Die Nachtsichttechnik wird immer ausgereifter

Moderne Standards bei Reichweite und Auflösung

Entwickelt für das amerikanische Militär in der 30er Jahren des letzten Jahrhunderts durchlief die Nachtsichttechnik große Evolutionssprünge und ist heute mit Einschränkung auch für den zivilen Markt erreichbar. Die ersten Nachtsichtgeräte der Generation 0 waren noch klobig und so proportioniert, dass sie nur auf Fahrzeugen montiert werden konnten. Heute sind die Nachfolger zumindest im zivilen Bereich im Taschenformat erhältlich und meist einhändig zu bedienen bzw. mit einem Nachtsichtgerät- Vorsatz ausgestattet. Um die Nacht zum Tag zu machen, werden unterschiedliche Technologieansätze genutzt. Die sogenannten Restlichtverstärker sammeln, wie der Name schon impliziert, vorhandenes Licht und bündeln es. Über Bildverstärker sind dann für den Betrachter Umrisse in mehr oder weniger scharfem Kontrast zu erkennen. Andere Technologien nutzen Infrarotlicht. Mit Hilfe einer Bildwandlerröhre und einem Halbleiter- Bildsensor wird unsichtbare Infrarotstrahlung in sichtbares Licht umgewandelt. Eine dritte Variante decken die Wärmebildkameras ab, wie sie von PulsarNV angeboten werden. Auch sie nutzen das Infrarotlicht, allerdings aus dem Bereich Wärmestrahlung.

Nachtsichtgeräte und ihre Klassifizierung

Nachtsichtgeräte werden in Generationen unterteilt. Neben der schon oben beschriebenen Generation 0, die nur noch musealen Wert besitzt, sind heute die Generationen 1-3 auf dem Markt. Generation 4 befindet sich in Entwicklung, wird aber nur für Militärs zugänglich sein. Der Typ Generation 1 ist besonders günstig und im Hobby- Bereich sehr verbreitet. Diese Geräte besitzen je nach Ausführung eine 1000- 8000-fache Lichtverstärkung. Sie liefern Bilder im Grünbereich mit einer relativ ausgeprägten Körnung und besitzen eine Betriebsdauer von 200 Stunden. Schon die Generation 2 arbeitet mit Mikrokanalplatten und liefert mit einer ca. 20000-fachen Lichtverstärkung sowie Vergrößerungskomponenten hellere Bilder im schwarz/weiß- Bereich. Sie besitzt eine Betriebsdauer von ca. 4000 Stunden. Je nach Modell umfasst der Lieferumfang eine praktische Kopfhalterung. In Europa hat man sich auf diese Generation spezialisiert und sie entsprechend weiterentwickelt. Die dritte Generation ist nicht erwerblich, liegt ihr Patent doch bei der US- Regierung. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass diese Geräte eine ca. 50000-fache Lichtverstärkung besitzen und ein sehr scharfes Bild liefern können. Die Betriebsdauer liegt bei 15000 Stunden.

Nachtsichtgeräte und ihre Einsatzbereiche

Ein Teil der Technologie ist dem Militär vorbehalten. Vor allem die Amerikaner sind da Vorreiter. Da diese Produkte damit meist der Geheimhaltung unterliegen, sind sie naturgemäß kein Bestandteil dieser Abhandlung. Im zivilen Bereich leisten vor allem die modernen handlichen Modelle hervorragende Dienste bei der Naturforschung. Pflanzen- und Tierbeobachtung kann so auch des Nachts durchgeführt werden und die Untersuchungen gewinnen an Genauigkeit. Besonders die binokularen Modelle sind hier ob Ihrer großen Reichweite und des breiteren Sichtfelds gefragt. Auch die Polizei und Sicherheitsdienste machen sich Nachtsichtgeräte zu Nutze. In der Laserforschung werden Nachtsichtgeräte eingesetzt, um die Strahlung im Infrarotbereich zu dokumentieren. Für Privatpersonen bieten sich Nachtsichtgeräte im Survivalbereich, bei Nachtwanderungen oder auch im Segment Sicherheit im Eigenheim an. Aber besonders bei der Jagd leistet die Technik hervorragende Dienste.

Einsatz von Nachtsichtgeräten bei der Jagd

Für Jäger in Deutschland sind beim Gebrauch von Nachtsichtgeräten einige Vorgaben zu berücksichtigen. Hier ist zuerst das Jagdgesetz anzuführen. So ist es verboten, die Geräte direkt auf dem Gewehr zu befestigen. Zudem sind gewisse Wildarten geschützt und dürfen nicht bei Nacht gejagt werden. Trotzdem erfreuen sich die kleinen Helfer großer Beliebtheit. Bei der Jagd besitzen monokulare Geräte Vorteile. Das menschliche Auge passt sich nur mit Verzögerung wechselnden Lichtverhältnissen von hell zu dunkel an. So kann mit einem Auge das Zielfernrohr bedient werden, mit dem anderen Auge wird das Wild über das Nachtsichtgerät gesucht, ohne dass das Auge sich erst an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen muss. Es bietet sich an, das Nachtfernrohr an einer Kopfhalterung zu befestigen, um beide Hände frei zu haben. Dabei wird ein Nachtsichtgerät ohne Vergrößerung an einer Halterung befestigt, um direkt durch das Zielfernrohr hindurchzusehen. Auch das Pulsar Nachtsicht Vorsatzgerät übernimmt diese Funktion. Es kann auf das Zielfernrohr als Jagd Aufsatz aufgeschraubt werden und liefert ansprechende Bilder.

Preis, Handlichkeit und Akkulebenszeit

Der Markt offeriert eine Unmenge an diversen Nachtsichtgeräten. Hochqualitative Auflösungen haben allerdings ihren Preis und sind professionellen Anwendungen vorbehalten. Die günstigeren Geräte ab ca. 100.- € für den privaten Nutzer erfüllen jedoch ausreichend deren Ansprüche. Teureren Geräten um die 2000.- € besitzen meist eine Wärmebildkamera. Beim Kauf sollte besonderes Augenmerk auf Gewicht und Stromverbrauch gelegt werden. Handlichkeit und Lebensdauer hängen davon entscheidend ab!

Bildquelle:
Pulsar