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Kann ich als Arbeitnehmer einen Aufhebungsvertrag anbieten?

Es kann verschiedene Gründe dafür geben, dass der Arbeitnehmer das Beschäftigungsverhältnis beenden möchte. Das kann die Unzufriedenheit mit dem Job oder der Bezahlung sein oder die Aussicht auf einen neuen, interessanten Arbeitsplatz. Nun gibt es zwei Optionen - entweder Sie kündigen oder Sie bieten Ihrem Chef einen Aufhebungsvertrag an.

Im Folgenden beschreiben wir nun, was genau ein Aufhebungsvertrag ist, welche Vor- und Nachteile er bietet, was Sie beachten müssen und wie Sie sich beim Aufhebungsvertrag von Experten unterstützen lassen können.

Der Unterschied zwischen Kündigung und Aufhebungsvertrag

Bei einer Kündigung handelt es sich um eine einseitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Diese ist an die gesetzlichen Kündigungsfristen gebunden und richten sich nach der Beschäftigungsdauer im Unternehmen.

Bei einer siebenmonatigen bis zweijährigen Unternehmenszugehörigkeit beträgt die Kündigungsfrist einen Monat. Sind Sie allerdings bereits über 20 Jahre im gleichen Unternehmen angestellt, muss eine Frist von sieben Monaten eingehalten werden. Zudem gibt es Fälle von Kündigungsschutz, zum Beispiel für Schwangere und Schwerbehinderte.

Oft wollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber allerdings nicht so lange warten und schließen aus diesem Grund einen Aufhebungsvertrag ab. Dieser ermöglicht es Ihnen nämlich, auch außerhalb der Kündigungsfristen das Beschäftigungsverhältnis jederzeit zu beenden.

Vor- und Nachteile eines Aufhebungsvertrages

Der größte Vorteil einer solchen Vereinbarung ist, wie bereits erwähnt, dass keine Fristen eingehalten werden müssen. Das ist wichtig, wenn Sie zum Beispiel bereits eine neue Arbeitsstelle gefunden haben und diese so schnell wie möglich antreten möchten.
Auch ein Umzug in eine andere Stadt kann ein Grund für einen Aufhebungsvertrag sein.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie bei einer solchen gemeinsamen Vereinbarung sogar die Chance haben, eine Abfindung zu erhalten. War der Chef mit Ihren Leistungen zufrieden, kann es durchaus sein, dass er auf diesen Vorschlag eingeht.

Der einzige Nachteil eines Aufhebungsvertrages ist, dass Sie mit einer Sperre des Arbeitslosengeldes rechnen müssen, da Sie die Arbeitslosigkeit selbst herbeigeführt haben. Liegt allerdings ein wichtiger Grund vor, kann diese Sperrzeit erlassen werden. Am besten informieren Sie sich im Vorfeld bei der Agentur für Arbeit.

Wie stelle ich einen Aufhebungsantrag?

Zunächst muss der Arbeitgeber um sein Einverständnis gebeten werden. Das kann mündlich oder schriftlich passieren. Ein entsprechendes Musterschreiben können Sie sich im Internet kostenlos herunterladen. Dabei sollten Sie nicht vergessen, Ihrem Chef eine Frist für die Antwort zu setzen.

Sie sollten in jedem Fall darauf achten, dass der Vertrag schriftlich abgeschlossen und von beiden Parteien unterzeichnet ist. Mündliche Vereinbarungen oder Verträge per E-Mail sind nicht rechtswirksam. Der Vertrag muss das genaue Datum des Inkrafttretens und die Höhe der eventuellen Abfindung beinhalten. Im Zweifelsfall lassen Sie sich am besten von einem spezialisierten Anwalt in Person oder online rechtlich beraten.

Der Arbeitnehmer stimmt nicht zu - was tun?

Sie haben als Arbeitnehmer grundsätzlich keinen Anspruch auf einen Aufhebungsvertrag. Er kann nur dann geschlossen werden, wenn beide Seiten sich einig sind. Wenn der Arbeitgeber Ihren Antrag nicht akzeptieren sollte, haben Sie letztendlich leider keine andere Möglichkeit, als eine fristgerechte Kündigung einzureichen. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass Arbeitgeber in der Regel Ihre Angestellten nicht dazu zwingen, weiterzuarbeiten, wenn sie das Unternehmen so bald wie möglich verlassen möchten.

Bildquelle:
Pixabay