionen, Angststörungen, hoher Blutdruck und viele andere Symptome sein. Langfristig macht Angst krank, deshalb braucht es dringend ein positives Erlebnis und eine längere Pause.

Darum ist ein friedliches Weihnachten 2021 so wichtig

In diesem Zusammenhang kommt die Sehnsucht nach Weihnachten ins Spiel. Die Menschen wollen endlich durchatmen. Bei Glühwein, Plätzchen und der Sissi-Trilogie ist das Leben gefühlt noch in Ordnung. Der Wunsch nach heiler Welt ist groß. Und wahrscheinlich vermittelt kein anderer Festtag im Jahr ein so starkes Gefühl von Geborgenheit und menschlicher Wärme wie Weihnachten.

Nach einem derart chaotischen Jahr ist Abschalten entscheidend. Spätestens ab Ende Dezember sollte die Arbeit ruhen und nur noch die Zeit mit der Familie genossen werden. Das kann vielleicht psychische Belastungssymptome etwas mildern und gegebenenfalls vollkommen verschwinden lassen.

So gelingt das Weihnachtsfest in diesem Jahr perfekt

Damit zum Jahresende aufgeatmet werden kann, sind einige Vorbereitungen wichtig. Hierbei ist weniger mehr. Ein zu großer Perfektionismus ist kontraproduktiv bei der gewünschten Stressbewältigung. Deshalb wird zunächst einmal ein Plan geschmiedet, wie Weihnachten überhaupt ablaufen soll. Dabei ist das Gefühl wichtiger als große Gaben und eine pompöse Feier.

Ein kleiner Tipp für bessere Laune hat mit Tannenduft und Glitzerkugeln zu tun. Denn am besten wird dieses Jahr die festliche Dekoration etwas früher aus dem Keller oder vom Dachboden geholt. Einige Psychologen behaupten, dass Menschen glücklicher sind, die bereits Wochen vor dem Heiligen Abend dekorieren. Wenn es so einfach ist, für gute Stimmung zu sorgen, dann sollte es einfach mal ausprobiert werden.

Die Gästeliste für Weihnachten steht bereits? Dann können auch alsbald die Einladungen verschickt werden. Natürlich reicht oftmals auch ein Anruf, aber einen besonders schönen Zauber verbreiten persönlich kreierte Karten. Wer mag, der kann darin auch Hinweise zum Heiligen Abend einfließen lassen. Von der Kleiderordnung bis zu Geschenktipps darf alles angegeben werden.

Gibt es Streithähne in der Familie, kann explizit um ein friedliches Fest gebeten werden. Zur Sicherheit wird vorab noch einmal diskutiert, ob es möglich ist, den Zwist an den Feiertagen ruhen zu lassen. Sollte das nicht der Fall sein, ist eine Ausladung durchaus eine mögliche Option. Ist von Auseinandersetzungen an den Feiertagen auszugehen, wird der gewünschte Erholungseffekt mit ziemlicher Sicherheit nicht eintreten.

Wer sich aufgrund der wirtschaftlichen Einschränkungen nicht in der Lage sieht, große Geschenke zu kaufen, der braucht sich nicht zu schämen. Am besten wird diese Problematik offen im Vorfeld angesprochen. In diesem Jahr wird es vielen Menschen ähnlich ergehen. Als Lösung kann sich beispielsweise darauf geeinigt werden, deutlich kleinere Geschenke zu machen. Vielleicht wird auch gemeinsame Zeit verschenkt. Die Schwiegereltern freuen sich wahrscheinlich über eine Fahrradtour oder Schlittschuhfahrt mit Kindern und Enkeln. Auch die eigenen Eltern werden bei einem Gutscheinheft mit Sonntagsbesuchen fröhliche strahlen.

Am Heiligen Abend sollte ein Unterhaltungsprogramm für die Kleinen eingeplant werden. So ziehen sich die Stunden bis zur Bescherung nicht wie Kaugummi. Das Essen darf einfach aber lecker gehalten werden. Es muss niemand stundenlang in der Küche stehen. Statt Drei-Gänge-Menü schmecken auch Würstchen mit Kartoffelsalat und im Anschluss die selbst gebackenen Plätzchen.

Damit an den Feiertagen keine Aufregung aufkommt, bleiben die Nachrichten außen vor. Sowohl die Tagesschau als auch die regionale Tageszeitung dürfen getrost einmal ignoriert werden. Bereits ein kurzer News-Detox kann zu einer raschen Erholung auf Seelenebene führen. Wer nicht mehr bis Weihnachten warten kann, der schaltet einfach vorher schon regelmäßig den Fernseher aus und unternimmt etwas Schönes mit den Liebsten.

Bildquellen:
Aufmacherbild: 123rf.com
Textbild: 123rf.com