Dienstag , 27. Oktober 2020

GRÜNE REISE: EINEN NACHHALTIGEN URLAUB PLANEN

Die Umwelt schonen und trotzdem neue Kulturen entdecken und sich Entspannung gönnen. Das alles muss sich nicht unbedingt widersprechen. Ein nachhaltiger Urlaub ist deutlich leichter umsetzbar, als man meint. Dabei muss man nicht einmal auf großartig viel verzichten. Zumindest dann, wenn man seine Prioritäten richtig setzt. Nachhaltiges Reisen beginnt bereits bei der Planung des Urlaubs und hört nicht einmal beim Packen des Koffers auf. Wichtig ist, dass in erster Linie bei allen Schritten darauf geachtet wird, den Ausstoß von CO2 so gering wie möglich zu halten. Das muss man allerdings verinnerlicht haben. Wir zeigen, wie es geht.

Reiseziele in der Nähe

Grundsätzlich gilt beim Verreisen: je weiter man wegfährt, umso schlechter ist es für die Umwelt. Denn für den Transport muss einiges an Energie aufgewendet werden, was für den CO2 Ausstoß sorgt. Besser ist es also sich Reiseziele in der Nähe auszusuchen. Beispielsweise kann man in Deutschland bleiben, denn hier hat man sicherlich noch nicht jeden Winkel erkundet.

Wer allerdings doch lieber etwas in die Ferne schweifen möchte und unbedingt eine andere Kultur braucht, um abzuschalten, der kann sich bei unseren Nachbarn umschauen. Sehr geeignet ist beispielsweise Dänemark. Die dänische Grenze ist weniger als 250 Kilometer von Lüneburg entfernt. Das Land lässt sich also bequem auch mit Bus und Bahn erreichen.

Dänemark ist auf jeden Fall eine Reise wert. Generell wird vor Ort ziemlich viel auf Nachhaltigkeit geachtet. Beispielsweise sind die Dänen sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs, was die Umwelt deutlich entlastet. Besonders nachhaltig wird der Urlaub zudem bei einem Aufenthalt im Ferienhaus. Angesichts der aktuellen Corona-Krise macht das wohl auch am meisten Sinn, da man ein ganzes Haus hier für sich hat und nicht unbedingt mit anderen Menschen in Berührung kommt.

Verkehrsmittel großer Faktor

Wie eingangs erwähnt, wirkt sich die Entfernung der Urlaubsdestination auf die Umwelt aus. Das liegt unter anderem an der Wahl der Verkehrsmittel. Für weitere Reisen sind Flüge meist unvermeidbar. Allerdings ist der Flugverkehr einer der größten Posten in Sachen CO2-Ausstoß. Weltweit gehen schätzungsweise vier bis fünf Prozent der jährlichen Klimaerwärmung auf Kosten der Luftfahrt. Deshalb ist es wichtig, dass man auf Flugreisen, wo es nur geht, verzichtet, wenn man nachhaltig reisen will.

Laut dem Bundesamt für Umwelt werden im Flugzeug pro Person pro Kilometer 230 Gramm Kohlendioxid ausgestoßen. Beim Auto sind es lediglich 145 Gramm. Also ist eine Reise mit dem Auto aktuell nicht nur aus Corona-Sicht besser, sondern auch generell, was die Umwelt angeht.

Wenn man allerdings noch nachhaltiger unterwegs sein möchte, sollte man auf den Zug oder den Fernbus zurückgreifen, sobald das wieder möglich ist. Bei einer Reise im Zug werden pro Person pro Kilometer gerade einmal 32 Gramm des Treibhausgases pro Person pro Kilometer in die Luft abgegeben. Beim Fernbus sind es sogar nur 29 Gramm. Demnach sollten also entweder der Bus oder der Zug die erste Wahl bei der nachhaltigen Reise in den Urlaub darstellen, allerdings sollte man sich hier mit Masken für Nase und Mund schützen.

Richtig Koffer packen

Hier ist weniger wirklich mehr. Denn es kommt nicht nur auf die Entfernung und das Verkehrsmittel an, sondern auch auf das Gewicht des Gepäcks. Je mehr Kleidung und andere Gegenstände man mitnimmt, desto schwerer werden die Koffer. Das hat wiederum zur Folge, dass mehr Energie für den Transport für den Transport aufgewendet muss, wodurch mehr CO2 ausgestoßen wird.

Bevor man mit dem Packen des Koffers anfängt, sollte man sich zunächst eine Liste anlegen, auf der die Dinge stehen, die man mitnehmen möchte. Ohne eine solche Liste verliert man häufig den Überblick und packt mehr ein, als man eigentlich braucht. Das Stichwort lautet hier: Verhältnismäßig packen. Ist man nur eine Woche unterwegs, braucht man in der Regel keine fünf Hosen und keine zwölf Hemden. Überflüssige Kleidungsstücke stellen in der Regel nur Ballast dar.

Ähnlich sieht es bei den Kosmetikprodukten aus. Um Gewicht zu sparen sollte man beim Duschen auf Kombiprodukte setzen. Also Duschgels, mit denen man beispielsweise Haare und Körper waschen kann. Daneben sollte man auf die kleineren Reisepackungen setzen, die es in diversen Drogerien zu kaufen gibt. Hier findet man sicherlich noch umweltfreundlichere Lösungen.

Nachhaltiges Packen will gelernt sein.

Auf unnötiges Papier verzichten

Digitalisierung sei Dank ist es heutzutage möglich verstärkt Alternativen zu Papier zu nutzen. Vor allem dann, wenn es beispielsweise um Zug- oder Bustickets geht. Gebucht wird bequem mit dem Smartphone. Dort landet dann das Ticket und ist jederzeit abrufbar. Vor Antritt der Reise sollten die Fahrscheine allerdings so heruntergeladen werden, dass sie offline verfügbar sind, da nicht überall auf Reisen mobiles Internet verfügbar ist.

Außerdem ist es wichtig, dass der Akku unterwegs einen nicht im Stich lässt. Um das zu verhindern empfiehlt sich eine Power Bank mit der man sein Smartphone bei Bedarf auch mal eben schnell aufladen kann.

Generell ist es praktischer unterwegs beispielsweise auf Stadt- oder Straßenpläne zu verzichten, da die am Ende des Trips ohne hin im Müll landen. Stattdessen sollte man sich vorher über eventuelle digitale Straßenführer informieren oder sich einfach auf das integrierte Navigationsgerät auf dem Smartphone zu verlassen.

Bildquellen:
Aufmacherbild: © unsplash.com, Element5 Digital
Textbild: © unsplash.com, Erol Ahmed