Donnerstag , 20. Januar 2022
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Neue Regeln im Check: Was verändert sich wirklich für Online Gambler?

2021 ist ein Jahr der Veränderungen im Gambling-Sektor. Das Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages hat das Casinospiel in Deutschland legalisiert. Fortan können Online-Casinos auch eine der begehrten, deutschen Lizenzen erhalten und nicht mehr nur Spieler in Schleswig-Holstein dürfen legal zocken

Ein Casino Vergleich zeigt deutlich, dass das Angebot weiterhin vorhanden ist und Spieler noch immer viel Auswahl haben. Doch was ändert sich wirklich in Zukunft?

Welchen Zweck erfüllt der Glücksspielstaatsvertrag?

Mit dem Glücksspielstaatsvertrag wird eine illegale Branche legal. Waren Online-Casinos hierzulande bislang verboten, dürfen Spieler aus ganz Deutschland legal zocken. Nun war es schon seit jeher, sodass sich Gambler nicht von Verboten haben abbringen lassen. Wenn es keine deutschen Casinos gab, zockten sie eben bei EU-lizenzierten Angeboten, zu den dort vorherrschenden Bedingungen.

Hier möchte der Staat seine Hand drauf halten und kontrollieren, was auf dem Glücksspielmarkt passiert. Nicht nur eine neue Glücksspielsteuer, die allerdings Betreiber trifft, nicht aber Spieler, sondern auch eine Regulierung des Spielverhaltens ist die Folge. Längst nicht alle Experten sind darüber erfreut, es hagelt Kritik an den Regularien, doch ändern können die Spieler zunächst nichts.

Doch was sind überhaupt Neuerungen, auf die sich Zocker nun einstellen müssen? Was ist der Unterschied beim Spiel im legalen, deutschen Casino, verglichen mit Anbietern, die ihre Lizenz zuvor in Malta, Gibraltar oder der Schweiz innehatten und ihr Spielangebot vielleicht gar nicht verändern werden? Die folgende Übersicht klärt auf!

Live-Spiele sind ab sofort verboten

Sie haben einen wahren Boom erfahren: Live-Spiele, die mit echten Dealern und Croupiers für Spieler bereitgestellt wurden. Dem schiebt der Glücksspielstaatsvertrag einen Riegel vor. Ab sofort ist es nicht mehr möglich, mit einem realen Kartengeber per Video zu spielen. Laut Ausführungen des neuen Gesetzes dürfen ausschließlich virtuelle Nachbildungen von Spielszenarien verwendet werden.

Das bedeutet, dass es zwar weiterhin erlaubt ist, virtuelles Roulette zu spielen, nicht mehr jedoch, mit einem realen Bankhalter. Sämtliche Vorgänge dürfen nicht mehr in der Hand eines Dealers liegen, sondern maximal in der Hand eines Zufallsgenerators. Ein Schlupfloch, was zwar das Angebot von Roulette und Co. nicht gänzlich unterbindet, jedoch das Live-Feeling im Online-Casino vollständig verbietet.

Jackpots gehören zur Vergangenheit

Slots mit progressivem Jackpot waren insbesondere bei Vielspielern begehrt und beliebt. Sämtliche Spins erhöhten mit den Einsätzen den Jackpot, der schließlich an einen Spieler ausgeschüttet wurde. Damit ist nun Schluss, denn auch die Jackpot-Slots sind dem neuen Glücksspielstaatsvertrag zum Opfer gefallen.

Auch hier steht der Spielerschutz vermeintlich im Fokus. Es soll verhindert werden, dass Spieler im Hinblick auf den großen Gewinn, zu viel Geld einsetzen und dabei aus den Augen verlieren, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Gewinns ist.

Einzahlungsgrenze für Spieler

Die wilden 80-er Jahre sind für viele Menschen ein Sinnbild der Freiheit. Und tatsächlich zieht der Staat beim Glücksspiel die Daumenschrauben an. So dürfen pro Monat nur noch maximal 1000 Euro eingezahlt werden, höhere Einzahlungen sind nur in Ausnahmefällen möglich.

Wer über ein üppiges Einkommen verfügt und dem Casino dies belegen kann, hat auf Antrag die Möglichkeit, sein Einzahlungslimit zu erhöhen. Doch hier sind es vor allem die Betreiber, die vorsichtig sind. Denn sie haften dafür, wenn der Spieler sein hohes Einkommen nur vorgibt und sich am Ende die Einzahlungen doch nicht leisten konnte. Daher ist die Grenze auf 1000 Euro für viele Casinos fix und nicht änderbar.

Einschneidende Neuerungen am Slot

Slot-Spiele gehören neben Tischspielen zu den beliebtesten Angeboten im Online-Casinos. Doch gerade in diesem Bereich sind die Einschränkungen einschneidend. Zocken, bis der buchstäbliche Arzt kommt, ist ohne Weiteres nicht mehr möglich. Wer am Slot sein Guthaben setzen möchte, ist pro Spin auf einen Einsatz von einen Euro begrenzt. Hierbei werden alle Einsätze zusammengerechnet. Werden auf fünf Gewinnlinien beispielsweise 0,20 Euro gesetzt, ist der Maximalbetrag von einem Euro schon erreicht.

Es ist nicht erlaubt, pro Gewinnlinie einen Euro zu setzen und so den Gesamteinsatz zu maximieren. Ein großes Ärgernis für jene Highroller, die gern pro Spin bis zu zehn Euro setzten und damit natürlich auch höhere Summen gewinnen konnten.

Dazu kommt, dass jede Spin-Runde nach dem neuen Gesetz mindestens fünf Sekunden lang dauern muss. Es ist also nicht mehr möglich, per Speed-Dreh die lästige Musik loszuwerden und den Gewinn auf den Walzen zu sehen. Stattdessen drehen sich die Walzen nun noch langsamer, die Musik ist schon nach wenigen Spins kaum noch auszuhalten und die Geduld vieler Spieler wird bis ans Limit strapaziert.

Suchtgefahr? Gratis Slots sind verboten!

Viele Casinos haben es ihren Spielern angeboten, kostenlose Testspiele (ohne den Einsatz von Echtgeld) durchzuführen. So hatten sie die Möglichkeit, den Slot besser kennenzulernen und herauszufinden, ob sich hier ein Echtgeldeinsatz lohnt. Das ist fortan verboten, wer am Slot spielen möchte, benötigt Echtgeld.

Wie sinnvoll diese Regelung im Hinblick auf den Spielerschutz ist, kann hinterfragt werden. Denn theoretisch ist das kostenlose Spiel für den Gambler weniger riskant als der Einsatz von Echtgeld.

Von staatlicher Seite wird diese Regel jedoch eingeführt, um den Spielerschutz zu erhöhen. Die Behörden gehen davon aus, dass die Gratisspiele bewusst dafür genutzt werden, um den Spieler zu verführen. So werden bei Gratisspielen oft hohe Gewinne erzielt, die natürlich nicht als Echtgeld ausgezahlt werden. Dem Spieler wird dadurch aber suggeriert, dass er ähnliche Gewinne beim Einsatz von Echtgeld erzielen könnte und somit lässt er sich leichter zum Spiel verführen.

Ausstieg über den Panikknopf

Das Geld wird knapper, eigentlich ist kein Guthaben mehr übrig und der Spieler merkt, dass er in ein ungesundes Spielverhalten abgleitet? In diesem Moment kann der neu eingeführte Panikknopf die Rettung sein. Denn einmal gedrückt, sperrt sich der Gambler selbst für 24 Stunden aus und kann diese Sperre auch nicht rückgängig machen.

Fraglich ist, wie viele Spieler im Suchtmodus tatsächlich davon Gebrauch machen und ob es nicht eher sinnvoll wäre, bei problematischem Spielverhalten eine Regulierung des Casinos möglich zu machen.

Auch wenn der Glücksspielstaatsvertrag von manchen Zockern harsch kritisiert wurde, sind nicht alle Änderungen wirklich negativ zu bewerten. Klar ist aber auch, dass die Regulierung des Staats kein Akt der Barmherzigkeit ist, sondern eine Maßnahme, um die Hände auf einem gigantischen Markt zu haben und durch zusätzliche Casinosteuern, die vom Anbieter zu tragen sind, auch finanziell von der Legalität der Casinos zu profitieren.

Bildquelle:
Unsplash.com