Samstag , 26. September 2020

Die legendärsten Matches der Australian Open

Die Grand Slam Saison hat begonnen! Wie jedes Jahr im Januar findet sich die Elite des Tenniszirkus in Melbourne ein, um mit den Australian Open das erste Grand Slam Turnier des Jahres auszuspielen – dieses Jahr gibt es sogar ein Rekordpreisgeld. Hier müssen die Athleten ihre Frühform beweisen. Seit 1987 gehört der sogenannte „Happy Slam“ zum Turnierkalender der ATP-Tour. Dabei hat es in der Rod Laver Arena schon so einige hitzige Duelle gegeben. Ganz gleich, ob Rafael Nadal, Pete Sampras oder Novak Djokovic, in Melbourne haben schon die ganz Großen ihre eigenen Duelle ausgespielt. Pünktlich zu den Australian Open 2020 werfen wir einen Blick auf die legendärsten Matches in Down Under.

Geschichtsbücher

Das Finale der Australian Open 2012 geht wohl als eines der legendärsten Tennisspiele aller Zeiten in die Geschichte ein. Fast sechs Stunden kämpften Novak Djokovic und Rafael Nadal in der Rod Laver Arena um den Sieg, ehe der Serbe seinen dritten Triumph bei den Australian Open feiern durfte. Es war das Aufeinandertreffen des Weltranglistenersten mit dem Zweiten. Bereits zwei Tage zuvor lieferte sich Djokovic eine packende 5-Satz-Schlacht gegen Andy Murray. Auch im Finale gab es denn einen unglaublichen Schlagabtausch zu bewundern. Nadal sicherte sich den ersten Satz, dann drehte der Djoker auf und stand kurz vor seinem dritten Satzerfolg in Folge, doch Nadal schlug im Tie-Break zurück und stellte auf 2:2. Auch im entscheidenden Satz ging der Spanier in Führung, doch Djokovic kam erneut zurück. Nach fast sechs Stunden verwandelte Djokovic dann seinen ersten Matchball zum Erfolg. Vielleicht gibt es dieses Jahr ja eine Neuauflage des epischen Duells. Djokovic gehört bei den Buchmachern mit einer Quote von 2,10 (Stand 22.01.) auf jeden Fall zu den Topfavoriten auf den nächsten Australian Open Triumph. Aber auch Nadal werden einige Chancen eingeräumt.

Zwei Amis in Down Under

In der Zeit vor der „Big Three“ im Tennis, waren es vor allem zwei US-Amerikaner, die in den 1990er Jahren den Tenniszirkus begeisterten. Die Rede ist von Andre Agassi und Pete Sampras. In ihrer Karriere standen sich die beiden Kontrahenten insgesamt 34 Mal gegenüber. Eines der wohl hochklassigsten dieser Matches trugen sie im Halbfinale der Australian Open 2000 aus. Schon im Jahr zuvor duellierten sich die beiden im Wimbledonfinale auf höchstem Niveau. Gut ein halbes Jahr später sollte die Revanche in Down Under folgen. Die beiden lieferten sich eine wahre Schlacht über fünf Sätze (6:4, 3:6, 6:7, 7:6, 6:1), von denen vor allem der vierte in Erinnerung geblieben sein dürfte. Agassi setzte sich im Tiebreak gegen einen völlig erschöpften Sampras durch. Im letzten Satz hatte der spätere Champion dann keine Probleme mehr mit Sampras. Trotzdem geht das Match als eines der legendärsten in die Geschichte ein und gilt als „Neustart“ für Agassis Karriere.

Ein Rematch auf Augenhöhe

Wenn es um die größten Matches bei den Australian Open geht, kann man im Zweifelsfall immer eines der Spiele nennen, in denen zwei Spieler der „Big Three“ teilnehmen. Ganz gleich, ob Djoker gegen Nadal, Nadal gegen Federer oder Federer gegen den Djoker – hier ist immer großes Tennis garantiert. So auch im Finale der Australian Open 2009. Schon im Jahr zuvor trafen Rafael Nadal und Roger Federer im Wimbledonfinale aufeinander und lieferten eines der besten Tennismatches aller Zeiten ab. Zwar konnte das Duell in der Rod Laver Arena nicht ganz dieses Niveau halten, allerdings gehört auch dieses Spiel zu einem der denkwürdigsten Finale des Turniers. Es ging hin und her, sodass am Ende ein 7:5, 3:6, 7:6, 3:6 und 6:2 für den Schweizer auf dem Scoreboard stand. Bei der Siegerehrung überwältigen ihn dann die Gefühle. Ein Match, das keiner der beiden Athleten so schnell vergessen wird.

Dies sind jedoch nur drei der legendärsten Matches in Down Under. Unvergessen bleibt beispielsweise auch Boris Beckers großer Kampf gegen Omar Camporese in der dritten Runde der Australian Open 1991 oder Monica Seles Erfolg über Steffi Graf 2003. Seit einigen Jahren sorgt der „Happy Slam“ aber nicht nur aus sportlicher Sicht für Schlagzeilen, sondern häufig auch wegen drohender Hitze. Immer wieder mussten in den vergangenen Jahren Spiele unterbrochen werden, da es zu heiß wurde. Auch in diesem Jahr rechnen die Organisatoren, nicht zuletzt aufgrund von Dürre und Waldbränden, wieder mit brutalen Bedingungen. Eine Reihe an Maßnahmen, wie die beispielsweise die Einführung einer Heat Stress Scale, soll allerdings dafür sorgen, dass die Spieler bei zu hoher klimatischer Belastung besser geschützt werden.

Bildquelle:
Nici Keil auf Pixabay