Donnerstag , 29. Oktober 2020

Kleinstadtidylle an der Elbe: die Geschichte der Fliesenstadt Boizenburg

Happy Birthday, Boizenburg. Im Jahr 2020 kann die Stadt ihren 765. Geburtstag feiern. Historische Aufzeichnungen zeigen, dass Boizenburg im Jahr 1255 noch als Boitzenborg bezeichnet wurde. Altbacken zu sein, liegt der Stadt hingegen nicht. Im Dezember 2017 startete das Projekt, die Boizenburger Altstadt mit neuem Leben zu erfüllen. Zudem tüfteln Adriana Raczykowski und ihre Kommilitonen gerade an Konzepten für die Verschönerung der Boizenburger Altstadt. Grund genug, etwas mehr über die Stadt zu erfahren.

Wie alt ist Boizenburg?

Die Stadt Boizenburg blickt auf eine lange, geschichtliche Tradition zurück. Die erste Urkunde, in der von der „territorio boyceneburg“ die Rede ist, stammt aus dem Jahr 1171. 1223 kann die Burg, aus der heute eine Stadt erwachsen ist, in einem anderen Dokument gefunden werden. 1230 besiegelte ein Eintrag im Ratzeburger Zehntregister, dass es die „terry boyceneburch“ gab. Nur wenig später, im Jahr 1255, wurde die Stadt als „Boitzenborg“ bezeichnet. Ein Name der sich später nur noch geringfügig ändern sollte.
Was sich durch die geschichtlichen Aufzeichnungen zieht, wie ein roter Faden, ist nicht nur der Name, sondern vor allem die Burg und der Fluss, die Boize, die beide maßgeblich zum Namen der Stadt beigetragen haben. Besiedlungen muss es entlang der Boize übrigens schon früher gegeben haben. Die Abodriten sollen im 8. Jahrhundert an der Boize sesshaft geworden sein. Im Jahr 1980 wurde in der Stadt Boizenburg die 725-Jahr-Feier zelebriert, was bedeutet, dass sich der Ort das Jahr 1255 als Gründungsjahr auf die Fahne geschrieben hat. Damit steht im Jahr 2020 der 765. Geburtstag der Stadt an.

Die Burg, die bereits ab 1171 immer wieder in historischen Urkunden auftaucht, bedingt den zweiten Teil des Stadtnamens und ist hier im Stadtsiegel der Kommune zu sehen.

Warum trägt die Stadt den Namen Fliesenstadt?

Die Fliesenherstellung hat in Boizenburg Tradition und wird an vielen sichtbaren und unscheinbaren Winkeln der Stadt betont. Wer mit offenen Augen durch den Ort flaniert, kann an zahlreichen Gebäuden Fliesenbilder entdecken. Wer mehr über die Geschichte der Fliesenherstellung erfahren möchte, kommt im ersten Deutschen Fliesenmuseum, sicherlich auf seine Kosten. Hinter der verklinkerten Fassade des Museums, das sich in der Reichenstraße befindet, warten Fliesenschätze aus zahlreichen Kulturepochen auf die Besucher. Weit über 100 Jahre reicht die Historie der Fliesenherstellung mittlerweile zurück.
Ins Wanken geriet das Traditionshandwerk, das im Ort im Jahr 2016 durch das Boizenburger Fliesenwerk repräsentiert wird. Nach einer Fusion sollte es für diesen wichtigen historisch gewachsenen Wirtschaftsfaktor im Ort allerdings wieder bergauf gehen. Die Elbewerft, die bis 1998 als wichtigster Arbeitgeber in Boizenburg fungierte, stellte damals den Betrieb wegen Unwirtschaftlichkeit ein.

Wie hat sich die Wohnlage in Boizenburg verändert?

Boizenburg hat sich für seine Bürger zu einem sympathischen Wohnort gemausert. Infrastrukturell betrachtet bietet die Stadt mit Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen alles, worauf Familien achten, die auf der Suche nach einem Wohnort sind. Darüber hinaus stehen Arbeitsplätze im Ort zur Verfügung, beispielsweise in der Süßwarenfabrik, und sogar Wohnformen für Senioren werden angeboten, um es den Boizenburger Bürgern zu ermöglichen, in ihrer Heimat zu bleiben – selbst, wenn sie sich nicht mehr selbst versorgen können.
Ein umfangreiches Angebot an kulturellen Erlebnissen und Freizeitoptionen, wie etwa Kino, Museen und Naturerlebnisbad locken die Bewohner vor die Tür und sorgen so für ein lebendiges Gemeindeleben. Durch die gute Anbindung zu Hamburg – von Boizenburg in die Hansestadt sind es nur 60 Kilometer – dient die Stadt vielen als Rückzugsort, die in der Großstadt arbeiten. Wer Boizenburg für sich als neue Heimat entdecken möchte, findet bei Grand City Property (GCP) Wohnungen in Boizenburg. Der Hausverwalter steht für bezahlbaren Wohnraum und unterstützt die Ausbildung von lebendigen Nachbarschaften, die eine Stadt wie Boizenburg erst richtig lebenswert machen.

Was sind die Besonderheiten von Boizenburg?

Eine Attraktion und Besonderheit der Stadt Boizenburg ist das Urstromtal, das sowohl bei Bürgern als auch bei Gästen auf Begeisterung stößt. Bereits im Jahr 1979 wurde dieses als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt; 1997 folgte die Erweiterung zum UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Heute umfasst es 3400 Quadratkilometer, umfasst fünf Bundesländer und ist das größte im Binnenland gelegene Biosphärenreservat des Landes. Eine Sicherung des Geländes als Naturschutzpark folgte nach 1990.

Das Rathaus von Boizenburg wurde im Jahr 1712 errichtet. Eine Baumaßnahme im Jahr 1789 folgte; die Restaurierung ist auf die Jahre 1993 bis 1996 datiert.

Welche Änderungen gibt es in der Stadt Boizenburg?

Boizenburg wächst, was sich wiederum positiv auf die Angebote im Ort auswirkt. Sanierte Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert verleihen der Altstadt ihr traditionelles Flair. Im Mittelpunkt stehen dort Rathaus und Marktplatz. Ebenfalls aus der Geschichte stammen die Stadtbereiche der Siedlung und der Bahnhofsvorstadt. Ein Wall umgibt die Altstadt und gibt bei einem Spaziergang auch den Blick frei auf über 40 kleine Brücken, was eine weitere Besonderheit der Ortschaft darstellt.
Das moderne Boizenburg zeigt sich am Boizenburger Hafen. Hochwasserschutzmaßnahmen haben die Kommune zu Umbaumaßnahmen gezwungen. Das hat auch Tür und Tor geöffnet für Anlegemöglichkeiten sowie für eine Hafenpromenade, die zum Flanieren einlädt. Darüber hinaus hat sich der Boizenburger Hafen zu einer Anlaufstelle für Touristen gemausert: Von hier aus lassen sich Touren mit dem Fahrrad oder mit dem Schiff ins Elbetal unternehmen.

Bildquellen:
Abbildung 1: commons.wikimedia.org © infestus_969 (CC BY-SA 3.0 DE)
Abbildung 2: commons.wikimedia.org © Stadtarchiv (gemeinfrei)
Abbildung 3: commons.wikimedia.org © infestus_969 (CC BY-SA 3.0 DE)