Foto: Andreas Tamme

Fitnessboom in Corona-Zeiten?

Wir erinnern uns nur zu gut: Mitte März 2020 führte der bundesweite Lockdown auch zur Schließung aller Fitness- und Wellnessanlagen.
Über elf Millionen Bundesbürger besuchten bis zu diesem Zeitpunkt mehr oder weniger regelmäßig eines der rund 9500 Fitnessstudios im Land. Von heute auf morgen änderte sich alles. Weit über zwei Monate blieben die Studios geschlossen bis die ersten Studios schließlich im Outdoor-Bereich wieder Kurse anbieten durften, sofern man denn zu den Glücklichen zählte, einen solchen Bereich vorhalten zu können.

Die Eisgrotte im Saunabereich. Foto: Alcedo

Die Trainingsroutine aber war unterbrochen und hatte unterschiedliche Auswirkungen auf die Aktiven. Gerade die Jüngeren hielten sich in den eigenen vier Wänden mit Onlineangeboten über Wasser. Diese waren im Netz ja stets präsent. Andere konnten sich mit Personaltraining weiterhin fit halten oder nutzten die frische Luft zum Joggen, Fahrradfahren oder Spazierengehen.
Eine nicht näher zu beziffernde Anzahl von Studiomitgliedern pflegte die körperlich Untätigkeit, immer in der Hoffnung, dass es ja bald wieder normal weitergeht.

Nach Wiedereröffnung der Studios ist für viele Mitglieder der Weg ins Studio aber immer noch weit. Gerade viele ältere Mitglieder meiden zur Zeit die Studios: „Wir sind Risikopersonen und warten auf den Impfstoff“, so die häufige Antwort. Dies aber ist für die Älteren eine besonders bittere Pille. Waren nicht gerade sie ins Studio gekommen um ihr Gesamtrisiko durch ein angeleitetes präventives Training zu senken? Dieser Personenkreis trägt neben dem Risiko an Corona zu erkranken ein ungleich höheres Risiko durch Inaktivität ein erhebliches Stück Lebensqualität und vielleicht auch Lebensjahre zu verlieren.

Dr. Udo Niesten-Dietrich

"Es gibt kein Medikament und keine Maßnahme, die einen vergleichbaren Effekt hat wie das körperliche Training. Gäbe es ein solches Medikament mit solch hervorragenden Wirkungen und quasi ohne Nebenwirkungen, wäre jeder Arzt gehalten, es zu verschreiben.“ Prof. mult. Dr.med. Dr.h.c. Wildor Hollmann, em. Präsident des Weltverbandes der Sportmedizin

Das Corona-Risiko soll nicht klein geredet werden und die subjektive Angst kann wahrscheinlich keinem genommen werden, dennoch bleiben in der Todesursachenstatistik die Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems mit 345 000 Toten im Jahr (2018) die häufigste Todesursache.

Gerade der sinnvoll betriebene Fitnesssport reduziert aber nicht nur das Gesamtrisiko und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei, sondern er stärkt Immunsystem und Psyche.
Beides wichtige Faktoren im aktuellen Kampf gegen das Coronavirus. Noch vor 15 Jahren war man der Ansicht, dass Hanteln und Krafttraining eher der Gesundheit schaden würden. So wurde von Sportmedizinern fast ausschließlich ein Ausdauertraining empfohlen. Heute rückt gerade das Kraft- oder besser Muskeltraining in den Vordergrund.

„Muskeltraining hat einen überragenden Stellenwert zur Verbesserung der psychischen und physischen Gesundheit. Der Mensch bleibt bis ins hohe Alter trainierbar, denn nur wer in Bewegung bleibt, kann altersbedingten Abbauprozessen entgegenwirken. – „Use it or lose it“ Dr. Udo Niesten-Dietrich – fit Gesundheitsmanagement

Neu ist die Bedeutung des Muskeltrainings für die Gesundheit insgesamt. Die arbeitende Muskulatur kann als endokrines Organ angesehen werden, das zahlreiche hormonartige Stoffe, sog. Myokine ausschüttet. Die Myokine wirken gegen Diabetes, Übergewicht, Alzheimer und Depressionen.

Ja sogar die Neubildung von Nervenzellen im Gehirn gilt als gesicherte Erkenntnis und kann Demenz vorbeugen. Mit zunehmendem Alter führen biologische Alterungsprozesse zu einem unvermeidlichen Verlust an Muskelmasse. Diese Reduzierung ist maßgeblich für den Kraftverlust von 20 bis 40 Prozent zwischen dem 30. und 80. Lebensjahr verantwortlich.
Die Abnahme der Muskelmasse ist dabei einer der Hauptgründe zunehmender Beschwerden und Erkrankungen. Die Fitnessstudios unterliegen strengsten Hygienestandards und sind vorbereitet auch mit Risikopersonen zu arbeiten.

Überzeugen Sie sich in Ihrem Studio von der Qualität der Maßnahmen. Lassen Sie sich nicht vom Virus beherrschen und nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen das Leben bietet. Nichts ist so wertvoll wie die Gesundheit und Lebensqualität.