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Was Auszubildende jetzt bewegt

Corona war auch für den Ausbildungsmarkt ein harter Einschnitt. Viele haben ihren Ausbildungsplatz verloren, Verträge wurden aufgelöst, lang geplante Auslandsaufenthalte abgesagt. Eine Situation, die Jugendliche stark verunsichert, wie eine aktuelle Bertelsmann-Studie* belegt: Für ein Drittel der Befragten haben sich die beruflichen Pläne durch Corona in Luft aufgelöst. 61 Prozent der Teilnehmenden glauben, dass sich nun ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz verschlechtert haben. Und gut jeder zweite Azubi mit niedriger oder mittlerer Schulbildung sorgt sich darum, seine Ausbildung nicht abschließen oder im Anschluss nicht übernommen werden zu können.
Dabei ist eine Ausbildung für Jugendliche weiterhin attraktiv: Gerade handwerksnahe Berufe gelten als besonders krisensicher, und Branchen wie der Energiesektor schaffen mit der Konzentration auf klimafreundliche Technologien immer neue Einsatzfelder. Und das scheint anzukommen: Mehr als 80 Prozent der von Bertelsmann befragten Azubis sind mit ihrem Ausbildungsplatz zufrieden.

Gefragt sind Flexibilität und digitale Ideen.

Um Bewerbern und Azubis die Situation jetzt zu erleichtern, haben sich ausbildende Unternehmen viel einfallen lassen. Die Ausbildungsmessen und Infoveranstaltungen werden, so gut es eben geht, durch das eigene Karriereportal, Webinare, Social-Media-Kanäle und digitale Ausbildungsmessen ersetzt, das Bewerbungsgespräch findet online statt. Digitale Kompetenzen sind also für Bewerber noch relevanter geworden. In der Ausbildung selbst ist allerdings die Praxis vor Ort unumgänglich – 100% Homeoffice ist nur für Studierende ein gangbarer Weg. Hier finden die Unternehmen mittlerweile flexible Lösungen, z. B. praktische Einheiten in kleinen Gruppen und theoretische im Homeoffice.

Wer trotzdem Angst hat, bei Insolvenz des Ausbildungsunternehmens allein dazustehen, kann übrigens beruhigt sein: Das Unternehmen ist in diesem Fall verpflichtet, sich zusammen mit der zuständigen Agentur für Arbeit um einen alternativen Ausbildungsplatz in einem anderen Betrieb zu kümmern.

Spaß im Job schlägt Sicherheit – trotz Corona.

Bei allen Ängsten offenbart die Studie allerdings auch: Trotz der angespannten Situation wünscht sich die Mehrheit aller Befragten (64%) einen Job, der ihnen wirklich Spaß macht. Den zu finden, ist auch für angehende Azubis das Wichtigste und sollte es bleiben. Mit Abstand!

"EXPERTEN TIPP“

Christian Walzberg über die Ausbildung bei Avacon

„Der Energiesektor ist eine stabile Größe, auch für Auszubildende.“

„Unterrichten in Schichten und Arbeitsplätze hinter Plexiglas – unsere Azubis haben sich ihre Ausbildung bestimmt anders vorgestellt! Das durchorganisierte Wechselsystem sorgt aber dafür, dass sie ihre Ausbildung ohne Unterbrechung weiterführen können: Unsere künftigen Elektroniker für Betriebstechnik werden getrennt in zwei Gruppen unterrichtet, Homeoffice und Präsenzunterricht wechseln sich ab. Wir haben Trennwände aus Plexiglas installiert, und zu den Übungs-Einsätzen außerhalb des Stützpunkts fährt man eben direkt mit dem Dienst-Pkw. Ab Frühling wird’s für das dritte Lehrjahr leichter – dann finden sehr viele Praxis-Einheiten im Freien statt.

Bewerbungsgespräche und Eignungstests für die Ausbildungsplätze 2021 finden natürlich online statt! Der Auswahlprozess ist bald abgeschlossen, für Jahrespraktika in den Bereichen Technik sowie Wirtschaft/ Verwaltung gibt’s aber noch Plätze. Und ab 1. Juli geht’s schon los mit der Bewerbungsphase für Azubis 2022 ... Ich freu mich drauf!“

Christian Walzberg ist Ansprechpartner für Azubis und alle Fragen rund um Praktika und Ausbildung bei Avacon in Lüneburg.

Quelle der Studie: Ingo Barlovic, Denise Ullrich, Clemens Wieland (2020): Ausbildungsperspektiven in Zeiten von Corona. Eine repräsentative Befragung von Jugendlichen. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.). Gütersloh. www.chance-ausbildung/jugendbefragung/corona