Samstag , 19. September 2020

Glücksspielstaatsvertrag 2021: Warum die Legalisierung von Online-Casinos Diskussionen mit sich bringt

Online-Glücksspiel ist bislang nur in Schleswig-Holstein erlaubt. Wer außerhalb des Bundeslandes sein Glück in der virtuellen Welt auf die Probe stellen will, betrat bislang stets rechtliche Grauzonen. Das soll sich ändern, denn am 1. Juli 2021 soll der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft treten. Länderchefs aus den Teilnehmerkreisen haben den Vertrag beschlossen – doch rund ein Jahr, ehe der noch gültige Glücksspielvertrag ausläuft, werden Diskussionen bezüglich der Neuerungen des Staatsvertrages laut.

Online-Glücksspiel erlebt seit Jahren einen nicht abebbenden Boom. Ziel des neuen Staatsvertrags sei es, eine Alternative zum nicht legalen Glücksspiel, der das Ganze in geordnete Bahnen bringt und das Angebot eingrenzt. In wesentlicher Aspekt dabei ist der Jugend- und Spielerschutz, denn die Ministerpräsidenten wollen weiterhin Glücksspiel- und Wettsucht agieren.

Was im ersten Moment also nach einer Win-Win-Situation klingen mag, bringt jedoch diverse Kontroversen mit sich, denn die Auswirkungen, die der neue Glücksspielstaatsvertrag auf Anbieter sowie Verbraucher hat, sind nicht zu unterschätzen:

Sportwettangebote werden eingeschränkt

Online-Casinos und digitale Sportwetten arbeiten oftmals Hand in Hand. Wer Sportwetten anbietet, bietet im Regelfall ebenso ein Online-Casino an, um die Kunden bestmöglich auf der eigenen Domain zu halten. Besonders mit Blick auf Sportwetten müssen sich Nutzer wie Anbieter im Zuge des neuen Glücksspielstaatsvertrages jedoch mit Änderungen auseinandersetzen – davon werden besonders Livewetten und die beliebte Wette auf die Toranzahl in Fußballspielen („Over/Under“) betroffen sein. Wer nämlich Livewetten anbietet, darf bei diesen ausschließlich Wetten auf das finale Ergebnis, das nächste Tor oder ähnliche Ergebnisse wie den nächsten Spielsatz anbieten. Kurzum: Es werden nur noch Livewetten erlaubt sein, die sich auf das Endergebnis auswirken. Mit dieser Neuerung sind vor allem jene Sportarten gemeint, die eine verhältnismäßig geringe Anzahl dieser Elemente aufweisen. Fußball oder Volleyball etwa zählen zu jenen Sportarten, während auf der anderen Seite Tennis oder Basketball Disziplinen sind, deren Endergebnis im Regelfall hoch ausfällt. Livewetten auf zuletzt genannte Disziplinen dürfen demnach im Zuge der Gesetzesneuerung nicht mehr angeboten werden.

Fokus soll auf Jugend- und Spielerschutz liegen

Im Zuge des Gesetzesentwurfs stand und steht ein wichtiger Faktor stets im Vordergrund: der Jugend- und Spielerschutz. Glücksspiel kann süchtig machen – das wissen Politiker, Spieler und Anbieter. Aus diesem Grund müssen etwa Spieler mit einer Selbst- oder Fremdsperre in einer gesonderten Datei erfasst werden. Darüber hinaus soll ein Einzahlungslimit für Spieler festgelegt werden. Dieses ist für alle Casinoanbieter gleichermaßen gültig und darf 1.000 Euro im Monat nicht überschreiten. Das Einzahlungslimit, das es bislang noch nicht gab, soll von Behörden überwacht werden, um somit einen optimaleren Spielerschutz zu gewährleisten.

Weniger Werbung für Online-Glücksspiel

Anbieter von Online-Casinos und Online-Wetten werden sich zukünftig auch mit weniger Werbung zufrieden geben müssen. Sowohl im Rundfunksegment als auch im Internet darf zwischen 6 und 21 Uhr keine Werbung für digitale Slots, Onlinepoker und -casinospiele geschaltet werden.

Lizensierte Casinos für alle

Auch wenn es Einschränkungen und Neuerungen geben wird, für den Glücksspiel-Endverbraucher wird sich ab Juli 2021 jede Menge ändern. Online-Glücksspiel ist nur in Schleswig-Holstein zugelassen. Gambler und „Zocker“ müssen sich bis dato hier und da etwas einfallen lassen, um in lizensierten und geprüften Online-Casinos ihr Glück herausfordern zu können. In der Regel hat dieser Umstand bisher jede Menge Recherchearbeit zur Folge. Kein Wunder also, dass es sich diverse Vergleichsportale zurAufgabe gemacht haben, die Nutzer mit den besten und vor allem sichersten Online Casino Empfehlungen zu versorgen. 

Auch wenn die Verabschiedung des neuen Glücksspielstaatsvertrages bereits beschlossene Sache zu sein scheint – die Auswirkungen für Nutzer und Anbieter laden noch immer zu Diskussionen ein. Somit fordern die jeweiligen Ländervorsitzenden, den aktuell gültigen Staatsvertrag nicht auslaufen zu lassen, sondern diesen ab 1. Juli 2021 erneut zu verlängern. Der neu beschlossene Glücksspielstaatsvertrag würde damit ausgesetzt werden.

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