Freitag , 2. Dezember 2022
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Die Sorgen der jungen Generation rücken nachhaltige Investments in den Fokus!

Nachhaltige Investments werden immer beliebter

Das Interesse an einer nachhaltigen Geldanlage wächst. Die Friday for Future Bewegung, sich häufende Umweltdesaster und der drohende Engpass an fossilen Energieträgern durch Putins Ukrainefeldzug haben sowohl die Öffentlichkeit als auch professionelle Investoren sensibilisiert.

Deshalb denken immer mehr Menschen daran, in nachhaltige Werte an der Börse zu investieren. Sie möchten mit Ihrem Kapital einen positiven Beitrag zur Umwelt, zum Klima und zum sozialverträglichen Wirtschaften leisten. Welche Aspekte sind beim grünen Investment zu beachten?

Was genau ist Nachhaltigkeit?

Der nachhaltige Grundgedanke der Moderne entstammt dem Bericht “Die Grenzen des Wachstums”, welche der Club of Rome im Jahre 1972 veröffentlichte. Darin wird vorgeschlagen, verantwortungsvoll mit der Erde, ihren Ressourcen und Bewohnern umzugehen. Damit wurden die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, Ökologie, Ökonomie und Soziales, beschrieben.

Dieser Ansatz wurde 1987 im Brundtland-Bericht in eine Definition gegossen. Demnach ist Nachhaltigkeit “eine Entwicklung, die den Bedürfnissen heutiger Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden”.

1992 beim großen UNO-Gipfel in Rio de Janeiro wurden diese Ziele bestätigt und auf die internationale Agenda gehoben. Heute wird dieses Leitbild in den Sustainable Development Goals (SDG) der Weltgemeinschaft dargestellt. Dabei bleibt die Umsetzung der hehren Ziele wenig konkret. Nachhaltige Geldanlagen, welche ökologische, soziale und ethische Investments propagieren, können hierbei Abhilfe schaffen!

Was ist eine nachhaltige Geldanlage?

Laut den Experten von https://www.finanztrends.de/ sind es bei einer herkömmlichen Geldanlage die Kriterien Rendite, Risiko und Verfügbarkeit, nach denen Investments beurteilt werden. Grüne Geldanlagen erweitern dieses Spektrum um den Faktor “Nachhaltigkeit”.

Dabei werden Investitionen, die Kinderarbeit, den Kohleabbau oder die Waffenproduktion fördern, ausgeschlossen. Dafür rücken Unternehmen, welche den Bau von Schulen oder Solarparks ermöglichen, in den Fokus der Anleger und Investoren.

Erfolgreiches Wirtschaften nachhaltiger Unternehmen

Unternehmen, welche ökologisches und soziales Wirtschaften im Auge behalten, erreichen damit folgende ökonomische Vorteile:

Innovationsfähigkeit

Der sparsame Umgang mit Ressourcen und Energie spart zum einen Kosten. Ambitionierte Visionen wie das Klimaziel 2030 beflügeln zudem die Forschung und die Entwicklung, wodurch kreative Produktlösungen entwickelt werden.

Als Beispiele dienen im Bereich der Mobilität die Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zur E-Mobilität oder in der Lebensmittelbranche die Einführung zahlreicher fleischloser Nahrungsmittel.

Wettbewerbsfähigkeit

Die Nachfrage nach nachhaltigen Angeboten steigt. Immer mehr Verbraucher erkennen, dass eine Abkehr vom reinen Konsumdenken überfällig ist und suchen nach Alternativen.

Konsumenten und Geldanleger fragen nicht mehr nur nach Qualität und Preis, sondern interessieren sich für die Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette, die negativen Auswirkungen der Produktion und Entsorgung und fordern eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Firmen, welche diese Faktoren berücksichtigen, besitzen einen Wettbewerbsvorteil und werden für Investoren immer interessanter.

Mitarbeiterbindung

So engagieren sich immer mehr Menschen im privaten Bereich für nachhaltige Lösungsansätze, indem sie u.a. regional einkaufen und sich eine Solaranlage aufs Dach stellen.

Wer in einem nachhaltigen Arbeitsumfeld beschäftigt ist, führt einen sinnvollen Job aus und gestaltet sein Engagement für die eigene Firma positiv. Eine verantwortungsvolle Unternehmensleitung verbessert dabei das Betriebsklima, die Mitarbeiterbindung wird entscheidend gestärkt.

Großinvestoren haben die Nachhaltigkeit entdeckt

Inzwischen greifen immer mehr institutionelle Anleger auf nachhaltige Vermögenswerte zurück. Neben Stiftungen und Kirchen sind es nun auch Vermögensverwalter, Versicherer, Energiefirmen und Pensionskassen, die den Reiz sozialer und ökologischer Vermögenswerte erkennen. So liegen heute schon 90 % des globalen nachhaltigen Investments in der Hand institutioneller Anleger.
Maßstab dabei sind die sogenannten ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance). Diese berücksichtigen beim Investment die Prüfung umwelterhaltender und sozialverträglicher Aspekte. Derzeit drängt die EU (Europäische Union) darauf, einen gemeinsamen Klassifizierungsstandard zu entwickeln.

Aufhorchen lässt in dieser Hinsicht eine Aktion von Larry Fink, dem Chef der Vermögensverwaltung Blackrock. Er forderte mehrere Tausend Manager auf, Kapital aus fossilen Brennstoffen abzuziehen, worauf großen Öl-, Gas- und Kohlekonzernen rund 11 Billionen US-Dollar aus den Kassen gespült wurden. Dies bestätigt den Trend, dass die großen Investoren erkannt haben, dass bei einer nachhaltigen Geldanlage doppelter Ertrag zu erwarten ist. Einmal wird der Vermögensaufbau in Angriff genommen, zum anderen wird dem Erhalt der Umwelt Vorschub geleistet!

Bildquelle:
Pixabay.com