Sonntag , 27. September 2020

Manndeckung für Rasen-Laien: Diese Sprüche verschleiern mangelndes Fußballwissen

Die Bundesliga-Rückrunde rollt, die Champions League ebenfalls und am Horizont wird der Beginn der Fußball-EM auch nicht kleiner. Lauter Gelegenheiten, zu denen auch Ball-Laien immer wieder mit dem Sport konfrontiert werden. Bloß: Wer gibt sich vor Kollegen und Freunden schon gern die Blöße, keine Ahnung zu haben? Keine Sorge, landeszeitung.de hat 8 Sprüche für verschiedene Situationen zusammengestellt, mit denen sich derartiges Unwissen gekonnt verschleiern lässt.

1. Schluss ist erst, wenn der Schiri abpfeift

Man selbst mag vielleicht nicht mal die simpelsten Basisregeln des Fußballs kennen. Aber was man als Laie dennoch kann, ist auf die eingeblendete Toranzeige zu schauen. Und ganz gleich, ob das von der Menge vor dem Fernseher favorisierte Team vorn oder hinten liegt, dieser Spruch taugt immer:

  • Liegt das Team hinten, suggeriert er, dass immer noch Hoffnung besteht, die Partie doch noch zu drehen.
  • Liegt das Team vorn, mahnt er zur Vorsicht und gegen vorzeitigen Jubel.

Wichtig dabei: Die Tonlage muss natürlich der jeweiligen Situation angepasst werden.

2. Die werden den Quoten nicht gerecht

In praktisch jedem Fußballspiel kann man davon ausgehen, dass eine Mannschaft, zumindest vor Anpfiff, favorisiert wird. Wenn beispielsweise die Engländer Ligaspiele abhalten, ist derzeit der FC Liverpool ziemlich dominant – für manche sogar zu dominant.

Allerdings ist das mit dem Favorisieren so eine Sache. Denn fußballerische Qualität entscheidet sich nicht nur auf der Makro-Ebene eines Teams, sondern auch auf der Mikro-Ebene: Die einzelnen Spieler, deren Tagesform, Heim- oder Auswärtsspiel usw. Das alles kann dazu führen, dass sich eine Mannschaft schlechter aufführt, als sie eigentlich sollte.

Dazu ist es notwendig, vor dem Spiel die Quoten dafür zu kennen. Dazu schaut man sich auf einer Seite mit einer großen Auswahl an verschiedenen Fußballwetten um, schaut sich an, was die Buchmacher zur jeweiligen Partie zu sagen haben. Übrigens: Sollte das Team sich sogar noch besser machen als vorausgesagt, kann man den Spruch natürlich auch nutzen, indem man das „nicht“ gegen „voll“ austauscht.

3. Das ist ja wie bei den Simpsons hier

In der Theorie bedeutet ein Fußballspiel zwei Mal 45 Minuten rasante Attacken gefolgt von kühnen Gegenangriffen. In der Praxis gilt jedoch, dass es oft genug Situationen gibt, in denen eine Mannschaft, zumindest zeitweise, keine Antwort auf die Strategie des Gegners findet.

Gleiches gilt auch, wenn es sich um zwei gleichstarke Mannschaften handelt. In dem Fall passiert häufig das, was vor vielen Jahren in der Kult-Zeichentricksendung „Die Simpsons“ für ein WM-Fußballspiel leicht augenzwinkernd auf die Schippe genommen wurde: Die Spieler kicken sich einfach im Mittelfeld den Ball zu; keiner versucht eine Attacke, es wird einfach nur gefühlt ewig lange abgetastet.

Bonuspunkte gibt’s, wenn der Sprecher ein derartiges Gekicke durch seine Tonlage wesentlich spannender klingen lässt als es ist – auch das war bei besagtem Simpsons-Spiel der Fall.

4. Na das Tor hat sich aber angedeutet

Manchmal fallen Tore aus einer völlig spontanen Aktion heraus – etwa einem raschen Umschalten des Teams auf Angriff. Aber: Ebenso fallen viele Tore, nachdem ein Team das andere schon seit vielen Minuten unter Druck gesetzt hat.

Auch das kann man natürlich als Laie erkennen: Das Spiel findet größtenteils in der jeweils gegnerischen Hälfte statt, es gibt viele Schüsse in Richtung Tor, vielleicht sogar Lattentreffer oder Situationen, die nur noch durch den Torwart geklärt werden konnten. Landet der Ball nach einer solchen Abfolge im Netz, passt der Spruch wie der Topf auf den Deckel.

5. Die schaffen es einfach nicht, den Sack zuzumachen

Längst nicht immer schießt eine Mannschaft ein Tor, weil sie auf dem Platz so überlegen ist – viele Tore fallen auch aus einer Kombination aus Fehlern und Glück heraus; tatsächlich sind sogar die Hälfte aller Goals Zufallstore. Bloß bedeutet ein einziges Tor Vorsprung natürlich längst noch nicht, dass das Spiel für den vorne Liegenden in trockenen Tüchern wäre. Es braucht nur einen Gegentreffer und alles ist wieder offen.

Insbesondere, wenn dieses Team dann schon seit langer Zeit versucht, den Abstand durch ein weiteres Tor zu vergrößern, es aber einfach nicht schafft, ist dieser Spruch höchst angebracht und wird vermutlich auch zustimmendes Nicken produzieren.

6. Was hier fehlt, ist der Geist von 2014

Dieser Spruch passt nur, wenn die deutsche Nationalmannschaft spielt. Dann aber kann er, wenn man ihn richtig einsetzt, sehr weise wirken. 2014 wurde Deutschland bekanntlich das letzte Mal Weltmeister, auch weil es ein sehr gutes, kampfstarkes und von hohem Siegeswillen beseeltes Team war.

2018 hingegen flog unsere Elf nach dem genauen spielerischen Gegenteil schon in der Vorrunde aus dem Cup. Zwar ist natürlich noch vollkommen offen, wie wir uns bei der EM 2020 schlagen werden. Allerdings stecken wir in einer sehr schweren Gruppe. Sollte sich angesichts dessen in einem Match überdeutlich eine Niederlage abzeichnen oder mangelnder Siegeswille erkennen lassen, kann man nonchalant diesen Satz fallen lassen.

7. Die wären echt besser mal Maurer geworden

Es gibt Teams, die versuchen 90 Minuten lang, Tore zu schießen, ganz gleich wie viele sie bereits ins Netz befördert haben und wie groß der Abstand ist – abermals sei hier auf 2014 verwiesen, als unsere Nationalelf genau das tat und so Brasilien mit 7:1 vom Platz schickte.

Dann aber gibt es Mannschaften und Spiele, bei denen es nur ein, höchstens zwei Tore Unterschied gibt. Und das vorn liegende Team macht dann ganz einfach „dicht“. Man hält den Ball, zeigt kaum Angriffswillen, mauert bei der Abwehr regelrecht. Alles, um den Status Quo bis zum Abpfiff zu konservieren und ja kein Risiko einzugehen, dass sich noch etwas ändert.

Ist leicht zu erkennen und macht ein Spiel für die Zuschauer unsagbar langweilig. Und weil das Team so sehr mauert, passt der Spruch perfekt.

8. Mund abputzen, weitermachen

Dieser Spruch passt immer dann, wenn das eigene Team oder auch nur ein Spieler kurz zuvor eine missliche Situation erlebt hat. Das kann ein gegnerisches Tor sein, ebenso aber auch ein Foul oder irgendeine Situation, die dazu geeignet wäre, die Moral zu unterminieren.

Dieser Satz sagt dann aus, dass das Team / der Spieler sich die Sache bloß nicht zu Herzen nehmen und einfach weitermachen sollte.

Bilderquelle:
pixabay